Bayerns braune Suppe

Noch 18 Tage bis zur Landtagswahl in Bayern. Der Wahlkampf läuft auch Hochtouren. Meine Wahl ist im Grunde gefallen, dennoch will ich mich über die Kandidaten für meine Region informieren. In Zeiten von Politik 2.0 verschlägt es mich auf die Seite kandidatenwatch.de. Bereits vor einiger Zeit hatte ich mich mit dem Pendant dazu beschäftigt. Dem Frageportal für Parlamentarier abgeordnetenwatch.de. Mein Fazit damals war eher ernüchternd. Von großem Willen Antworten zu geben war seitens der Politiker nicht viel zu spüren.

Jetzt, knapp ein Jahr später, habe ich das Gefühl, dass sich das geändert hat. Natürlich ist der Andrang auf Spitzenpolitiker größer, doch Politiker, die sich der digitalen Fragerunde ganz verschließen gibt es kaum noch. Selbst Innenminister Schäuble hat sich nach langem Zaudern dazu herabgelassen, den Bürgern via Internet zu antworten.

Ich schaue mich also bei den Kandidaten aus Niederbayern. Die meisten Fragen bekam  erwartungsgemäß unser Huber Erwin.  Doch dann gab es Überraschungen. Insgesamt sechsmal wollten die Nutzer mehr als 15 mal Antworten zu ihren Fragen. Von diesen sechs Personen gehörten drei rechtsradikalen Parteien an. Zweimal NPD, einmal die Republikaner.

Das überrascht mich, gehe ich doch davon aus, dass die Wähler vor allem jene Politiker befragen, die eine reale Chance haben in den Landtag gewählt zu werden (Ich unterstelle zwar vielen Niederbayern eine rechte Einstellung nahe dem politischen Rand. Einer Wahl der Parteien, die dafür stehen, ist aber selten, weil sie diejenigen sich auch in der CSU pudelwohl fühlen können).

Doch ich war sehr erfreut, als ich v.a. beim NPD-Kandidaten Peter Haese viele kritische Fragen las. Speziell nach dem skandalösen Begräbnis eines NPD-Anhängers in Passau ist der Kandidat unter Druck. Das ist gut so. Ich muss aber sagen, dass ich nur die Fragen gelesen habe. Das braune Gewäsch in den Antworten wollte ich mir ersparen.

Informativ und interessant zum Thema NPD in Bayern ist der Artikel "Weiß-brauner Himmel über Bayern" beim NPD-Blog, wo der folgende Satz im Grunde alles auf den Punkt bringt:

Konsequent durchdacht ist das Programm nicht, auch nicht finanzier- oder umsetzbar. Aber das zählt bei der potentiellen Wählerschaft auch nicht.

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