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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Spielzeugland: In der Kürze liegt die Würze

Gerade hab ich im Ersten den Film „Spielzeugland“ gesehen, der bei den diesjährigen Oscarverleihungen in der Kategorie bester Kurzfilm gewann. Der Regisseur Jochen Freydank versetzt uns Zuschauer in das Deutschland des Dritten Reiches. Heinrich und David sind Blutsbrüder und die besten Freunde. Doch die Idylle wird getrübt, denn Davids jüdischer Familie droht die Deportation in ein Konzentrationslager. Um ihren Sohn nicht mit der Wahrheit zu konfrontieren zu müssen, lügt Heinrichs Mutter ihren Sohn an. Sie erzählt ihm, dass die Nachbarsfamilie ins Spiezeugland fahre. Da will Heinrich unbedingt mit und schleicht sich frühmorgens aus dem Haus. Als seine Mutter schließlich bemerkt, dass Heinrich verschwunden ist, sucht sie ihn verzweifelt. Schließlich steht sie dank der Hilfe zweier SS-Männer vor der Zug, der ins KZ fährt. Doch ihren Sohn kann sie nicht finden. Stattdessen trifft sie auf den besten Freund ihres Sohnes und steht vor der Entscheidung: Rettet sie ein fremdes Kind aus dem sicheren Tod oder sucht sie weiter nach ihrem Sohn?

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut es Freydank gelang, die komplexe Geschichte in 14 Minuten unterzubringen. Andere brauchen für ähnliche Szenerien mindestens 6-mal soviel Zeit. Ich weiß nicht ob die Ausstrahlung schon länger geplant war oder der Kurzfilm spontan in ins Programm geholt wurde. Doch so kurz nach den Oscarverleihungen sicherlich der beste Zeitpunkt. Dass „Spielzeugland“ kurz vor Mitternacht läuft, sehe ich nicht so kritisch wie bei Medienlese. Wer glaubt denn wirklich, der Tatort würde verschoben werden, damit der Kurzfilm zur Primetime läufen kann?

Habe meine Meinung geändert, weil ich diesen Satz überlesen habe: „So ein Film kann natürlich nicht an einem Wochentag nach der Tagesschau laufen.“ Ich war auf das Wochenende fixiert. Doch Ole von Medienlese hat Recht. Eine realistischere Möglichkeit wäre er als eine Art Brennpunkt. Thema: Deutsche Geschichte. Da gäbe es sicherlich mehr zu lernen, als bei Familie Dr. Sommerfeldt (Die Serie spielt übrigens in Regensburg habe ich unlängst feststellen dürfen).

Ich bin sicher, dass die Story in Spielfilmlänge sicherlich einen attraktiveren Sendeplatz bekommen hätte. Doch wäre er „Spielzeugland“ damit ein besserer Film geworden? Ich glaube nicht.

Für alle die den Film verpasst haben, gibt es noch eine Chance: Am Dienstagabend um 22.10 Uhr im MDR. Ich nehme an, dass auch alle weitere regionalen Rundfunkanstalten den Film in Kürze senden werden.

Trailer zum Film:

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Comments

Wiebke sagt:

Hey, jetzt habe ich mich den ganzen Beitrag über geärgert, weil ich mal wieder dank des nicht vorhanden seins einer Programmzeitschrift, einen guten Film verpasst habe. Aber der letzte Satz hat den Tag dann doch gerettet, danke dafür 😉

lieben Gruss
Wiebke

Katharina sagt:

Ja, der Film ist wirklich empfehlenswert 🙂

Wiebke sagt:

Der Onlinerecorder ist schon programmiert 🙂

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