Leseliste: Konservativ, feministisch, im Widerstand

Können jetzt nicht mal die Konservativen rebellieren?
Die Zeit fragt nach, wer denn eigentlich noch konservativ ist. Gerade in Zeiten, in denen sich auch die Rechten als (Neo-)Konservative bezeichnen, braucht es eine klare Grenzziehung. „Die Wirklichkeit des Konservativen ist (…) komplex. Das ist eigentlich das Gegenteil zum rechten Populismus.“

Emma Watson: the feminist and the fairytale

One way to understand Watson’s very 21st-century celebrity activism is to see her as a multi-hyphenate entrepreneur in the vein of Beyoncé and Gwyneth Paltrow. It’s just that instead of using her brand to promote her own range of perfumes and cookbooks, she is using it to promote gender equality.

Is the „Resistance“ the new Tea Party?
Ist der Widerstand gegen Trump die neue Tea Party? Diese Tea Party, die nicht nur gegen Barack Obama hetzte, sondern auch die republikanischer Partei terrorisierte.

Die Parallelen: Spontaner Massenprotest von Leuten, die vorher überwiegend nicht für die Demokraten aktiv waren – außer, um sie zu wählen vielleicht. Und eine Regierung an der Macht, damals Obama, jetzt Trump, die es für möglich hält bei bestimmten Themen mit der Gegenseite zusammen zu arbeiten. Bei Obama hatte es damals jedenfalls nicht funktioniert.

Eine unvollständige Liste von Büchern, die ich im Jahr 2016 gelesen habe

Der Mann mit dem Schafskopf

Das Buch startet wie ein Murakami, den man sich wünscht: Eigenbrötler findet eine Frau toll, ein Hotel, in dem sich komische Dinge tun. Und dann wird’s aber die nächsten paar hundert Seiten ein eher konventioneller Roman. Ein schöner zugegeben, dessen Fokus die Freundschaft eines erwachsenen Mannes und einer Jugendlichen ist. Murakami ist <3, aber mit hoher Volatiliät.

F – Daniel Kehlmann

Drei Brüder. Drei Geschichten. Eine davon handelt von einem katholischen Priester, der nicht gläubig ist, die zweite Mann in der Finanzindustrie, dem alles unter den Händen zerrinnt. Über die dritte soll nichts verraten werden. Um wieder mehr Romane zu lesen, legte ich mir zuerst die Schranke von höchstens 250 Seiten auf. F war dafür der perfekte Einstieg.

A Little Life – Hanya Yanagihara

Aus meinem Newsletter vor ein paar Monaten:

Im Frühjahr las ich an einem Strand auf einer philippinischen Insel eine lange, lange Rezension. Den Titel “A Little Life” wollte ich mir damals auf eine “Diese Bücher will ich noch lesen”-Liste schreiben. Aber wer hat denn am Strand schon das Notizbuch dabei? Nach dem Plantschen im seichten Wasser war das Buch aus dem Sinn.

Im Laufe des Sommers wurde “A Litte Life” von den Kollegen Simon Hurtz und Hakan Tanriverdi eindringlich gelobt. Es ist das erste Mal, dass mich ein Buch über Facebook erreichte. Nennt man das schon viral?

Jedenfalls sage auch ich jetzt: Lest dieses Buch! „A Litte Life“ gehört zu den besten Romanen, die ich jemals gelesen habe. Es ist ein großes Buch über Freundschaft und Liebe.

Darum geht’s:

Jude ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte einer Gruppe von Freunden in den USA. Sie sind kreative, erfolgreiche Männer, die sich kennen, seitdem sie 16 Jahre alt sind. Das Buch erzählt über mehrere Jahrzehnte von ihrer gemeinsamen Zeit.

Es macht nicht immer Spaß, sich durch diesen Morast aus Pein und das Netz aus Zuneigung zu kämpfen, in dem die Hauptperson Jude lebt. Die Autorin Hanya Yanagihara versteht es sehr gut, mit der bösen Vorahnung zu spielen.

