Wie ungleich hätten Sie’s denn gern?

Makronom über verschiedene Wege Ungleichheit zu messen: Die nächste Stufe der Ungleichheitsmessung

  1. die horizontale Ungleichheit,
  2. die Mittelschicht und die Verteilung von Einkommen mit Ausnahme der Spitzengruppe
  3. und die Spitzengruppe der Einkommensverteilung.

Diese Entwicklung korrespondiert mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Interessen: Von der Frage, wie ein typischer Arbeiter im Vergleich zu einem typischen Bauern abschneidet, über die Frage, wie ungleich eine Gesellschaft und wie groß die Mittelschicht ist, hin zu der Frage, wie reich die obersten 1% sind.

Jetzt, nicht zuletzt durch Piketty:

  • allgemeine Verteilung, die z.B. Gini-Koeffizient zeigt, ist out
  • jetzt im Trend: Anteil der Spitzenverdiener mit Hilfe von Steuerdaten (anstatt Haushaltsbefragungen, die i.d.R. Reiche unterschätzen)

Probleme mit Steuerdaten:

  • jeder hat Anreiz seine Steuerlast zu minimieren
  • gerade sehr reiche Menschen verstecken nicht selten ihr Vermögen

Snippets aus einem Text zu Social Media

Upload Complete – Platforms and the insourcing of the media, The Awl

Elementarer Unterschied zwischen Instagram und Snapchat auf der einen und Facebook und Twitter auf der anderen Seit: Bei Instagram und Snapchat werden eigene Inhalte geteilt, bei Facebook und Twitter i.d.R. auf fremde Inhalte verlinkt.

Andere Gedanken aus dem Text:

A feed, then, was a mixture of personal posts and pitches to look at other things. It was an endless stream of captions contextualizing a Great Big Outside. But each year the feeds got richer. The captions expanded into previews. The previews expanded into full photos, videos and posts. The remaining links underneath came to resemble vestigial metadata. This was easy to notice from the outside, from the perspective of, say, a publisher, for whom change was reflected in referrals and traffic. For users, the change happened gradually and subtly, over the course of a million consecutive pulls to refresh.

Understood from perspective of the web, the last five years have represented a sort of tragedy of the commons. The platforms grew big and strong. Websites and publishers catered to the needs of those platforms, vague worries about control and identity set aside for the necessary pursuit of audience in an unpredictable environment. Nobody did anything wrong, exactly, and it’s not clear what they should have done differently. Some publications that functioned well under the referral regime will struggle under platforms. Others might succeed, more might materialize out of the Venture Ether. Yet others will chase new things, and many more will just continue to try everything.

Daten sind das neue Öl: Hier tauchte der viel zu oft genutzte Satz das erste Mal auf

Ein Marketing-Mensch namens Clive Humby ist für die beliebte Bezeichnung verantwortlich. Damals, im November 2006:

Data is just like crude. It’s valuable, but if unrefined it cannot really be used. It has to be changed into gas, plastic, chemicals, etc to create a valuable entity that drives profitable activity; so must data be broken down, analyzed for it to have value.

Auf dem Mac mit Automator einen E-Mail-Anhang automatisch in einem Ordner speichern

Total hypothetisches Szenario: Eine Firma schickt ihre Rechnungen regelmäßig per Mail. Ich möchte die Rechnungen, die als pdf angehängt sind, gerne in einem Ordner speichern.

Wie geht’s? Mit Automator, einem OS X-inklusiven Tool, mit denen solche Workflows erstellt werden können.

Über Spotlight den Automator öffnen. Die Abfrage betrifft Mac Mail, also links Mail auswählen. Via Doppelklick oder Rüberziehen können einzelne Schritte aneinandergereiht werden.

Die Abfrage lautet dann:

  1. E-Mails suchen nach den eigenen Bedingungen, z.B. Anhand der Mail-Adresse oder des Betreffs
  2. Ausgewählte E-Mails abfragen: Ein wichtiger Schritt, damit werden die vorher ausgesuchten Mails an den dritten Schritt übergeben
  3. E-Mail-Anhänge sichern. Ordner auswählen. Fertig.
  4. Das Automator-Skript speichern.

