URL Sharing Plugin for WordPress

The URL Sharing Plugin adds a text field with the post URL at the end of your posts – a qz.com like sharing approach.

The URL Sharing Plugin adds a text field with the post URL at the end of your posts – a qz.com like sharing approach. Additionally you get a button that enables copying the URL to the user’s clipboard. Look at the end of this post to see a live version of the plugin.

The plugin can be used as a more privacy-friendly alternative to sharing buttons or as an additional sharing-option. I was inspired by Dominik’s post about readability and usability on blogs (in German) who uses the Quartz-like approach – something I wanted to have, too.

URL share implementation on qz.com.
URL share implementation on qz.com.

Download

You have two options to get the code:

Installation

  1. Upload the files in your plugins directory. Then activate it.
  2. For a label in front of the URL and a text on the copy-to-clipboard-button, go to the settings page and insert your strings in the input fields. Of course, you can leave the label blank, the button, however, should have a call to action.

Change style

You can change the styling by adding your changes to stylesheet of the plugin. The URL Sharing plugin uses three CSS-elements:

  • .url_share: div-container
  • .url_share_label: label of the input field
  • .url_share_input: input field
  • .zeroclipboard-is-hover: hover status for copy-button
  • .zeroclipboard-is-active: active status for copy-button

In the default version url_share_label and url_share_input don’t have values and therefore are using your theme’s style for label and input. Of course, you can change them just the way you want. For example: To change the color of the URL to red, add the following to the plugin’s stylesheet or your theme’s stylesheet: .url_share_input {color:red;}

To-do List

Things that might be considered in the future:

  • Enable font color change of the URL in backend
  • Offer a PHP-Snippet to enable more flexible positioning
  • A button to automatically copy the URL to the user’s clipboard (by using an existing JavaScript library)Added with version 1.1 by using ZeroClipboard

Questions? Comments?

If you have any remarks and/or questions, feel free to leave a comment.

WordPress bei der Washington Post

Webentwickler Yuri Victor erzählt beim WordCamp davon, wie er WordPress bei der Washington Post einsetzt.

Bevor der in News-Nerd-Kreisen ziemlich bekannte Yuri Victor bei Vox.com angeheuert hat, war er Web-Entwickler bei der Washington Post. Davon hat er beim WordCamp in San Francicso 2013 erzählt. Das Video ist mir heute wieder in den Browser gespült worden. Darum geht’s genau:

The Washington Post used a user-centered design philosophy to radically shift our development process to launch dozens of successful new blogs, platforms and tools in the past year. This philosophy is the reason why we use WordPress. This presentation explores the importance of empathy, brainstorming, rapid prototyping, testing and iterating and how to incorporate these methods to build better products, faster.

Deutschlandkarte von Lokalblogs mit D3.js

Die Drehschreibe, ein Portal der Bundeszentrale für politische Bildung für Lokaljournalismus, hat eine Deutschland-Karte mit allen Lokalzeitungen veröffentlich. Standesgemäß mit statischen Karten und weiterführenden Informationen als pdf – den Sinn davon werde ich wohl nicht verstehen. Ich gehe wohlwollend davon aus, dass es diese Auflistung auch gedruckt gibt und diese Dateien einfach exportiert und online gestellt wurden: Für Faulheit habe ich Verständnis. „Deutschlandkarte von Lokalblogs mit D3.js“ weiterlesen

Lesenswertes: „Internet“, Internet

Toward a Complex, Realistic, and Moral Tech Criticism

Nach Schirrmachers „Ego“ ist das neue Buch von Evgeny Mozorov der neueste Schrei im netzpolitischen Feuilleton. Im „The Atlantic“ findet sich lange, interessante, kritische Rezension von „To Save Everything, Click Here“.

Nachrichten an niemand Bestimmten

Leute, die ins Internet schreiben, sind gnadenlose Selbstdarsteller. Mit dem Vorwurf beschäftigt sich Kathrin Passig gewohnt unterhaltsam, indem sie Kleinstädte und Großstädte gegenüberstellt.

 

Contact Form 7: Conditional Redirecting

Redirecting without a condition

When you use the WordPress plugin “Contact Form 7” you can redirect the user to another page after submitting the answers by the follwing code:

on_sent_ok: "location.replace('http://www.redirectedpage.com');"

The line of code you have to copy into the “settings” box at the end of a specific form you created.

Redirecting on a condition

If you want to make the redirecting depending on a specific answer, you can use the following code:

on_sent_ok: " if (document.getElementById('car').value=='yes') {location.replace('http://www.redirectedpage1.com')}
else { location.replace('http://www.redirectedpage2.com/') } "

The code in bold letters has to be changed by your settings.

For example: The question with the id “car” has two possible answers: “Yes” or “No”. If a person selects “Yes” he or she should be redirected to “http://www.redirectedpage1.com”. If “No” is selected, the user should be redirected to “http://www.redirectedpage2.com/”.