“A Little Life” ist herzergreifend, traurig und schön. Ich war schockiert und habe geweint und mich gefreut. Knapp über 700 Seiten hat das Buch. Es stimmt, was auf dem Buchdeckel steht: “Dafür, dass es so ein dickes Buch ist, will man nicht, dass es aufhört”

Doch irgendwann muss es vorbei sein. Fünf Wochen lang habe ich das Buch ständig mit mir herumgetragen. 69 Seiten habe ich noch vor mir. Es wird Zeit, dass es endet.
Auf dass endlich mal Ruhe ist.

Sputnik Sweetheart – Haruki Murakami

Murakamis Bücher kann man nach zwei Dimensionen aufspannen: Anzahl der Seiten und Alter. „Sputnik Sweetheart“ ist dünn und eher neu. Eine junge Frau verliebt sich etwas obessiv in eine ältere Frau. Braucht man nicht zu lesen.

Grüne Tomaten – ?

Vor vielen Jahren musste ich in einer Bücherei Strafe zahlen, weil ich die DVD der Verfilmung zu spät zurückbrachte. Dabei hatte ich den Film nie gesehen. Dafür jetzt das Buch gelesen. Es spielt in den 20er Jahren, das Whistle Stop Café der Dreh- und Angelpunkt, und die androgynene Idgie die Heldin. Schönes Buch.

Fifty Shades of Merkel – Julia Schramm

Wer ist Merkel? In 50 kurzen Kapiteln zeichnet Schramm ein Bild der Kanzlerin. Kurzweilig und informativ.

Das hohe Haus – Roger Willemsen

Ein Jahr saß Willemsen auf der Besuchertribüne des Bundestags und beschreibt gute und schlechte Reden, volle und leere Plätze, wichtige und eher unwichtigere Themen. Spannend, aber trotzdem habe ich nicht alle 400 Seiten durchgehalten.

The Rightous Mind – Jonathan Haidt

Der Moralpsychologe untersucht, warum wir uns bei Politik und Religion so sehr streiten können. Als ich am Tag, an dem Donald Trump, zum President-elect wurde, nach der Nachtschicht nach Hause fuhr, las ich das:

Many political scientists used to assume that people vote selfishly choosing the candidate or policy that will be benefit them the most. But decades of research on public opinion have led to the conclusion that self-interest is a weak predictor of policy preferences.

In Afrika – Heinz Strunk

So sehr strunk gefeiert wird, muss „In Afrika“ wohl eines seiner schwächeren Bücher sein. Immerhin weiß ich jetzt, dass er gerne in Hotels und Casinos rumgammelt.

Carol – Patricia Highsmith

„Carol“ gilt als der erste Roman, bei dem einem Frauenpaar am Ende nicht eine Katastrophe droht. Unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichte Highsmith das Buch 1952 unter dem Titel „The Price of Salt“.

Beebo Brinker – Ann Bannon

In den 60er und 70er Jahren war das Genre des Lesbian Pulp Fiction groß, also Groschenromane mit Lesben, die – und das war wichtig – nie gut ausgingen.

Beebo Brinker gilt als der Klassiker schlechthin. Ich war überrascht, wie direkt das Buch ist. Aber hey, es bleibt ein Groschenroman: Eine 16-Jährige kommt nach New York, verliebt sich in eine berühmte Schauspielerin, deren Mann das nicht lustig findet.

Filterbubble == Lebenswelt

Ich lebe ihn keiner Blase – Digital Present

Algorithmen sind pragmatisch: Sie arbeiten mit dem, was wir ihnen hinwerfen. Unsere Anfragen auf Google, unsere Klicks auf Links und die Likes bei Facebook.

