Verrostet

Es war an einem Sonntagnachmittag vor etwa 12 Jahren. Ich bummelte mit meinem Papa beim örtlichen Kirta und er hatte mir versprochen, dass ich mir bei einem dieser tollen Stände voller Süßigkeiten und Spielzeug ein Geschenk aussuchen dürfte. Doch anstatt einem Ball oder einem Schokospieß wollte ich ein schweizer Taschenmesser. Mit 20 Mark überstieg der Preis deutlich die Vorstellung meines Vaters und es brauchte einge Überredungskunst und den einen oder anderen Augenaufschlag, denen Väter grundsätzlich nicht widerstehen können, um es zu bekommen.

Und dann war es meins: Rot natürlich mit dem obligatorischen weißen Kreuz, mit Messer, Schere und Schraubenzieher. Ideal für Erkundungstouren im Wald oder sich-erwachsen-fühlen. Ich war zu schwach die Klinge herauszuziehen, mir brachen Fingernägel und ich zwickte die Haut in die Zischenräume ein. Doch mit der Zeit bekam ich das Gefühl dafür wie ich meinen Fingernagel einsetzen musste (ich ließ ihn mir sogar kurzzeitig dafür wachsen).

Irgendwann erlosch mein Interesse daran. Als ich umzog, vom gemeinsamen Kinderzimmer mit meinem Bruder in meine eigenen vier Wände, habe ich das Taschenmesser wieder gefunden: Verrostet in der hintersten Ecke des Schreibtisches.

Ein Gedanke zu „Verrostet“

  1. Ich erinnere mich auch noch sehr gut an mein erstes Schweizer Taschenmesser. Ich war so wahnsinnig stolz darauf und habe es übrigens auch von meinem Vater bekommen. Noch heute bin ich in seinem Besitz, wenn sich auch das Äußere ziemlich verändert hat, da es sehr abgenutzt aussieht-aber meine Erinnerungen hängen halt daran 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.