Lesenswertes vom Wochenende (und davor)

Wie leicht sich Medien manipulieren lassen — Ryan Holiday weiß wie das System funktioniert. Er arbeitet in der PR-Branche und bringt Sachen über Blogs in die Medien. Sein Spezialrezept scheint zu sein: Protest gegen das Produkt zu inszenieren.  Die Financial Times Deutschland interviewte den jungen Herren.

In Ihrem Buch vergleichen Sie dieses Mediensystem mit der Immobilienkrise, die sich dann zur Finanzkrise auswuchs…
Es ist wie bei einem Schneeballsystem, das auf Glauben und Vertrauen beruht. Viele professionell betriebene Onlinemedien handeln mit wertlosen Assets. Sie belügen und betrügen ihr Publikum, wie während der Finanzkrise. Stellt sich heraus, dass eine Geschichte falsch oder schlicht gelogen war, dann heißt es: Wir haben ein Problem mit einem isolierten Einzelfall. Dabei ist das ganze System verrottet und zutiefst korrupt. Es funktioniert, solange die Illusion noch aufrechterhalten werden kann, hinter dem Müll, den sie verbreiten, steckten Werte. Mit meinem Buch wollte ich in diese Blase stechen und ein wenig Luft herauslassen.

The Critic Wall Street Loves to Lunch With — Portrait über Felix Salmon, Blogger und Kritiker der Finanzmärkte, von dem ich zuvor noch nie hörte. Was aber besonders an ihm ist: Es wird ernst genommen von den Großen, das zeigt gleich der Anfang des Textes.

THERE AREN’T MANY people who can get the Treasury secretary on the phone—and fewer still who can get away with yelling at him on the call. His wife, sure. Probably the president. Add to that group Felix Salmon, Reuters’s finance blogger, who has no problem raising his voice and giving Timothy Geithner the what-for while bobbing away on the yoga ball that serves as a desk chair in his Times Square workspace.

Behind China’s High Abortion Rate: New Sexual Freedoms — 13 Millionen Abtreibungen gibt es pro Jahr in China – und das nicht nur wegen der Ein-Kind-Politik. Grund dafür sei auch die fehlende Aufklärung bei gleichzeitig höherer Freiheit, was Sex anbelangt. Etwas, das ich mir nur zu gut vorstellen kann. Mir erzählte man, die Pille mache krank, Kondome seien was für Loser und ich kann mir vorstellen, dass die Abtreibung der damals 15-Jährige wahrscheinlich nicht ihre letzte war.

Werdet Weltbürger statt Bologna-Sklaven! — Ein Redakteur, der dem Foto nach zu alt aussieht, um das Bolognasystem mitgemacht zu haben, schreibt einen Erbauungs- und Motivationsaufsatz. Lernen statt employable werden! Einer der Texte, die wahrscheinlich sowieso nur die Leute lesen, die sich damit identifizieren können.

Gehen zwei nach China

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Folgenden englischsprachigen Satz habe ich bisher nur passiv wahrgenommen habe (Quelle: Internet). Ich habe jetzt die Gelegenheit ihn auch selbst zu verwenden. Aufgepasst:

Xifan Yang und Philipp Mattheis, beide Redakteure beim jetzt-Magazin, scheinen ein Paar zu sein und werden gemeinsam nach Shanghai gehen. Noch mal zum auf der Zunge zergehen lassen: Junges Pärchen geht zusammen nach China. (Jetzt kommt der Satz.) Been there, done that, got the t-shirt (hellblau ist es.) Das kann ja, äh…, heiter** werden.

Am besten also gleich die Reisbetriebenen Roboter abonnieren. Freu mich auf drauf.

Anderer Blog, der in eure Feedreader sollte: Accidental Chinese Hipster. Wie der Name sagt, Chinesen mit Kombinationen von Klamotten, mit denen ihnen in westlichen Städten das Dasein eines Hipsters auf keinen Fall verwehrt werden könnte.

* Das fallende Kind! Oder was immer das Mädchen da macht.

** Aber die beiden sind ja auch schon geschätzt zehn Jahre älter, und zumindest Xifan spricht Chinesisch. Das ist ja schon mal ein nicht zu verachtender Vorteil.

Mobil machen in Syrien

Manche Geschichten sind so verquer, ambivalent und absurd, dass sie einfach nur noch komisch sind. So wie diese: Amina Adalla ist  verschleppt worden, mitten in der Hauptstadt Syriens.  So steht es plötzlich auf ihrem Blog, es gebe Zeugen. Amina Affaf bloggt als Gay Girl in Damascus mit Verve und einem großen „Fuck you“ gegen das politische System in Syrien.

Die Bevölkerung hat dort seit Wochen und Monaten soviel Druck auf Präsident Baschir und seine Regierung aus Geheimdienst und Militär ausgeübt, dass das Regime nur mehr mit Gewalt zu helfen weiß. Unter dem schlanken Baschir, dessen Aussehen sich aus einem Hitlerbild in einem Programm, das Gesichter verzerrt, darstellen lassen kann gibt es so viel Gewalt, dass Tausende Menschen über die Grenze in die Türkei flüchten. Die Proteste der Bevölkerung sollen vor allem auf dem Land sein, im Norden des Landes, in Gegenden, von denen die türkische Grenze nicht mehr als 150 Kilometer zurück sind.