Früher, in der Zeit vor den sozialen Medien, hießen Filterblasen nicht Filterblasen, sondern „Heimatdorf“, „Familie“, „Arbeitsplatz“, „Nationalstaat“ oder „Fußballverein“. Solche Umfelder waren es, die bestimmten, worüber man sich unterhielt, in welchen Kategorien man dachte, wem man zuhörte und wem gegenüber man Vorbehalte hatte. Denn es war ja nicht so, dass die Berliner Industriearbeiterschaft des 19. Jahrhunderts nach Feierabend Brieffreundschaften mit fernen Völkern oder dem politischen Gegner pflegte.

(…)

Hier nähern wir uns dem, wofür die Bubblediskussion oft als Ausrede dient: nämlich klassischen sozialen Konflikten – zwischen Stadt und Land, Jung und Alt und vor allem zwischen Arm und Reich. Mit der digital beschleunigten Konzentration von immer mehr Geld in immer weniger Händen steigt die Zahl der Abgehängten, Ungebildeten, Unverwertbaren, der Armen. Die machen ihrem ungerichteten Ärger Luft – und zwar, wie so oft in der Geschichte, gegen die noch Schwächeren: Migranten, Frauen, Homosexuelle.

Folglich wären das, was wir als Filterblasen bezeichnen nichts anderes als unsere Lebenswelten. Nur halt digital.

yes, yes, and hell yes

Thank God For Identity Politics – The Establishment

“Identity Politics” is now thrown about as an insult at many progressive activists. Critics say that Identity Politics make everything about gender, everything about sexuality, and everything about race. And to this I say: yes, yes, and hell yes.

(…)

Identity Politics are everything that its critics fear. Identity Politics are decentralizing whiteness, straightness, cis-ness, and maleness. Identity Politics brought you equal marriage, the voting rights act, and abortion access. Identity Politics has got people believing that black is beautiful, that disability is nothing to be ashamed of, that fat people deserve respect, that a woman can say no. Identity politics are forcing the world to consider what it has spent hundreds of years ignoring — everyone else.

Zwei Gründe, warum die Prognosen zur US-Wahl das ganz große Bashing nicht verdient haben

Die Meinungsforscher lagen falsch. Das war Konsens nach der US-Wahl. Und ja es stimmt, Fivethirtyeight, NYTimes, Pollyvote und eine Reihe anderer hielten einen Sieg Hillary Clintons wahrscheinlicher als einen Sieg von Donald Trump.

Doch so katastrophal war das Abschneiden nicht. Aus zwei Gründen.

1. Das Wörtchen wahrscheinlich

Die Berechnungen sagten nie: Hillary gewinnt. Oder Trump gewinnt. Sondern: Mit einer Wahrscheinlichkeit von, sagen wir 80 Prozent, gewinnt Clinton.

80 Prozent klingt hoch, nah an der 100, also kann ich mich beruhigt hinter meinem Smartphone zurücklehnen. Bauen wohl doch keinen Scheiss, diese Amerikaner. Die 20 Prozent Unsicherheit sind dann schnell ignoriert. Vor allem dann, wenn mir die 80 Prozent in den Kram passen. Psychologen nennen das Confirmation Bias.

Deutlicher wird der unsichere Part, wenn man die 80 Prozent als sogenannte Quote darstellt. Das bekannteste Beispiel ist die 1:1-Chance, also dann, wenn Clinton und Trump jeweils eine 50-prozentige Siegwahrscheinlichkeit zugesprochen wird.

Eine 80-Prozent-Siegchance bedeutet eine Quote von 4:1. Klingt nicht mehr ganz so optimistisch. Zum Vergleich: Beim Würfel eine Eins zu bekommen hat die Quote 1:5.

Und selbst bei Unsicherheiten im sehr niedrigen Bereich, kann die Wahrscheinlichkeit dem Wunsch ein Schnippchen schlagen. „Schwarzer Schwan“ nennt das Nassim Nicholas Taleb.