Total hypothetisch sendet die Firma aber nicht nur ihre Rechnung als pdf, sondern auch jede Menge Crap in der Mail mit: Bilder etc. Auch diese Anhänge werden gespeichert. Um sie zu entfernen braucht es zwei weitere Schritte:

  1. Finder-Objekte suchen: Im betreffenden Ordner auswählen, die benötige Dateiendung (Dateisuffix) auswählen.
  2. Finder-Objekte in den Papierkorb legen: Die ausgewählten Dateien, wie alle, die nicht pdfs sind, werden gelöscht.
  3. Das Automator-Skript speichern.

Total hypothetisch schickt mir die Firma jeden Monat eine Rechnung. Mit Hilfe des Kalenders kann ich diese Abfrage jeden Monat automatisch durchführen. Das geht so:

  1. Neues Ereignis erstellen.
  2. In gewünschtem Rhythmus wiederholen lassen.
  3. Bei Warnhinweis „Eigene“ auswählen, dann „Datei öffnen“ und das gespeicherte Automator-Skript wählen.

Total hypothetisch funktioniert’s dann.

Die gesammelten Quartz-Regeln zu y-Achsen

Eine der ersten Regeln bei Datenvisualisierungen: Die y-Achse vollständig angeben.

Wer die Regeln, darf sie auch brechen: Quartz erläutert, warum sie nicht immer die y-Achse bis zu 0 anzeigen

„Charts should convey information and make a point. We make charts to illustrate ideas that have context beyond their x- and y-axes. Forcing the y-axis to start at zero can do just as much to obscure and confuse the point as the opposite.“

(…)

First, this is why charts have scales. Blaming a chart’s creator for a reader who doesn’t look at clearly labeled axes is like blaming a supermarket for selling someone food he’s allergic to.

Second, the degree to which the chart emphasizes certain aspects of the data is a judgement of storytelling not chart-making. Sure, this mindset can yield misleading displays, but how is that different than words? Charts should be fair, not impartial.“

Zusammengefasst die fünf Quartz-Regeln zu y-Achsen:

  • Truncate the y-axis when small movements are important.
  • Truncate the y-axis when zero values are ridiculous.
  • Use a zeroed y-axis when it doesn’t matter.
  • Always use a zeroed y-axis with column and bar charts.
  • Never use a zeroed axis on a log scale.

via @a_sator

Lesenswertes: Code und Drohnen beim Bund

How Fusion does agile

Once your communication is like oxygen, agile goes best with a heavy dose of open source software.

Daniel Bachhuber, einer der prominentesten WordPress-Entwickler und ehemaliger Automattic-Angesteller, ist seit Kurzem bei Fusion. Dort leitet er die Entwicklungsabteilung. Fusion ist einer der neuen Player auf dem Medienmarkt, der sich mir vor allem bemerkbar gemacht hast, weil er prominente Köpfe abgeworben hat. Unter anderem Alexis Madigal vom Atlantic, Felix Salmon von Reuters und eben Daniel Bachhuber von Automattic.

Coding History

Genauer gesagt ist Coding History hörenswert. Die Selbstbeschreibung:

Ein Podcast zur Frage, wie die digitale Welt geworden ist, wie sie ist: Warum sieht Software so aus, wie sie aussieht? Wie hat sich das Programmieren von Software verändert und was für Auswirkungen hat das eigentlich darauf, wie wir Software benutzen?

„Ich bin kein Computerspieler“

Wie sieht die Arbeit von Drohnenpiloten bei der Bundeswehr aus? Wirklich interessantes Interview bei Zeit Online.

Die 90er-Jahre-Technologie-Party

Welcome to the Revenge of ’90s Internet

The Verge vergleicht die großen der Technologie-Industrie – Google, Facebook und den Chip-Hersteller Qualcomm – mit den dominanten Firmen der 90er Jahre:

You can keep going: Facebook is now pitching itself to media companies as their savior, just as AOL once did. Most websites get a tremendous amount of traffic from Facebook; it’s only a matter of time before Facebook starts aggressively charging for that traffic.

Google = Microsoft
Facebook = AOL
Apple = Sony
Buzzfeed = Yahoo

Die Begründungen dazu nach dem Link

Leaflet.js-Macher Vladimir Agafonkin: „hey front-end guy! make a map“

Zur Zeit findet die FOSS4G statt: Ein Treffen von Leuten, die mit Karten und Geoinformationssystemen auf Open Source Basis arbeiten:

The annual FOSS4G conference is the largest global gathering focused on open source geospatial software. FOSS4G brings together developers, users, decision-makers and observers from a broad spectrum of organizations and fields of operation.

