CSU vom Thron schmeissen

Die Landtagswahl in Bayern ist das Thema Nummer eins in den bayerischen Medien. Aber auch überregionale Zeitungen und Magazine beschäftigen sich mit der Wahl im größten Bundesland Deutschlands. Im Grunde ist der Tenor immer derselbe: Die CSU wird Stimmen verlieren, unter die 50 Prozentmarke rutschen, die FDP wahrscheinlich in den Landtag einziehen, die Partei DIE LINKE und die Freien Wähler sind die Unbekannten in der Gleichung. Revolution in Bayern?

Natürlich, das Ende der absoluten Mehrheit der CSU in Bayern ist nah. Endlich Koalition, von einer Regierung ohne die CSU muss wohl noch ein paar Jahrzehnte geträumt werden.

Die CSU-Regierung machte in den vergangenen Jahren einiges falsch und zog sich großen Unmut vor allem der Landbevölkerung zu, die ja traditionell blind ihr Kreuz für die Christlich-Soziale Union macht. Der Ausbau des Münchner Flughafens, die Autobahn A94 und bei mir lokal der Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen: Trotz aller Versprechungen ist den CSU-Politikern im Zweifelsfall die Umwelt noch immer egal. Wichtig ist nur das wirtschaftliche Wachstum und der Ausbau der Infrastruktur. Straßenbau scheint das gemeinsame Hobby aller CSU-Politiker zu sein.

Zurecht ziehen solch unsinnige, umweltschädliche und teure Maßnahmen den Ärger der Bevölkerung auf sich. Lokale Gruppen formieren sich gegen die geplanten Bauarbeiten, Demonstrationen auf die Beine gestellt und beim Stammtisch wird auf die CSU geschimpft. Ob das allerdings reicht die CSU in naher Zukunft vom Thron in München zu schmeißen, bezweifle ich sehr. Viel zu normal ist es in Bayern noch immer automatisch die CSU zu wählen.

Doch geben wir am Sonntag unser Bestes!

9 Gedanken zu „CSU vom Thron schmeissen“

  1. Als wäre das hier in Baden-Würstchenberg viel anders, auch wenn bei uns das S ein D ist. Vielleicht ist es ja wirklich Demokratie. Vielleicht sollte man nicht die Regierung sondern das Land wechseln?

  2. Ich hoffe ja immer noch auf das Gemüt der Bayern/Süddeutschen, die es sich eben gerne zwischen ihren Hügeln und Bergen gemütlich machen und nicht gerne dahinter auf das flache Land schauen.

    Vielleicht haben ja anderswo die Leute mal wirklich die Schnauze voll und handeln/wählen anders.

  3. Das mit dem Wechsel kann oft schneller gehen als man meint. V.a. dann wenn es ans Eingemachte geht, also z.B. die Versorgungslage sich rapide verschlechtert *hiernichtdenbärenandiewandmalenwill*

  4. Liebe Katharina, ich bin ein wenig überrascht, dass Du in fast allen Kommentaren von unveränderlichen Wahlverhalten in Bayern ausgeht. Es gibt auch selbsterfüllende Prophezeihungen 😉 Immerhin ist die CSU auch bei den Bundestagswahlen 1998 und 2005 unter der 50 % – Marke geblieben. Wenn das auch bei der LT-Wahl passiert, kommt da richtig Dynamik rein. Das Problem fast aller (auch der politischen) Prognosen ist, dass sie meist lineare Fortschreibungen des momentanen Standes in die Zukunft sind. Das Gute ist, dass die meisten Progrnosen nicht eintreffen 😉 Liebe Grüße und Gratulation zu Deiner tollen Seite. Florian

  5. Offtopic:
    Schau, schau, der Herr Pronold liest Weblogs… Ist das jetzt Politik und Web 2.0?
    Jetzt wenn er noch seine Seite nicht mit diesem hässlichen SPD-Baukastensystem bauen und sich ein Beispiel an seinen Hamburger Genossen Michael Neumann nehmen oder an einem lehrreichen Seminar seiner hauseigenen Weiterbildungsstiftung teilnehmen würde könnt es ja noch was werden mit den bayerischen Genossen und den neuen Medien.
    Aber bitte nicht den Blog vom Roten Franz zum Vorbild nehmen. Das ist nämlich keiner denn da kann man ja nicht mal kommentieren.
    Ontopic:
    jetzt haut’s mich glatt von den Socken. Ist die Prognose vom Herrn Pronold mit seiner Nichtlinearität dann dahin gehend, dass, wenn die CSU unter 50% ist, sie dann bei der nächsten Wahl ganz verschwinden wird?
    Das mit nichtlinear und Wachstum seh ich ähnlich, allerding bedarf es dazu einer Sättigung und ich weiß nicht, ob die Stammtische die CSU so schnell satt haben werden…

  6. Ich glaube, dass die CSU noch lang nicht am Ende ist. Mag sein, dass sie diesmal „a Watschn kriegn“, aber beim nächstenmal sind dann alle wieder Feunde. Denn den Sozis kann man nicht trauen, und die anderen kennt doch niemand …

  7. @ florian pronold: ich wünsche mir natürlich auf eine möglichst schwache csu. wer weiß, vielleicht werde ich nach der wahl ja zur optimistin in sachen csu?

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