Chinesische Musik- Pest oder Cholera?

Chinesen hören schreckliche Musik. Nimmt man die kulturellen Zentren Beijing und Shanghai aus, gibt es im Grunde nur zwei Richtungen: Scheiss-Schnulzen-Pop von geschminkten Jungs oder schrecklichen Techno-Pop. Wie sämtliche DSDS-Sieger zusammen oder Scooter – nur schlimmer.

Außerdem gibt es das Genre der englischen Lieder. Das umfasst Gassenhauer wie „My heart will go on“ von Celine Dion oder „Big Big World“ von Emilia. Chinesen stehen aus irgendeinem Grund auf „Hotel California“, eine Wohltat im dem normalen Dauergesäusel.

Als in der kleinen Disko in Gengma plötzlich „Get the party started“ von Pink spielten, haben wir uns gefreut wie ein Chinese, wenn Huehnerkoepfe essen kann.

In den letzten Monaten hat es vielen Chinesen ein Lied angetan: „Take me to your heart“ von Michael loves to rock. Es ist furchtbar und schrecklich – und es begegnet uns wirklich überall: Bei Anrufen statt dem Piepen, in Karaokebars, Handyklingeltöne. Und alle fahren darauf ab.

Ganz vorne mit dabei sind auch die Backstreet Boys und Britney Spears. Wie schön, dass man aus dem Spears-Muell tatsächlich gute Musik machen kann. Beweis: „Toxic“ von der Franzoesin Yael Naim.

Eine Antwort zu “Chinesische Musik- Pest oder Cholera?”

  1. […] Schnulzen-Pop oder billige Technobeats? Meist läuft es bei der Musikauswahl in China darauf hinaus. Abseits des Mainstreams fiel mir im Dorf Gengma in der Provinz Yunnan nur die Rockszene auf. Mein Bekannter Kurt spielte in einer Band Schlagzeug. Zweimal sah ich sie in meiner Zeit in Gengma live spielen. Einem beim Neujahrsfest der Wa-Minderheit. Denn Kurt und seine Bandkollegen gehören aller dieser Minderheit an. Das andere Mal war zur Zeit des chinesischen Neujahrsfestes ein paar Wochen zuvor. “Meine Band und andere Bands aus der Gegend spielen im Kino”, lud mich Kurt ein. […]

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