„Das läuft viel schneller“: Interview mit dem Macher der Facebook-Seite „Infoseite – Hochwasser 2013 Bayern“

Eine oft genutzte Informationsquelle zum Hochwasser istin Bayern die Facebook-Seite „Infoseite – Hochwasser 2013 Bayern“. Seit dem 2. Juni haben über 132 000 Menschen auf „Gefällt mir“ geklickt und werden so mit Fotos, Links und Nachrichten aus den Hochwassergebieten versorgt. Macher der Seite ist Daniel Wildfeuer, der in Prä-Facebook-Zeiten das in Niederbayern sehr erfolgreiche soziale Netzwerk „bsm-party“ mitbegründet hat und während der WM 2010 eine Fanpage mit Inhalten bespielt hat. 

Hochwasser in Bayern Facebook

Warum hast du beschlossen, die Seite zu gründen?

Die etabilierten Medien wie die Passauer Neue Presse (PNP) haben nur sehr verspätet mit der Berichterstattung begonnen. Zum Beispiel konnte man bei PNP Online erst am späten Sonntagnachmittag die ersten aktuellen Infos lesen. Daher wollten wir unter Zuhilfenahme der sozialen Medien schneller und einfacher berichten.

Habt ihr alle Bilder veröffentlicht, die ihr zugeschickt bekommt? Nach welchen Kriterien wählt ihr aus?

Nein, wir könnten rein mengenmäßig gar nicht alles veröffentlichen. Wir haben aktuell schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Zuschriften erhalten. Wir wollen seriös berichten, d.h. möglichst beruhigend auf die Leute einwirken. Viele Bilder wurden auch aussortiert, weil sie beispielsweise die Betroffenen negativ darstellen.

Über welche Kanäle habt ihr die Infos gesammelt?

Blogs, etablierte Medien – aber vorrangig Meldungen von Usern. Man hat einfach gemerkt, dass das viel schneller läuft als bei Medien wie PNP & Co. Die konnten vor allem an Anfang hier nicht mithalten.

Seht ihr einen Vorteil gegenüber den Webseiten der Zeitungen?

Einen Vorteil hatten wir definitiv am Anfang durch den zeitlichen Vorsprung. Wir hatten zum Beispiel manche Informationen schon zwei Stunden vor anderen Medien. Ein Vorteil ist auch die Erreichbarkeit, manche Seiten waren schlichtweg überlastet und daher nicht erreichbar.

Wie viele Leute stellen Inhalte hoch?

Wir sind aktuell zu zweit, in der Hochphase waren wir zu dritt. Eine Person arbeitet faktisch Vollzeit ehrenamtlich an der Seite. Ich selbst arbeite noch mit soweit das mein Hauptjob zulässt.

Auf der Seite wird sehr viel kommentiert. Um was drehen sie die Diskussionen?

Um alles mögliche. Von Hilfeangeboten und Hilfegesuche bis zur Informationsbeschaffung.

Was sind die wichtigsten Ratschläge, wenn jemand so eine Anlaufstelle für Infos bei Facebook machen möchte?

Man sollte sich bewusst sein, welchen Einfluss man hat. Wenn man so ein Angebot erstellt, muss es auch betreut werden. Reine Effekthascherei ist hier fehl am Platz.

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