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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Wie Google Maps und die Open Street Map mit Regionen umgehen, um die sich zwei Länder streiten

Zum Beispiel die Krim: Wie zeichnen Kartenanbieter wie Google Maps, Microsoft, Apple und natürlich auch die Open Street Map die Halbinsel ein? Gehört sie zur Ukraine oder Russland?

Wie ist es mit Teilen Kaschmirs? Indien oder Pakistan?

Streiten sich zwei oder mehr Länder über bestimmte Gebiete, bekommen Ortsbezeichnungen auf Karten eine politische Dimension. Die Geografen Sterling D. Quinn und Doran A. Tucker haben im Aufsatz „How geopolitical conflict shapes the mass-produced online map“ analysiert, wie mit solchen Konflikten umgegangen wird.

Grundsätzlich verfolgen Google und die Open Street Map den Ansatz der „Ground Truth“: Ihre Karten und deren Beschriftungen sollen die Wirklichkeit so widergeben, wie ich vor Ort wahrnehmen würde.

Immer klappt das aber nicht. Das kann grundsätzlich zu zwei Linien führen:

  1. Die Anbieter passen sich den jeweiligen Gegenbenheiten an. Beispiel: Wer aus China Google Maps aufruft, bei dem gehört Taiwan selbstverständlich zur Volksrepublik.
  2. Es gibt Unschärfe: Streiten sich zwei Parteien über eine Bezeichnung. Beispiel: Im Zweifel wird ein Name einfach ganz weggelassen.

Die Autoren schreiben:

„We argue that all maps are political and that the mass-produced online geopolitical map should rather be viewed critically as a patchwork or mosaic reflecting the political values and priorities of its makers. In the case of commercial maps, those values and priorities stem from business goals tailored to the local Web domain in which the map is running. In the case of crowdsourced maps, they are the sum total of the values and priorities of the most recent contributors to the map.“

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