Solange das Erdöl fließt…

Sarkozys Geschäfte mit dem lybischen Diktator Gaddafi haben eine alte Diskussion wiederauflammen lassen: Wie sollen Demokratien mit Ländern umgehen, die es mit den Menschenrechten und der Rechtsstaatlichkeit nicht so eng sehen, umgehen?

Wie war es in der Vergangenheit? Schon immer haben Länder andere ausgenützt. Rom hatte seine Provinzen, im Imperialismus hatte jeder, der etwas auf sich hielt, eine Kolonie. Und im Kalten Krieg versuchten die beiden Blöcke ihr Einflussgebiet zu behalten oder, noch besser, zu vergrößern.

Die Amerikaner und die Sowjets teilten den Globus unter sich in gut und böse auf (Wer ist gut? Wer böse? Ansichtssache). Staat für Staat musste sich für eine Seite entscheiden. Die Wankelmütigen auf beiden Seiten mussten mit militärischen Konsequenzen rechnen.

Und heute?

Deutschland baggert Turkmenistan wegen seines Erdgases an. Der Präsident des zentralasiatischen Landes nennt sich „Turkmenbaschi“ (Vater der Turkmenen) und fördert den Kult um seine Person so gut es geht. Das geht natürlich nur, wenn Abstriche in der Meinungsfreiheit gemacht werden.

Schröder bezeichnete Putin einst als „lupenreinen Demokraten“. Ich hoffe, er ist intelligent genug, das nicht wirklich zu glauben, sondern nur die Geschäfte um Ressourcen nicht zu gefährden. Denn schließlich kann über ein paar ermordete Journalisten und Oppositionelle hinwegblicken, solange das Öl fließt.

Mehr zum Thema findet sich bei spiegelfechter. Der Artikel „Sarkozys neuer Hurensohn“ und die nachfolgende Diskussion sind sehr lesenwert und informativ.

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