Hinterfotzigkeit: Der politische Kosmos der CSU

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT habe ich einen bissigen, wirklich lesenswerten Kommentar über die Hinterfotzigkeit in der CSU gefunden.

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Wenn ein Hinterfotziger einem anderen Hinterfotzigen Hinterfotzigkeit vorwirft, nähern wir und dem prallen politischen Kosmos der CSU. Keine andere Partei hat die Hinterfotzigkeit derart zur Kunst erhoben wie die weiß-blaue FJS-Erbgemeinschaft. Unvergessen etwa ist die 48-stündige offene Aussprache der 124 CSU-Landtagsabgeordneten Anfang des Jahres in Wildbad Kreuth, an deren Ende Erwin Huber und Günther Beckstein ihren Großen Vorsitzenden Edmund Stoiber unter vier Augen meuchelten. Eine einzige große Hinterfotzigkeit, die nur noch übetroffen wurde von den Gerüchten über Horst Seehofer und seine schwangere Berliner Geliebte, die zeitgleich den Weg in die Bild-Zeitung fanden.

Dass Seehofer kein Mann sein würde, der bei so viel Hinterfotzigkeit auf Dauer zurückstecken würde, hätte man sich denken können. Nun hat er seinerseits mit ein paar Gerüchten gedroht („Ich weiß viel“) und damit Edmund Stoiber auf den Plan gerufen. Dem Großen gemeuchelten Vorsitzenden sind Gerüchte, Geliebte und Hinterfotzigkeit gleichermaßen fremd, weshalb er seine Parteifreunde nun wissen ließ, weder das Privatleben noch „vermeintliche oder wirkliche Drohungen“ dürften „ein Mittel des politischen Wettbewerbs sein“.

Unterdessen hat der Spiegel enthüllt, dass die Gerchte über Seehofer gar nicht von bösen Parteifreunden, sondern von „geschwätzigen Bundestagssekretärinnen“ in Umlauf gebracht worden seien. Die CSU ist überrascht. So viel Hinterfotzigkeit hätte sie den Damen gar nicht zugetraut.

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