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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Musikalische Früherziehung

Auf Leidartikel.de werden zum zweiten Mal die Leidawards vergeben. 2007 wählten die Leser den besten deutschen Film. Dieses Jahr sollen die besten Musikvideos der 90er Jahre gewählt werden. Dazu braucht es erst einmal natürlich geeignete Kandidaten, die mit Hilfe eines Blogkarnevals gesucht werden.

Ich finde die Idee des Leidawards grundsätzlich super und die Resonanz auf den Leidaward in der Kategorie Film, Neuzeit zeigt, dass ich damit nicht alleine bin. Gerne würde ich mich mit meinen Vorschlägen beteiligt. Doch ich kann nicht.

Ich bin 20 Jahre alt, meine musikalischen Erinnerungen an die 90er Jahre sind eher bescheiden – wohl in Quantität als auch in Qualität. Etwa in der dritten Klasse hatte ich erstmals Kontakt zu Musik mit einer Zielgruppe jenseits der fünf Jahre, nämlich die Kelly Family. Zur Erhaltung meiner Ehre kann ich schwören, dass ich den langhaarigen Bootsbewohnern nicht abgewinnen konnte. Klassenkameradinnen jedoch himmelten Paddy und Angelo an und wollten mich mit dieser seltsamen Krankheit anstecken. Doch ich hielt dem Druck stand, denn ich hatte Angst vor Läusen, denn ich hatte Haare bis zu den Hüften und auf so einem Boot konnten die sich bestimmt nicht so gut waschen – so sahen sie jedenfalls aus. Auch den Backstreet Boys widerstand ich, aber nicht aus medizinischen Gründen. Auch die Spice Girls und TicTacToe gingen an mir ohne größeren Schaden vorrüber.

Bis ich zehn Jahre alt war, habe ich mich gut gehalten. Keine größeren Popsünden im Reportoire, keine CDs von einschlägigen Boygroups und ich konnte keinen Text der Kelly Family auswendig. Aber das blieb nicht so. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und so.

Kennt irgendjemand eigentlich noch Gil Ofarim? Ich war Fan des langhaarigen Barden. Läuse waren mir inzwischen egal, meine Haare waren auf Kinnlänge getrimmt. Außerdem verfiel ich der Bravo Hits. Vor allem jenes ehemalig blonde Geschöpf, die vor wenigen Monaten mit einer schicken Glatze, die anscheinend einigen Hirnsynapsen irreparable Schäden zugefügt hatte, auf sich aufmerksam machte, lief auf Repeat. Immer und immer wieder – Hit Me Baby One More Time.

Zwei Wochen vor Ablauf des alten Jahrtausends kaufte ich mir das Album „Nachtschwimmer“ von Echt. Es war der Tag des Lesewettbewerbs des Gymnasiums. Ich schied in der zweiten Runde aus. Mein Lehrer meinte, die Szene von einem Massaker an Indianern sei nicht wirklich eine gute Wahl gewesen. Dafür ging es musikalisch aufwärts.

Comments

Frank sagt:

Gil Ofarim habe ich vor zwei Jahren mal am Ostbahnhof gesehen. Der ist ja ger nicht so schlecht. Markus Kavka sagte mal in irgendeiner Sendung „Hat Eier“ dazu. Weiß aber nicht, ob er’s auch meinte.

katha sagt:

Ist schön, dass er sich entwickelt hat. aber vor 10 jahren war das echt der reinste schnulzensänger auf den kleine mädchen wie ich abgefahren sind 🙂

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