2. Umfrageergebnisse sind nicht fix

Die Prognosen basieren alle auf einzelnen Umfragen. Und jede einzelne gibt zwar einen konkreten Wert an, wie 51 Prozent für Clinton und 47 Prozent für Trump, meint aber eigentlich eine Spanne, in der das Umfrageergebnis liegt. Das würde dann in diesem fiktiven Beispiel bedeuten, dass zu 95 Prozent zwischen 55 und 47 Prozent der Befragten Clinton wählen würden und zwischen 51 und 43 Prozent Trump.

Das zeigt zweierlei: Erstens geben die Werte eigentlich einen Bereich an. Und zweitens können sich diese Bereiche von Clinton und Trump überschneiden.

Quartz schreibt dazu im Text The polls didn’t fail. We just chose to ignore the math:

„Forecasting is as much art as science, and not just in elections, because every moment in history is uniquely different. This flexibility makes it easy to fool ourselves, like everything else, we see what we want to see. A margin of error is built into polls because despite the analysis, unseen factors can introduce mistakes. Next time you see a difference between predictions, ask how big it really is, and ask why“

Links:

Not all forecasters got it wrong: Nate Silver does it again (again)

Die Probleme einzelner Meinungsumfragen (nicht die Berechnung mit aggregierten Daten, von denen ich im Post spreche)

 

Warum ich nie Videos von Anschlägen oder Schießereien auf Facebook, Twitter oder Youtube schaue

New York im Dezember 2010. Es ist kurz nach Mitternacht, ich bin in einer Bar und nicht mehr ganz nüchtern. Ich unterhalte mich mit einer Frau, belangloses Zeug. How are you? Oh, from Germany! How do you like New York?

Ich weiß nicht genau, warum passierte, was dann passierte. Die Frau holte ihr Handy aus der Tasche. Sie müsse mir ein Foto zeigen, das ihr jemand geschickt habe. Sie wirkte aufgeregt, ich war gespannt. Sie zögerte kurz und reichte mir dann ihr Mobiltelefon. Ich blickte auf den Bildschirm und was ich sah, hat sich in mein Hirn gebrannt. Es war das schlimmste und verstörendste, das ich jemals gesehen habe. Nur so viel: Mit Kindern hatte es nichts zu tun. Immerhin.

Seit fast sechs Jahren taucht das Bild immer wieder in meiner Vorstellung auf. Das ist der Grund, warum ich an Tagen wie des Anschlages von Nizza oder Schießereien in den USA Videos nur auf tagesschau.de, heute.de, sz.de etc. anschaue. Da kann ich sicher sein, dass ich es bei einem einzigen traumatischen Bild im meinem Kopf bleibt. Letzte Woche hätte ich es fast nicht rechtzeitig geschafft, als ich auf Twitter ein paar Sekunden das Video vom Tod des Alton Sterling gesehen habe. Gerade noch rechtzeitig konnte auf das X klicken.

Linktipp und Trigger für diesen Post: What Is a Constant Cycle of Violent News Doing to Us? (New York Times)

Was ich mich immer wieder frage: Warum zeigte mir die Frau das Bild? Wollte sie mich schockieren? Kam sie selbst nicht klar? Ich hatte sie nicht gefragt, ich bin damals einfach weggegangen.

Lesenswertes: China, EU, Open Data

Why do young rural women in China become mistresses?

Über die Motive, Herkunft und Folgen für die Frauen. Sich eine Freundin zu halten ist ein Zeichen von Macht:

Keeping a woman is common among powerful Chinese men. A study by the Crisis Management Centre at Renmin University in Beijing, published this January, showed that 95 per cent of corrupt officials had illicit affairs, usually paid for, and 60 per cent of them had kept a mistress.

Was hat diese Frau mit dem Brexit zu tun? – Zeit

Die Frau aus der Überschrift ist ein syrischer Flüchtling mit Kind im Arm. Bernd Ulrich versucht sich in der Zeit daran, sie mit der schlechten Situation der EU in Verbindung zu bringen.

