Fast Food ist das Nicht – „Agreeable“ von Jonathan Franzen

Ich lese ja kaum mehr Rezensionen. Es nervt mich ungemein, wenn darin schon alles verraten wird. Selbst Analysen und Hintergründe zu Filmen, Büchern oder Musik erzählen oft schon viel zu viel von der Handlung oder Atmosphäre. Das Dumme an der Sache ist, dass ich sie genau so etwas gerne schreibe. Und auch lese – aber halt erst nachdem ich die Geschichte gelesen habe oder im (auf) Kino (.to) war.

Konkret geht es um die Geschichte „Agreable“ von Jonathan Franzen. Zu lesen ist sie im amerikanischen Original beim Magazin „New Yorker.“ Nur soviel: Franzen gibt einen Einblick in das Leben von Peggy, einer Highschool-Schülerin aus New York (ich schätze in den 1970er Jahren).

Interessant ist, dass ich mir den Text ausdruckte, weil er für einen im Netz ja doch überdurchschnittlich lang ist. „Agreeable“ hat ausgedruckt neun Seiten. Und solch lange Texte lese ich weiterhin am liebsten analog. Doch für den Romanschriftsteller Franzen ist es eine ausgesprochen kurze Form. Zum Vergleich: Sein Buch „Die Korrekturen“ hatte fast 800 Seiten. Trotzdem schafft er es auf den wenigen Seiten eine komplexe Handlung aufzubauen. Eindringlich wird Patty und ihre Umwelt – ihre Eltern, das Sportteam – beschrieben.

Ich habe die Geschichte im Zug von Passau nach Regensburg gelesen.Wer meint zwischen Vorlesungen, Büro und Weggehen keine Zeit zu finden, oder schlicht die Muse nicht zu haben, einen ganzen Roman zu lesen, findet hier ein feines Stückchen Literatur.

„Agreeable“ von Jonathan Franzen

3 Gedanken zu „Fast Food ist das Nicht – „Agreeable“ von Jonathan Franzen“

  1. „Und auch lese – aber halt erst nachdem ich die Geschichte gelesen habe […]“

    Geht mir auch so. Gerade deswegen finde ich es immer ein bisschen schade, wenn sich eine Rezension hauptsächlich auf sachliche Details beschränkt, anstatt den Text zu analysieren – und noch bedauerlicher, wenn diese faktischen Informationen nicht einmal ganz stimmen.

    „Franzen gibt einen Einblick in das Leben von Peggy“

    Patty.

    „Doch für den Romanschriftsteller Franzen ist es eine ausgesprochen kurze Form.“

    Das liegt daran, dass es sich um einen Ausschnitt aus dem Roman „Freedom“ handelt, der im Spätsommer erscheinen soll. Ein weiterer Ausschnitt des Romans wurde vor ca. einem Jahr ebenfalls im New Yorker veröffentlicht, und zwar unter dem Titel „Good Neighbors“. (http://www.newyorker.com/fiction/features/2009/06/08/090608fi_fiction_franzen)

  2. Wie komme ich auf Peggy? Egal, ich habs geändert.

    Dass das ein Auszug aus einem Roman ist, wusste ich nicht… Danke für den Link zu „Good Neighbors“, werde ich gleich lesen.

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