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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

„Politik ohne Werte?“

Die Wertedebatte kommt jedes Jahr wieder, spätestens zu Weihnachten, dem Fest der Liebe und Familie. Doch warum ist der Begriff „Werte“ automatisch einen konservativen Beigeschmack? „Wer von „Werten“ spricht, hält meist die traditionelle Familie hoch und ein hergebrachtes Frauenbild“, so Robert Misik in seinem Plädoyer im Deutschlandfunk für linke Werte – Werteprogressivismus anstatt Wertekonservativismus.

Politik ohne Werte?„, politisches Feuilleton im Deutschlandfunk von Robert Misik:

Politik ohne Werte? (Anhören nach dem Klick)

Comments

An welche Werte denken wir? Die die westliche Politiker meinen anderen Nationen empfehlen bzw. überstülpen zu müssen, an die sie sich selber aber nicht halten? Auf welche Werte können wir uns in der Mehrheit denn wirklich verständigen?

Katharina sagt:

Ich denke auf die Werte Gerechtigkeit und Gleichberechtigung kann man sich verständigen. An welche Werte denkst du?

Auf was ich in dem Beitrag hinauswollte, ist beispielsweise der von Misik angesprochene Wert „Familie“, der von Konservativen vereinnahmt wird und automatisch das Bild der traditionellen, klassischen Familie mit Mann als Alleinverdiener und einer Frau, die die Kinder erzieht, hervorruft. Diese Assoziation finde ich falsch.

Bei den beiden genannten Werten: Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zeigt sich doch jeden Tag wie wenig ernst sie gemeint sind. Begriffe die in unserer Verfassung vorkommen, von Politikern „benutzt“ werden für durchsichtigen Populismus und je nach Standpunkt höchst unterschiedliches zum Inhalt haben. Du nennst den Begriff Familie im klassischen Sinne und unterstellst Frau am Herd und bei den Kindern und Mann im Beruf. Das ist für mich eine verkürzte Darstellung.

Entscheidend ist doch was verbindet der Einzelne inhaltlich mit solchen Wertvorstellungen. Politiker aus unserer Weltgegend behandeln das was sie unter „unseren Werten“ verstehen als Exportgut, anderen zu empfehlen oder notfalls per Druck dazu zu nötigen. Werte an die wir nur glauben wenn sie uns nützen, die wir aber nicht gegen uns gelten lassen wollen.

Meine Favoriten:
Menschenwürde – nicht nur auf dem Papier im GG
Achtung (Toleranz) – gegenüber anderen Kulturen, Denkweisen
Gerechtigkeit – wäre gut, wenn es einen inhaltlich Konsens gäbe
Gleichberechtigung – für mich ein Teil der Gerechtigkeit
Freiheit des Einzelnen – in seinen eigenen vier Wänden, nicht observiert, abgehört, ausgespäht zu werden, eben privat zu sein.

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