Gestern hat dort Vladimir Agafonkin, der Entwickler von Leaflet.js einen Vortrag gehalten. Der Titel: „How Simplicity Will Save GIS„.

Er erzählt darin, wie er als 22-Jähriger ohne viel Ahnung von Geoinformationssystemen, kurz GIS, mit Leaflet angefangen hat: „Born as a protest against bloat, clutter and complexity.“

Ab der Hälfte der Folien, bekommt man den Eindruck, dass Agafonkin eine Motivationsrede gehalten haben musste. Ein schlauer Spruch nach dem anderen, aber nicht uninteressant.

Heute und morgen gibt es Livestreams von FOSS4G, gegen 17 Uhr deutscher Zeit geht’s los.

Gibt es einen Unterschied zwischen simplicity und minimalism?

Although I sometimes use the terms ‘minimal’ and ‘simple’ as if they were interchangeable, by definition, minimalism actually refers to the paring down of elements to get to the essence of a thing. This doesn’t mean you practise minimalist design simply by removing ornamentation; it means you ensure that every part of the design works together to the point where nothing else can be added or removed to improve it. It’s not easy to do well

Aus: Five killer ways to use minimalism

Storyteller: Multimediales Storytelling möglichst einfach

Gestern habe ich Storyteller veröffentlicht, ein Tool für multimediales Storytelling. Das Ziel: möglichst einfach zu verwenden. Die Zielgruppe: Journalisten, die nicht coden können. Ein Interview mit mir selbst.

Sind solche Geschichten die Rettung des Journalismus?

Nein, natürlich nicht. Verlangt das jemand? Ob die Geschichten gemacht werden, die mit Storyteller (oder Pageflow oder copytext.py von NPR), etwas taugen, liegt ja nicht nur am Werkzeug. Je einfacher allerdings das zu bedienen ist, desto mehr kann man sich auf die Geschichte konzentrieren.

Findest du diese Art des Erzählens immer super?

Nein. Sehr oft finde ich sie sogar ziemlich schlecht. Aber manchmal sind wirkliche Perlen darunter. Meiner Meinung nach die beste Veröffentlichung in dieser Stilform ist Borderland von NPR: Tolle Fotos, sehr kurze Texte, spannend. Es ist nicht zu übersehen, dass ich mich bei Storyteller daran orientiert habe.

demo

Es gibt doch Pageflow. Warum braucht es da noch ein Tool?

Ich finde Pageflow aus mehreren Gründen nicht ideal. Der wichtigste: zu hohe Einstiegshürden. Ich selbst bin zum Beispiel schon an den Voraussetzungen für die Installation auf dem eigenen Server gescheitert. Storyteller basiert auf WordPress, dem sehr viele Menschen, die ins Internet schreiben, schon begegnet sind. Das Ziel ist es, dass Journalisten, die nicht coden können, damit klar kommen. Den letzten Anstoß gab ein Tweet von Mario Haim:

Und wie willst du das schaffen?

Storyteller reduziert den Admin-Bereich auf das Wesentliche – unnötiges, wie beispielsweise „Seiten“ oder Kommentare sind entfernt. Dazu gibt es auf der Startseite des Adminbereichs und in auf jeder „Slide erstellen“-Seite einen Hilfebereich. Die einzelnen Slides selbst sind schnell gemacht: Ein Beitragsbild hochladen, Text rein, fertig.

Aber die Geschichten sehen dann ja alle gleich aus!

Das ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Schließlich sind die dominanten visuellen Elemente Fotos oder Videos, die Schrift tritt eher in den Hintergrund. Und immerhin können Nutzer im Adminbereich aus vier verschiedenen Schriftarten auswählen. Wer noch mehr Individualisierung will, kommt um CSS nicht herum. Dafür gibt es zu jeder Folie ein Feld, in dem diese Elemente Platz haben.

Und ist das jetzt wirklich alles so einfach?

Ich hoffe doch! Allerdings bin ich auch befangen. Um das besser zu beurteilen und um Schwachstellen auszumerzen, muss das Ding getestet, genutzt und verbessert werden – am besten von euch! Ich würde mich freuen. Wer Storyteller mal ausprobieren will, bekommt von mir auch gerne einen Account für meine Version.

Wo bekomme ich Storyteller?

Auf seiner eigenen Webseite oder GitHub.

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