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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

28.6.1914 – Attentat von Sarajewo

Vor einem Monat kündigte ich an, dass ich in unregelmäßigen Abständen über Ereignisse in der Zeitgeschichte berichten will. Leider dauerte es mit dem ersten Artikel länger als gedacht, da das Abitur und das Feiern dazwischen kam.

Der Artikel zum Attentat von Sarajewo sollte eigentlich zum 28. Juni erscheinen, doch zu diesem Zeitpunkt weile ich in Ungarn. Deshalb ist die Veröffentlichung vorgezogen.

Frühsommer 1914. In Europa brodelt es. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Konflikte und Streitereien zwischen den Staaten in einem Krieg entladen.

Am 28. Juni 1914 ist es soweit, als ein Mitglied der serbischen Geheimorganisation „Mlada Bosna“ (dt: schwarze Hand) den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand samt Gattin ermordet. Für Österreich bot sich nun die Gelegenheit endlich gegen die großserbische Bewegung vorzugehen, die seit Jahren politische Instabilität und vermehrte Unabhängigkeitsbestrebungen im großen habsburgischen Reich mit sich brachten. Als geeignetes Mittel schien dabei ein unerfüllbares Ultimatum an die serbische Regierung zu sein. Zusammen mit dem „Blankoscheck“, einer Erklärung der bedingungslosen Loyalität des deutschen Kaiserreichs, waren dies ideale Voraussetzungen dafür, Serbien den Krieg zu erklären.

Doch wie wurde die regionale militärische Auseinandersetzung zum ersten Krieg, in dem der ganze Globus verwickelt war? Russland unterstützte die panslawistische Bewegung um politischen Einfluss auf dem Balkan zu erlangen. Nun traten die die Bündnisverpflichtungen in Kraft: Dem Dreibund zwischen Deutschland, Österreich, Italien und Rumänien stand die Triple Entente zwischen England, Frankreich und Russland gegenüber. Außerdem kündigte sich die militärische Auseinandersetzung seit Jahren an. Die Marokkokrisen 1906 und 1911 mit dem „Panthersprung von Agadir“, bei dem sich deutsche und französische Kriegsschiffe feindlich gegenüberstanden, und die Balkankrise 1912/13 waren eindeutige Vorzeichen für einen europäischen Krieg. So folgte Generalmobilmachung auf Generalmobilmachung, Kriegserklärung auf Kriegserklärung bis ganz Europa im Krieg verstrickt war und es zu den Szenen kam, die man beim Gedanken an den 1. Weltkrieg im Kopf hat: Stellungskrieg in den Gräben in Verdun und uneingeschränkter U-Boot Krieg.

Ein politischer Mord an einem Thronfolger ist natürlich nicht der Auslöser eines Krieges. Die Grund ist der Imperialismus, dem Streben nach einer Weltmachtstellung verbunden mit territorialer Expansion, der seit Ende des 19. Jahrhunderts die Welt prägte. Trotz der offiziellen Alleinschuld Deutschlands und seiner Verbündeten im Versailler Vertrag kann doch von einer gemeinsamen Schuld fast aller europäischen Mächte gesprochen werden.

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