„Und doch, es gibt sie noch, die Außenwelt, die Wirklichkeit, und in der geht etwas vor, das die sogenannte Krise der EU erklärt: Die Mauer zwischen Erster und Dritter Welt ist dabei zu fallen. Die Globalisierung ist an ihrem dialektischen Punkt angekommen, sie geht nicht mehr nur in eine Richtung, von Norden nach Süden, sie kommt jetzt auch zurück: in Gestalt von wirtschaftlicher Konkurrenz wie auch in der von Flüchtlingen und von Terrorismus.

Zugleich hat dieselbe Globalisierung die realen und erst recht die gefühlten Unterschiede zwischen Arm und Reich in den westlichen Ländern zuweilen bis ins Obszöne hinein vergrößert. Zwei Gerechtigkeitsfragen kommen jetzt zusammen, nein, sie prallen brutal aufeinander.
(…)

Liberale Internationalisten gegen autoritäre Nationalisten, so ließe sich die aktuelle globale Alternative umreißen.

Die Macht dieser neuen politischen Polarisierung ist so groß, dass sie in den meisten westlichen Staaten gerade in hohem Tempo das bisherige Parteiensystem zerschmettert. Die konservativen Parteien spalten sich, die sozialdemokratischen zerbröseln, die Ränder bedrängen die Mitte.

Eine globale Revolution findet also statt, die Überwindung der letzten großen Grenze, der letzten Mega-Ungerechtigkeit – oder aber eine globale Konterrevolution, der Versuch also, dies mit immensen aggressiven Energien zu verhindern.“

 

The Power of Open Data

Open Data und Transparanz müssen nichts miteinander zu tun haben, argumentiert Nicolas Kayser-Bril. Es war ein Fehler der Open-Data-Bewegung, diese beiden Dinge so eng miteinander in Verbindung zu bringen.

Denn: Wenn staatliche Institutionen selbst aussuchen, welche Datensätze sie ins Internet stellen, muss das nicht unbedingt die Transparenz erhöhen. Auch wenn mit den Standorten von öffentlichen Toiletten in maschinenlesbarer Form Projekte umgesetzt werden können – der große Wurf, Entscheidungen des Staates zu überprüfen, ist das sicherlich nicht.

„Infrastructure data is needed, and it should be free. However, it does not imply in the least that the government providing it commits to transparency. The two issues – infrastructure data and transparency – must be addressed independently. If not, open data offers governments a handy excuse to cramp down on existing transparency laws.“

 

 

 

 

Das Massaker in Orlando und die LGBT-Community. Eine Leseliste.

Am 12. Juni lief ein Terrorist, psychisch Gestörter, Mörder in einen Club in Orlando und tötete 49 Menschen und verletzte nochmal so viele. Sein Ziel war – im Gegensatz zu den Anschlägen in Paris – nicht die Gesellschaft als Ganzes. In Orlando sollten, wie es im Amerikanischen heißt, „LGBT people and allies“ sterben. Nicht-Heterosexuelle Menschen und deren Freunde, die Samstagnacht in einem Club tanzen, trinken und sich die Zeit vertreiben.

Plötzlich ist sie überall, die Regenbogen-Flagge. Und Texte dazu. Das ist gut und unglaublich traurig zugleich. Ein Überblick über das, was ich in den letzten Tagen gelesen habe:

Carolin Emckes aktuelle Kolumne in der SZ schließt mit den Worten: „Nicht rechtlich fast gleich, sondern gleich wollen wir sein.“

Es ist ein so vertrautes wie geschmackloses Spektakel, wie Homosexuelle vor allem dann wahrgenommen und als Menschen mit Rechten verteidigt werden, wenn sie sich als Spielfiguren in der feindseligen Kampagne gegen Muslime einsetzen lassen. Da werden dann auf einmal Schwule und Lesben zu Galionsfiguren für die offene und tolerante Gesellschaft erklärt – die es ansonsten aber immer noch ablehnt, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen, weil irgendein „Bauchgefühl“ dem entgegensteht.

