Old School Blogging

Matthias findet, ich sollte wieder mehr bloggen. Ich finde, er hat recht.

Zum Thema schreibt Ezra Klein bei Vox:

But blogging, for better or worse, is proving resistant to scale. And I think there are two reasons why.

The first is that, at this moment in the media, scale means social traffic. Links from other bloggers — the original currency of the blogosphere, and the one that drove its collaborative, conversational nature — just don’t deliver the numbers that Facebook does.

(…)

The other reason is that the bigger the site gets, and the bigger the business gets, the harder it is to retain the original voice.

Nun beide Gründe haben mit meinem Blog eigentlich nichts zu tun, Skalierung lag nun wirklich nie in meinem Interesse. Doch, auch mich befällt gelegentlich die „nostalgia for old-school blogging“, wie Klein es bezeichnet. Ob dem auf wirklich regelmäßig Blogposts folgen, sei dahingestellt: Am Montag beginnt meine erste Festanstellung.

WordPress bei der Washington Post

Webentwickler Yuri Victor erzählt beim WordCamp davon, wie er WordPress bei der Washington Post einsetzt.

Bevor der in News-Nerd-Kreisen ziemlich bekannte Yuri Victor bei Vox.com angeheuert hat, war er Web-Entwickler bei der Washington Post. Davon hat er beim WordCamp in San Francicso 2013 erzählt. Das Video ist mir heute wieder in den Browser gespült worden. Darum geht’s genau:

The Washington Post used a user-centered design philosophy to radically shift our development process to launch dozens of successful new blogs, platforms and tools in the past year. This philosophy is the reason why we use WordPress. This presentation explores the importance of empathy, brainstorming, rapid prototyping, testing and iterating and how to incorporate these methods to build better products, faster.

Lesenswertes: „Internet“, Internet

Toward a Complex, Realistic, and Moral Tech Criticism

Nach Schirrmachers „Ego“ ist das neue Buch von Evgeny Mozorov der neueste Schrei im netzpolitischen Feuilleton. Im „The Atlantic“ findet sich lange, interessante, kritische Rezension von „To Save Everything, Click Here“.

Nachrichten an niemand Bestimmten

Leute, die ins Internet schreiben, sind gnadenlose Selbstdarsteller. Mit dem Vorwurf beschäftigt sich Kathrin Passig gewohnt unterhaltsam, indem sie Kleinstädte und Großstädte gegenüberstellt.

 

Lesenswertes: Über das Verhalten im digitalen Raum

Disruptions: Digital Era Redefining Etiquette (New York Times)

Mit dem Internet, Smartphones und Handys verändern sich Höflichkeitsstandards. Die Mailbox hören viele nicht mehr ab, wenn mir doch mal jemand drauf spricht, weiß ich vorher schon, dass es Papa sein wird. Auch die Frage der „Danke“-E-Mails stellt sich. Und dann natürlich Fragen, die jeder mit einem Mal googlen beantworten könnte.

In the age of the smartphone, there is no reason to ask once-acceptable questions: the weather forecast, a business phone number, a store’s hours. But some people still do. And when you answer them, they respond with a thank-you e-mail.

Das Shirky-Dilemma (kleinerdrei.org)

Es gibt ein Online-Phänomen, das ist ungefähr so: Jemand postet etwas und der Leser fühlt sich angesprochen, aber ist er es auch? Auf dem neuen, feinen Blog kleinerdrei nimmt sich Juliane des Themas an:

Dass Kommunikation Missverständnisse und Verwirrung hervorruft, hat mit dem Internet erstmal nichts zu tun. Wir sprechen, um gehört zu werden. Wir sprechen, um unsere Bedürfnisse, unsere Eindrücke, unsere Wünsche mitzuteilen. Und wir formen unsere Botschaften so, dass unser Adressat sie versteht und manchmal machen wir dabei eben Fehler. Was Social-Media aber zu einer Art Dauer-Cluedo werden lässt, ist die Tatsache, dass sich dort hunderte Adressaten unserer Botschaften am gleichen Ort aufhalten und wir deswegen ständig die oben genannten Ebenen wechseln, um ja auch alle zu erreichen. Es hören und lesen aber im Zweifel alle Follower und Freunde alles. Der Chef oder die Chefin die Emo-Tweets, der oder die Liebste die Büro-Tweets, der Geschäftspartner aus dem Nachmittagstermin die Lästerei über seine Heimatstadt. Und alle ziehen ihre Schlüsse. Manche mit Recht, manche mit Unrecht.

Das Resonanz-Vakuum (Dragstripgirl)

Sich im digitalen Raum zu äußern, heißt meistens auch auf Resonanz zu setzen. Sarahs Text startet mit:

Einsamkeit ist nicht, wenn man alleine auf der Couch sitzt und an die Decke starrt. Einsamkeit ist wenn Resonanz fehlt. Leute behaupten, sie müssen sich Raum für sich selber schaffen und hängen doch wieder nur an irgendwelchen Resonanzschläuchen fest. Egal ob Twitter, Facebook oder Blog: sich selbst mitzuteilen und daraufhin ein Feedback zu bekommen ist das Sugarhigh nach dem Blutsturz.

Ich habe mir mein eigenes WordPress-Theme gebastelt

Alles neu! Und grüner als je zuvor!

In den vergangenen Wochen habe ich große Fortschritte darin gemacht, Webseiten in WordPress zu programmieren. Jahrelange hatte ich CSS- und PHP-Dateien zwar nach meinen Wünschen verändert, aber selbst geschrieben – also Start mit leeren Datei – hatte ich solche Dateien nie. Das hat sich nun geändert, denn ich habe einfach mal ein Tutorial von Anfang bis Ende durchgemacht und währenddessen sind mir ein paar Lichter aufgegangen.

1. Child-Themes

Ein Child-Theme bezeichnet ein verschachteltes System von Theme-Dateien. Das Parent-Theme, also die übergeordnete Datei, wird nicht verändert, sondern nur das „Kind“. Konkret habe ich also nie etwas an der originären Bootstrap-CSS-Datei verändert, sondern immer an meiner eigenen CSS-Datei. Schon eine einzige CSS-Datei kann dabei als ein Child-Theme dienen. Das Aussehen der Webseite bestimmt sich dann allein durch die Child-CSS-Datei, nur da werden Veränderungen notiert. Als Vorteil eines solchen Systems wird immer wieder gepriesen, dass sich bei Updates eines Themes nichts ändert. Das war mir immer etwas schleierhaft, denn dieses Problem ist mir in den letzten Jahren nie untergekommen. Den großen Vorteil, den ich sehe ist, dass die CSS-Datei, mit der man arbeitet, einfach nur den Code beinhaltet, der verändert wurde. Ändere ich also zum Original zum Beispiel nur die Größe der Überschrift und die Linkfarbe, dann steht im Child-CSS nur:

h1 {font-size: 1.2em;}
a {color: #ff0000;}

Das macht es sehr viel übersichtlicher, denn der Inhalt der Datei ist weniger und der eigene, also leichter zu lesen, wie ich finde.

Mehr zu Child-Themes, was sie ausmacht und wie man sie erstellt, gibt es bei Elmastudio.

2. Bootstrap Framework

Twitter hat mit Bootstrap  ein Framework veröffentlicht, auf dem man sein eigenes Webdesign aufbauen kann. Ganz leer war die Datei deshalb doch nicht, auf dem diese Seite basiert. Das Boostrap-Framework, das sind ein paar CSS und Java-Script-Dateien, die einen Rahmen für die eigene Seite setzen. Gerade die Tatsache, dass das Bootstrap bereits responsive ist, sich also automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen anpasst, fand ich überzeugend. Denn dieses Feature wollte ich, wäre mir aber viel zu komplex, um es selbst zu bauen. Generell besteht eine Bildschirmbreite aus zwölf Teilen, die dann je nach Breite aneinandergebastelt werden. Zum Beispiel: Ich wollte einen breiten Bereich für den Text und eine Seitenleiste. Der breite Teil läuft unter der CSS-Klasse „span9“, die Seitenleiste unter „span3“. Möchte ich eine breitere Sidebar, könnte ich dafür „span4“ wählen, der Textbereich würde sich dann zu „span8“ verschmälern. Wichtig ist, dass sich die horizontalen Bereich immer auf zwölf aufaddieren. Ich könnte also theoretisch bis zu zwölf Blöcke nebeneinander laufen lassen.
Ein sehr gutes Tutorial, wie man Bootstrap und WordPress verbinden kann, gibt es beim Team Treehouse: How to Build a WordPress Theme with Bootstrap

3. WordPress-Templates und functions.php

Mit verschiedenen Templates habe ich bereits bei der Lautschrift angefangen zu arbeiten, ganz neu war mir das Konzept also nicht. Aber richtig systematisch angewandt von Anfang an, hatte ich es noch nicht. Zudem habe ich versucht mir möglichst viele Funktionen direkt in das Theme einzubauen, zum Beispiel mehrere Widget-Bereiche im Theme (Sidebar, Footer und an der oberen schwarzen Leiste). So brauche ich auch nicht so viel Plugins, zum Beispiel um Texte in zwei Spalten darzustellen.

To Do

An ein paar Ecken gibt es noch etwas zu basteln: Die Ansicht auf dem Smartphone scheint noch nicht wirklich top zu sein, einen „Back-to-top“-Button im Footer zum Beispiel oder Formatvorlagen. Anbieten würde sich dazu zum Beispiel die Rubrik Lesenswertes. Auch ein RSS-Button fehlt noch.

Fazit

Mit Vorkenntnissen in CSS und PHP ist das alles gar nicht so schwierig – vorausgesetzt, ich lese die Readmes mal aufmerksam und überfliege sie nicht nur.

Fett!

Es war am  Sonntag vor meiner letzten Klausur des Semesters, als ich mich aufmachte den Galgenberg in Regensburg zu erklimmen, um alte Klausuren der Ökonometrie für vier Cent pro Seite aus dem Drucker zu lassen. Als ich die kühlen, weil fensterlosen Gänge der Universität Regensburg entlang ging, Stöpsel im Ohr und in Gedanken versunken, arbeitete der Teil des Hirns, der mich meistens davor bewahrt zu stolpern oder gegen Türen zu laufen, zuverlässig und bemerkte auf der rechten Seite beachtenswertes. Ich hielt also einen kaum merklichen Moment inne, dann ging ich drei Schritte rückwärts. Vor dem Raum der Fachschaft Wirtschaft, die ich übrigens noch immer bewundere, dass sie sich die Domain fachschaft-wirtschaft.de gesichert haben, hing ein Plakat mit der Aufschrift: “Blogger/innen gesucht”. Und zwar für das Global Economic Symposium in Kiel, einer Konferenz, bei der globale Wirtschaftsfragen diskutiert werden sollen. Das Überthema lautet in diesem Jahr “New Forces of Global Governance”, unter das ja ne ganze Menge fallen kann. Die Teilnehmer kommen aus der Geschäftswelt, Politik, Wissenschaft und den Medien. Hört sich alles schon ganz geil an. Wirtschaft und Bloggen, das braucht man mir nicht zweimal zu sagen.

Aus akuten Prokrastinationsgründen und wegen meiner Vorliebe für Reality-TV mit Anteilen von Ekel- und Mutproben bewarb ich mich noch am selben Tag bei der “Challenge”. Die alten Klausuren mussten da noch ein bisschen warten. Heute kam die Zusage. Was ich genau machen soll, weiß ich noch nicht wirklich: Bloggen, ein- oder zweimal am Tag, auf Englisch. Die Veranstaltungen sind laut Wikipedia off-the.record, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, was komisch ist. Aber dazu soll es bald Infos geben. Soweit kann ich nur sagen: Fett!