Menu

Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Eine unvollständige Liste von Büchern, die ich im Jahr 2016 gelesen habe

Der Mann mit dem Schafskopf

Das Buch startet wie ein Murakami, den man sich wünscht: Eigenbrötler findet eine Frau toll, ein Hotel, in dem sich komische Dinge tun. Und dann wird’s aber die nächsten paar hundert Seiten ein eher konventioneller Roman. Ein schöner zugegeben, dessen Fokus die Freundschaft eines erwachsenen Mannes und einer Jugendlichen ist. Murakami ist <3, aber mit hoher Volatiliät.

F – Daniel Kehlmann

Drei Brüder. Drei Geschichten. Eine davon handelt von einem katholischen Priester, der nicht gläubig ist, die zweite Mann in der Finanzindustrie, dem alles unter den Händen zerrinnt. Über die dritte soll nichts verraten werden. Um wieder mehr Romane zu lesen, legte ich mir zuerst die Schranke von höchstens 250 Seiten auf. F war dafür der perfekte Einstieg.

A Little Life – Hanya Yanagihara

Aus meinem Newsletter vor ein paar Monaten:

Im Frühjahr las ich an einem Strand auf einer philippinischen Insel eine lange, lange Rezension. Den Titel “A Little Life” wollte ich mir damals auf eine “Diese Bücher will ich noch lesen”-Liste schreiben. Aber wer hat denn am Strand schon das Notizbuch dabei? Nach dem Plantschen im seichten Wasser war das Buch aus dem Sinn.

Im Laufe des Sommers wurde “A Litte Life” von den Kollegen Simon Hurtz und Hakan Tanriverdi eindringlich gelobt. Es ist das erste Mal, dass mich ein Buch über Facebook erreichte. Nennt man das schon viral?

Jedenfalls sage auch ich jetzt: Lest dieses Buch! „A Litte Life“ gehört zu den besten Romanen, die ich jemals gelesen habe. Es ist ein großes Buch über Freundschaft und Liebe.

Darum geht’s:

Jude ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte einer Gruppe von Freunden in den USA. Sie sind kreative, erfolgreiche Männer, die sich kennen, seitdem sie 16 Jahre alt sind. Das Buch erzählt über mehrere Jahrzehnte von ihrer gemeinsamen Zeit.

Es macht nicht immer Spaß, sich durch diesen Morast aus Pein und das Netz aus Zuneigung zu kämpfen, in dem die Hauptperson Jude lebt. Die Autorin Hanya Yanagihara versteht es sehr gut, mit der bösen Vorahnung zu spielen.

“A Little Life” ist herzergreifend, traurig und schön. Ich war schockiert und habe geweint und mich gefreut. Knapp über 700 Seiten hat das Buch. Es stimmt, was auf dem Buchdeckel steht: “Dafür, dass es so ein dickes Buch ist, will man nicht, dass es aufhört”

Doch irgendwann muss es vorbei sein. Fünf Wochen lang habe ich das Buch ständig mit mir herumgetragen. 69 Seiten habe ich noch vor mir. Es wird Zeit, dass es endet.
Auf dass endlich mal Ruhe ist.

Sputnik Sweetheart – Haruki Murakami

Murakamis Bücher kann man nach zwei Dimensionen aufspannen: Anzahl der Seiten und Alter. „Sputnik Sweetheart“ ist dünn und eher neu. Eine junge Frau verliebt sich etwas obessiv in eine ältere Frau. Braucht man nicht zu lesen.

Grüne Tomaten – ?

Vor vielen Jahren musste ich in einer Bücherei Strafe zahlen, weil ich die DVD der Verfilmung zu spät zurückbrachte. Dabei hatte ich den Film nie gesehen. Dafür jetzt das Buch gelesen. Es spielt in den 20er Jahren, das Whistle Stop Café der Dreh- und Angelpunkt, und die androgynene Idgie die Heldin. Schönes Buch.

Fifty Shades of Merkel – Julia Schramm

Wer ist Merkel? In 50 kurzen Kapiteln zeichnet Schramm ein Bild der Kanzlerin. Kurzweilig und informativ.

Das hohe Haus – Roger Willemsen

Ein Jahr saß Willemsen auf der Besuchertribüne des Bundestags und beschreibt gute und schlechte Reden, volle und leere Plätze, wichtige und eher unwichtigere Themen. Spannend, aber trotzdem habe ich nicht alle 400 Seiten durchgehalten.

The Rightous Mind – Jonathan Haidt

Der Moralpsychologe untersucht, warum wir uns bei Politik und Religion so sehr streiten können. Als ich am Tag, an dem Donald Trump, zum President-elect wurde, nach der Nachtschicht nach Hause fuhr, las ich das:

Many political scientists used to assume that people vote selfishly choosing the candidate or policy that will be benefit them the most. But decades of research on public opinion have led to the conclusion that self-interest is a weak predictor of policy preferences.

In Afrika – Heinz Strunk

So sehr strunk gefeiert wird, muss „In Afrika“ wohl eines seiner schwächeren Bücher sein. Immerhin weiß ich jetzt, dass er gerne in Hotels und Casinos rumgammelt.

Carol – Patricia Highsmith

„Carol“ gilt als der erste Roman, bei dem einem Frauenpaar am Ende nicht eine Katastrophe droht. Unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichte Highsmith das Buch 1952 unter dem Titel „The Price of Salt“.

Beebo Brinker – Ann Bannon

In den 60er und 70er Jahren war das Genre des Lesbian Pulp Fiction groß, also Groschenromane mit Lesben, die – und das war wichtig – nie gut ausgingen.

Beebo Brinker gilt als der Klassiker schlechthin. Ich war überrascht, wie direkt das Buch ist. Aber hey, es bleibt ein Groschenroman: Eine 16-Jährige kommt nach New York, verliebt sich in eine berühmte Schauspielerin, deren Mann das nicht lustig findet.

Schreibe einen Kommentar