Die Junge Union und der Söllner Hans

Die Coverband JIVE, die im östlichen Niederbayern wohl schon so auf jedem nur möglichen Fest gespielt hat, hat ein neues Hobby: Sofa TV, dem „autonomen Internetfernsehsender einiger Mitglieder.“

Letzens spielten bei den Festlichkeiten zum 60-jährigen Gründungsjubiläum in Schrobenhausen, befragten Teilnehmer und filmten drauflos. Und was kann ich da sehen? Mitglieder der Jungen Union, fesch frisiert und im feinen Sonntagsanzug, tanzen, grölen und feiern zu Hans Söllners „Mei Vodda hod an Marihuanabaam“. Verkehrte Welt.

Sind die Mitglieder der JU etwa so unpolitisch? Sie feiern bei dem Lied eines Sängers, der sich offensichtlich und medienwirksam immer wieder mit dem bayerischen Staat auseinandersetzt. Er sang gegen den Gründer der rechtsradikalen Partei „Die Republikaner“ Franz Schönhuber, den die jungen CSU-Hörigen wohl nicht kennen, und kassierte eine Anzeige vom Innenminister Beckstein.

Nach 6 Jahren erfolgloser Wohnungssuche in München, kam ich zu dem Schluß, daß ich von diesem Staat nichts zu erwarten habe und entschloß mich, meine mir noch verbleibende Zeit in diesem Leben diesem Staat zu verklickern, daß er mich am Arsch lecken kann. Wodurch die ersten polizeilichen Ermittlungen begannen.

Darüberhinaus ist Söllner ein bekennender Marihuana-Konsument. In den Augen der CSU ein Teufelskraut, denn es scheint vom rechten Weg abzuführen.

Ich merkte sehr bald nach dem Genuß jener Kräuter, ob nun als Tee getrunken oder als Plätzchen gebacken oder auch nur simpel geraucht, daß du in diesem Staat nur dann anerkannt und menschlich behandelt wirst, wenn du so bist, wie SIE dich gerne haben wollen. Da mir nun nichts ferner liegt, als für irgendjemanden das zu sein, was er gerne hätte, fingen sie natürlich bald an, mich mit gezielten Schlägen in den Sack in IHRE Schranken zu weisen.

Ob das der Papa weiß, dass der Bub zu so unchristlicher Musik feiert? Schließlich heißt es im 5. Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Bibelfest scheinen sich nicht zu sein, die jungen Politiker.

Dese Szene bestätigt meine These, wie die JU funktioniert: Ein paar eingefleischte CSUler ködern Jungs und Mädels mit Bier, Parties und ein paar Sprüche voller Bayerntümelei. Diese denken nicht weiter darüber nach, wollen einfach Spaß haben, weil Politik ja eh stinklangweilig ist.

Interessant wäre zu wissen, ob die JIVE „Mei Vodda hod an Marihuanabaam“ mit Absicht spielten oder es einfach zu Programm gehört.

2 Gedanken zu „Die Junge Union und der Söllner Hans“

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