Lesenswert: Produktivität und Tod

Liebe Grüße aus meinem griechischen Büro – Die Euro-Krise schwor in Deutschland das Bild der faulen Griechen herauf. Schweizer Journalisten machten sich auf nach Griechenland, Italien und Spanien, um herauszufinden, was dran an ist, am dem Vorurteil der faulen Südländer. 

Sicher ist nur eines: Die kulturellen Bedingungen, die ein Land bestimmen — seine Traditionen, die Konfessionsgeschichte, die politische Geschichte, ja selbst die geografischen Bedingungen —, all dies prägt die Mentalitäten, und all dies hat einen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg. (…) Die dramatischen Unterschiede bei den Fortschritten verschiedener Entwicklungsländer scheinen die These zu bestätigen. Warum hat Asien während der letzten zehn Jahrzehnte einen so beeindruckenden Schritt nach vorne machen können, während der afrikanische Kontinent in weiten Teilen stagniert? Warum konnte Südkorea in vier Jahrzehnten zu einem prosperierenden Land werden, während Ghana bis heute ein Entwicklungsland geblieben ist?

Doch so einfach darf man es sich nicht machen. Sie berichten von einem gewaltigen griechischen Staatsapparat, den jede neue Regierung weiter ausweitete, dem jedoch irgendwann die Arbeit ausging und so anfingen, alles zu regulieren, von spanischem Tourismus und den Unterschieden zwischen Norditalien und dem Süden des Landes. 

Warum starb Susan Waade?Nochmal Griechenland: Eine junge Frau wird tot in ihrer Wohnung in Athen aufgefunden. Die Polizei geht anfangs von Selbstmord aus, irgendwann versanden die Ermittlungen. Die in Deutschland lebende Mutter wandte sich an den Journalisten Michalis Pantelouris, der Sache nachgehen will und zwar in Form einer Live-Reportage. Am 21. Juli wird er von Deutschland nach Griechenland reisen und recherchieren wie es zu dem Tod Waades kam und alle seine Erkenntnisse, Dokumente, Aufzeichnungen quasi in Echtzeit online stellen – ohne Wertung.

Warum erzählt man diese traurige Geschichte nicht ausufernd und kompliziert, warum gibt man nicht allen Lesern, die es interessiert, die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen, ohne sich vorher zu entscheiden? Ohne es vorher in Rahmen zu pressen wie “Skandal” oder “menschliche Tragödie”? Warum berichtet man nicht das, was man herausfindet, während man es herausfindet, egal, wie wichtig oder nebensächlich das jetzt für irgendeine These ist? Das Internet gibt uns die Möglichkeit, warum probieren wir es nicht aus?

Einer spannendes Konzept, das bei der Neon verfolgt werden kann.

Bei Regen kommt der Tod – Seit 30 Jahren sterben in der chinesischen Provinz Yunnan im Sommer immer wieder Menschen. Junge, alte, Kinder; manche schnell, andere langsamer. Keiner konnte sich erklären warum und schnell gab es einen Mythos um das “Yunnan Sudden Death Syndrome”. Doch in den vergangenen Jahren kamen Mediziner auf die Spur des rätselhaften Todes: Bei vielen Opfern fanden sich Spuren eines Pilzes, “dem kleinen Weißen”. Es überrascht mich, dass niemand wusste, dass der Pilz giftig ist und es überhaupt noch kaum erforschte Pflanzen gibt. 

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