Downtown damaskus

Es gibt Orte auf der Welt, an die ich unbedingt einmal reisen möchte. Besonders viele davon liegen im Orient; Marrakesch gehört dazu, genauso wie Damaskus. (Ich vermute, das liegt daran, dass ich einen Sommer lang sehr viel Zeit mit Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar und ihren Abenteuern verbrachte). „In meinem Kopf ist ein Bild ist das Bild einer wunderschönen und lebendigen Stadt mit ihren Gerüchen und Farben entstanden“, habe ich über Damaskus geschrieben, nachdem ich „Die dunkle Seite der Liebe“ von Rafik Schami gelesen habe. Dass dieser Eindruck nicht nur für das vergangene Damaskus gilt, sondern die Stadt auch heute noch immer faszinierend ist, zeigte mir die Reportage „Die gleichzeitige Stadt“ im Souk-Magazin.

damaskus

In einem virtuellen Stadtrundgang kann man die Damaszener Altstadt erkunden. Kleine Reportagen in kurzen Texten, Videos oder Fotostrecken geben Einblick in die alten Märkte (Souks), genauso wie die Jugendkultur und Clubszene im christlichen Viertel. Und natürlich dürfen auch Rafik Schamis Beschreibungen seiner Heimatstadt nicht fehlen, der sich (mal wieder) in Lobeshymnen über seine Heimatstadt äußern kann. Rafik Schami ist im Übrigen ein Künstlername und bedeutet „der aus Damaskus kommt“. Er versteht sich mehr als Geschichtenerzähler, denn als Schriftsteller und steht somit in der Tradition seiner Heimatstadt wie ein Video über den letzten lebenden Geschichtenerzähler in Damaskus zeigt, dessen Zuhörer aber nach einer Erwähnung in der Reisebibel Lonley Planet eher Touristen als Einheimische sind.

Das Souk-Magazin habe vor einigen Monaten entdeckt. „Gesellschaftsmagazin für den Orient“ nennt es sich selbst und berichtet über den Krieg in Israel und Palästina genauso wie über das Hamam, das traditionelle türkische Bad. Junge Journalisten aus Deutschland, die hauptsächlich im arabischen Raum leben und arbeiten haben es auf die Beine gestellt und überzeugen mich immer wieder durch Artikel und Reportagen über den Alltag in diesen Ländern. Wer sich für die Welt zwischen Rabat und Kabul interessiert, dem sei dieses kleine, aber feine Magazin ans Herz gelegt.

Foto von Khalid Almasoud

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