Whole!?

Holismus ist die Ganzheitslehre. „Die Welt mehr als die Summe seiner Teile“, sagte Aristoteles.

Die dazugehörige These besagt, dass es ganz egal ist, wieviele Daten man sammelt: Es wird immer mehrere Theorien geben, die sie gleich gut erklären können. Die Fachleute sagen dazu, dass die Daten unterdeteminiert sind. Gesellschaftliche Entwicklungen könnten so zum Beispiel nicht auf individuelles Handeln zurückgeführt werden.

Holismus bei Wikipedia

Ein paar Links zu dem Attentaten in Norwegen:

Wahn und Sinn: Anders Breivig ist in den Augen des Journalisten Nils Minkmar nicht geisteskrank, denn er wusste genau, was er tat und tun wollte: Sozialdemokraten töten.

Wahnsinn ist, wie der Verrat, eine Frage des Datums. Ein Einzelkämpfer, der eine Bombe bastelt, zündet und noch am selben Tag einen Massenmord an Sozialdemokraten begeht, hätte mit Geldprämien, höchsten Ehren und einem Sektempfang in Berlin rechnen können – gerade mal ein Menschenleben ist das her. Waren die Angehörigen der Einsatzgruppen und der SS alle geisteskrank, die Operation Barbarossa ein kollektiver Amoklauf? Die Kategorien der forensischen Psychiatrie helfen nicht weiter: Dies ist eine Tat, die wir im Lichte der Geschichte des 20. Jahrhunderts betrachten müssen, denn wir kennen Breivik schon lange. Wir hatten ihn bloß vergessen.

Anders Breivik wusste genau, was er tat. Wir sind es, die nichts wussten, die vergessen haben: was politischer Terror von rechts ist, wie so was aussieht, wie die vorgehen. (…) Anders Breivik hat mit seinem politischen Attentat unser Gedächtnis aufgefrischt. Er ist der erste Open-source-Naziterrorist 2.0, und er wird keineswegs der letzte sein.

Das bedeutet nicht, den nächsten Anschlag passiv abzuwarten, es ruft dazu auf, die Debatten nicht kosmisch werden zu lassen. Die Fragen von Immigration und vom Kampf der Kulturen konkret zu halten, faktenbasiert und im Dialog mit den anderen. Rasse, Religion und Kultur nicht als Synonyme zu verwenden, sondern zu differenzieren, über einzelne Schritte und sachliche Fragen zu reden und keine Panik zu machen.

Gutmenschen: Respekt, Freiheit, Gleichberechtigung – dieses verdammte Gutmenschentum immer. Das wär ja noch das Höchste Schönste. Aber utopisch. Michalis Pantelouris schreibt:

Dass das Gegenteil des Vorwurfs richtig ist, dass nämlich eine Gesellschaft, die auf der permanenten Abwehr des Schlechten basiert nicht funktioniert, hat in letzter Zeit wohl niemand besser in Worte gefasst als Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg.

Der einzelnste Einzeltäter aller Zeiten: “Die Argumente des Mörders sind schon richtig. Aber das dem Moden hätte halt nicht sein sollen”. Robert Misik zerlegt die Argumentation von rechtsextremen Sympathisanten, speziell auch in Österreich, aber auch ganz allgemein. Leider kann ich das Video nicht einbinden. (Die Musik zu Beginn ist nervig.)

Den Bechdel-Test besteht dieser Eintrag nicht.

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