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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Das Massaker in Orlando und die LGBT-Community. Eine Leseliste.

Am 12. Juni lief ein Terrorist, psychisch Gestörter, Mörder in einen Club in Orlando und tötete 49 Menschen und verletzte nochmal so viele. Sein Ziel war – im Gegensatz zu den Anschlägen in Paris – nicht die Gesellschaft als Ganzes. In Orlando sollten, wie es im Amerikanischen heißt, „LGBT people and allies“ sterben. Nicht-Heterosexuelle Menschen und deren Freunde, die Samstagnacht in einem Club tanzen, trinken und sich die Zeit vertreiben.

Plötzlich ist sie überall, die Regenbogen-Flagge. Und Texte dazu. Das ist gut und unglaublich traurig zugleich. Ein Überblick über das, was ich in den letzten Tagen gelesen habe:

Carolin Emckes aktuelle Kolumne in der SZ schließt mit den Worten: „Nicht rechtlich fast gleich, sondern gleich wollen wir sein.“

Es ist ein so vertrautes wie geschmackloses Spektakel, wie Homosexuelle vor allem dann wahrgenommen und als Menschen mit Rechten verteidigt werden, wenn sie sich als Spielfiguren in der feindseligen Kampagne gegen Muslime einsetzen lassen. Da werden dann auf einmal Schwule und Lesben zu Galionsfiguren für die offene und tolerante Gesellschaft erklärt – die es ansonsten aber immer noch ablehnt, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen, weil irgendein „Bauchgefühl“ dem entgegensteht.

Kissing my girlfriend at the Zodiac: gay bars are everything straight people take for granted . Warum LGBT-Clubs für das Selbstverständnis wichtig sind:

Gay clubs are hospitals that patch up the invisible wounds you accumulate. Gay clubs are therapist offices. They’re community centers. They’re sanctuaries. Gay clubs are everything that straight people take for granted, squeezed into four, usually quite sticky, walls.

Warum Orlando kein Angriff auf die offene Gesellschaft war, weil er nur eine Gruppe von Menschen treffen sollte, schrieb Thorsten Denkler auf.

Queer, Muslim, & Unwelcome at the “New Stonewall”. Was ist noch blöder als zu einer Minderheit zu gehören? Zu zwei zu gehören. Eman Abdelhadi war bei einer Kundgebung am Stonewall Inn in New York, dem Lokal, das in den 60er Jahren zum Symbol für den Kampf für Gleichberechtigung wurde.

Upon arriving, I found myself in a sea of well-dressed upper middle class gays—mostly cis men, the kind that litter Human Rights Campaign ads and scream things like “Love Wins.” I suddenly felt so visible in my Muslimness, so naked in my identifiable Arabness.

Stop Exploiting LGBT Issues to Demonize Islam and Justify Anti-Muslim Policies. Glenn Greenwald darüber, dass es keinen Islam braucht, um homophob zu sein. Christentum, Judentum oder gar keine Religion reichen auch.

Depicting anti-LGBT hatred as the exclusive (or even predominant) province of Islam is not only defamatory toward Muslims but does a massive disservice to the millions of LGBTs who have been — and continue to be — seriously oppressed, targeted, and attacked by people who have nothing to do with Islam. The struggle of LGBTs around the world is difficult enough without having them cynically used as some sort of prop to bash a group that itself is already being bashed from multiple directions.

„Ein Mann wird aggressiv gegen das, was er selbst zu werden fürchtet“. Wie Angst vor Schwulen und Lesben entsteht.

Der Fehler ist: Homosexualität wird eher mit Sexualität verbunden, Heterosexualität eher mit Familie und Liebe. Darin liegt eines der großen Missverständnisse: Aufklärung über andere Lebensformen bedeutet nicht unbedingt, über Sex zu sprechen. Es geht hier vor allem darum, unterschiedliches Zusammenleben zu zeigen, also unterschiedliche Arten von Partnerschaft und Familien. Nicht um eine immer frühere Aufklärung von Kindern über sexuelle Praktiken.

„They Are Our Dead“: LGBTQ Latinos Speak Out After Orlando. Die allermeisten Opfer sind Latinos, davon die meisten Puerto Ricaner. Und wer ist, zumindest in meiner Welt, der berühmteste puerto-ricanische Schwule? Genau: Ricky Martin, der sich geäußert hat: „The tragedy that occurred in Orlando hurts me in so many ways. It hurts me as a man, as a human being, and as a gay person. I am in pain, I am sad, I am angry.“

L.G.B.T. People Are More Likely to Be Targets of Hate Crimes Than Any Other Minority Group. So die Situation in den USA. Warum die Angriffe in Deutschlands Statistiken wohl unterschätzt werden, steht hier.

Orlando Taught Me That I Need Queer Culture and Community. Surprise, surprise: Nicht alle LGBT-Leute schlagen sich die Nächte in irgendwelchen Gay-Clubs um die Ohren. Mitgemeint waren sie bei den Morden trotzdem. Dazu passt dieser ältere Text: I Was Born Homosexual. I Chose to Be Gay.

Die Flitterwochen sind längst vorbei. Die Ehe allein bringt keine Gleichberechtigung. Das zeigt sich jetzt in den USA, wo es noch genug andere Gesetze, vor allem im Arbeitsrecht. I look at you, North Carolina.

LGBT-Geschichte in den USA in Tweets:

In EM-Zeiten schadet dieses Video nichts:

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