Globalisierung der Freizeit

Ich sitze in einem grossen Raum. Die Vorhaenge sind geschlossen, verhindern einen Blick nach draussen. Grosse Werbeplakate von Counterstrike, Doom oder World of Warcraft sollen zum Zocken verfuehren. Vor fast 100 PCs sitzen Jugendliche mit Kopfhpehrern und druecken hektisch auf ihreTastatur. Sie zocken Counterstrike, Warcraft oder chatten mit dem Programm QQ mit ihren Freunden am anderen Ende des Raumes.

Ich bin mittendrin. Habe Kopfhoehrer auf und lese deutsche Blogs – in Gengma. Einer kleiner Stadt in der chinesischen Provinz Yunnan. Eine arme Gegend, hunderte von Kilometern von der naechsten Grossstadt entfernt, der Provinzhauptstadt Kunming. Das Leben hier hat nicht viel zu bieten fuer Jugendliche: Eine Disko, Karaokebars und Basketballplaetze. Und drei Internetcafes mit jeweils mindestens 30 Computern. Und hier verbringen sehr viele ihre Freizeit, denn die Preise sind niedrig. Eine Stunde 20 Yuan, umgerechnet 20 Cent.

Abends zwischen acht und zehn Uhr ist es sehr schwierig einen Platz zu finden. Gespielt und gechattet wird hier bis tief in die Nacht: Selbst um vier Uhr frueh sind noch ein Viertel der Plaetze besetzt.

Hier unterscheidet sie nichts von Jugendlichen in Europa oder Amerika. Nennen wir es die Globalisierung der Freizeit.

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