Kissing my girlfriend at the Zodiac: gay bars are everything straight people take for granted . Warum LGBT-Clubs für das Selbstverständnis wichtig sind:

Gay clubs are hospitals that patch up the invisible wounds you accumulate. Gay clubs are therapist offices. They’re community centers. They’re sanctuaries. Gay clubs are everything that straight people take for granted, squeezed into four, usually quite sticky, walls.

Warum Orlando kein Angriff auf die offene Gesellschaft war, weil er nur eine Gruppe von Menschen treffen sollte, schrieb Thorsten Denkler auf.

Queer, Muslim, & Unwelcome at the “New Stonewall”. Was ist noch blöder als zu einer Minderheit zu gehören? Zu zwei zu gehören. Eman Abdelhadi war bei einer Kundgebung am Stonewall Inn in New York, dem Lokal, das in den 60er Jahren zum Symbol für den Kampf für Gleichberechtigung wurde.

Upon arriving, I found myself in a sea of well-dressed upper middle class gays—mostly cis men, the kind that litter Human Rights Campaign ads and scream things like “Love Wins.” I suddenly felt so visible in my Muslimness, so naked in my identifiable Arabness.

Stop Exploiting LGBT Issues to Demonize Islam and Justify Anti-Muslim Policies. Glenn Greenwald darüber, dass es keinen Islam braucht, um homophob zu sein. Christentum, Judentum oder gar keine Religion reichen auch.

Depicting anti-LGBT hatred as the exclusive (or even predominant) province of Islam is not only defamatory toward Muslims but does a massive disservice to the millions of LGBTs who have been — and continue to be — seriously oppressed, targeted, and attacked by people who have nothing to do with Islam. The struggle of LGBTs around the world is difficult enough without having them cynically used as some sort of prop to bash a group that itself is already being bashed from multiple directions.

„Ein Mann wird aggressiv gegen das, was er selbst zu werden fürchtet“. Wie Angst vor Schwulen und Lesben entsteht.

Der Fehler ist: Homosexualität wird eher mit Sexualität verbunden, Heterosexualität eher mit Familie und Liebe. Darin liegt eines der großen Missverständnisse: Aufklärung über andere Lebensformen bedeutet nicht unbedingt, über Sex zu sprechen. Es geht hier vor allem darum, unterschiedliches Zusammenleben zu zeigen, also unterschiedliche Arten von Partnerschaft und Familien. Nicht um eine immer frühere Aufklärung von Kindern über sexuelle Praktiken.

„They Are Our Dead“: LGBTQ Latinos Speak Out After Orlando. Die allermeisten Opfer sind Latinos, davon die meisten Puerto Ricaner. Und wer ist, zumindest in meiner Welt, der berühmteste puerto-ricanische Schwule? Genau: Ricky Martin, der sich geäußert hat: „The tragedy that occurred in Orlando hurts me in so many ways. It hurts me as a man, as a human being, and as a gay person. I am in pain, I am sad, I am angry.“

L.G.B.T. People Are More Likely to Be Targets of Hate Crimes Than Any Other Minority Group. So die Situation in den USA. Warum die Angriffe in Deutschlands Statistiken wohl unterschätzt werden, steht hier.

Orlando Taught Me That I Need Queer Culture and Community. Surprise, surprise: Nicht alle LGBT-Leute schlagen sich die Nächte in irgendwelchen Gay-Clubs um die Ohren. Mitgemeint waren sie bei den Morden trotzdem. Dazu passt dieser ältere Text: I Was Born Homosexual. I Chose to Be Gay.

Die Flitterwochen sind längst vorbei. Die Ehe allein bringt keine Gleichberechtigung. Das zeigt sich jetzt in den USA, wo es noch genug andere Gesetze, vor allem im Arbeitsrecht. I look at you, North Carolina.

LGBT-Geschichte in den USA in Tweets:

In EM-Zeiten schadet dieses Video nichts: