Dorftrottel vom Dienst

Oberkümmering! Ich surfe auf SpOn, lese dies und das und plötzlich: Eine Reportage aus Oberkümmering! Oberkümmering liegt bei der Stadt Hauzenberg, zu der ich von meinem Elternhaus nur einmal auf den Oberfrauenwald rauffahren muss, fast oben angelangt rechts abbiegen und die Kurven runterdüsen. Nach Passau eine halbe Stunde Fahrt, nach München zwei. Nach Tschechien 45 Minuten.

Da komme ich her. Irgendwo aus dem Nirgendwo, wo es aber zugegeben sehr hübsch ist. Wälder, Hügel, alles grün.

DSC_0205

Tausende von Kilometern entfernt lese ich vom Alltag niederbayerischer Jugendlicher aus genau dieser Ecke. Alles ist so vertraut: Die Fussballspieler, die Jugendlichen die bei Busbahnhöfen oder Tankstellen abhängen (und sich dort auch gerne mal volllaufen lassen) und vor allem die Sprache beim angefügten Videocast (Zugegeben, die Qualität ist nicht besonders gut. Selbst ich hatte Probleme es zu verstehen). Ich spreche niederbayerischen Dialekt, und das ziemlich derb. So wie es halt jeder hier, im Woid, macht. Nicht umsonst bin ich bei studiVZ in der Gruppe „Ich spreche Bayrisch mit deutschem Akzent“.

Das Leben dreht sich um Feiern und Freunde. Zusammengehörigkeit und Langeweile. Genauso wie auch in Berlin, Hamburg oder Köln.

Langsam, eineinhalb Monate vor der Heimkehr ist das Heimweh stärker als jemals zuvor. Ich freue mich auf Grill- und Volksfeste, selbst Blasmusik und „Oans, zwoa, gsuffa“ vermisse ich. All das also, wovon ich mich immer abgrenzen wollte. Was ich immer primitiv fand und langweilig. Denn richtig Teil dieser Dorfjugend wie im Artikel war ich ja nie – oder doch?

Erst in der Ferne habe ich bemerkt, wie sehr das doch alles auch Teil meiner Identität ist – und nicht nur der anderen, den Dorftrotteln. Ich bin ja selber einer. Und das ist auch gut so.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.