Recht viel mehr ist nicht bekannnt. Journalisten dürfen sich schon lange nicht mehr dort aufhalten, nachdem die Rebellionen in Nordafrika und dem Nahen Osten im Winter und Frühling auch in Syrien die Menschen für mehr Freiheit, mehr Geld und mehr Demokratie forderten. In Berlin hatte es schon im März Demonstrationen gegen die syrische Regierung gegeben, etwas abseits von Kairo, Tunis und Bahrain und machten mobil. Ein bisschen Informationen aus dem Land zwischen der Türkei und Israel, bringt Amina Abdalla. Annina verlinkte auf Facebook zu den Unterstützern von Amina, ebenfalls auf Facebook, wo ihre Seite „Free Amina Abdalla“ heißt. Mir gefiel das natürlich, genauso wie 13 Tausend 399 anderen bis gerade eben auch.

Plötzlich zwei Tage, nachdem ich den Gefällt-mir-Button gedrückt habe und mehrere Artikel, die ich nur am Rande auf den üblichen feministischen Blogs wahrnahm, ist aus Amina Abdalla, einer 26-Jährigen aus Damaskus plötzlich ein 27-jähriger Amerikaner aus Istanbul geworden.

Hä? Und nun?

Gedanken aus erster Hand und weiterführende:

  • Apology to reader – Die Entschuldigung von Tom MacMaster, in der er erklärt, warum er angefangen hat, als lesbische Frau zu bloggen und die Entführung seiner Person (in einen syrischen Folterkeller) zu inszenieren.
  • Amina is a Man, and He’s Sorry – so am I! – Auch Annina entschuldigt sich dafür, dass sie ihre Leser aufforderte eine Petition zu unterschreiben. Ich meine: Der Fehleralam hat wenigstens geklappt.
  • A Fake Girl in Damascus – Hakan fragt sich, wie solche Identitäten von Onlinepersonen überprüft werden könnten. Denn gerade auch, dass Journalisten die Geschichte aufgenommen haben ohne offenbar herauszufinden, dass Amina eigentlich von Tom erfunden wurde, machte sie groß.
  • Lesbian Ranting – “Amina” und “Paula” Charly ist auf Kweens ja mal richtig sauer, u.a. wegen, wer einem lügt, dem glaubt man kaum. Und tatsächlich: Würde morgen eine 23-jährige Frau aus Syrien verschwinden, woher soll man den wissen, ob es die Person hinter der anrührenden Geschichte aus wirklich gibt? Und warum machte das Tom MacMaster überhaupt fünf Monate lang?

Lass uns mal ne Runde unterdrücken: Die Angst Chinas vor seinen Bürgern

Der Economist legt in seiner aktuellen Ausgabe dar, warum die aktuelle Verhaftungswelle zu einem Zyklus gehört, der 2008 begann. Seitdem werde die politische Freiheit in China immer weiter eingeschränkt. Dafür gebe es drei Gründe:

1) In den letzten Jahren ging das Regime gegen Topanwälte vor. “Als erstes lässt man die Anwälte verschwinden”, sagte auch Lorenz Lorenz-Meyer bei seinem Vortrag “Die Rückkehr des Politischen in China” bei der diesjährigen Re:publica.

2) Der aktuelle Zyklus ist seit dem Jahr 2008 am Laufen – also schon seit drei Jahren. Los ging es im Frühjahr 2008 mit den Unruhen in Tibet, im Sommer folgten die olympischen Spiele in China, bei denen sich das Reich der Mitte im besten Licht darstellen wollte – Kritiker konnte man da nicht brauchen und die Hoffnung, dass sich Olympia positiv für die Demokratiebewegung auswirken könnte, löste sich in Luft auf. Auch das Erdbeben in Sichuan 2008 führte zu Repression, die auch Ai Weiwei spürte, der das Augenmerk besonders auf die Kinder lenkte, die wegen schlecht gebauten Schulgebäuden sterben mussten. Außerdem jährte sich das Massaker am 4. Juni 1989 am Tiananmen-Platz zum 20. Mal. Auch bei der Expo in Shanghai letztes Jahr konnte die kommunistische Partei keine Kritik brauchen.

3) Die Methoden des Staates verschärft: Leute verschwinden einfach – so wie Ai Weiwei und viele andere – und Gewalt ist an der Tagesordnung.

Mittlerweile gibt der chinesische Staat mehr Geld für die innere Sicherheit aus als für das Militär – viel geht dabei in die Überwachung des Internets. Die Great Firewall ist dabei nur die Spitze des Eisberges.

Lorenz Lorenz-Meyer stellte in seinem Vortrag “Die Rückkehr des Politischen in China” die zwei Sichtweisen zum Internet und autokratischen Systemen dar. Die Optimisten glauben, dass Bürgerbewegungen durch das Internet im Allgemeinen und die sozialen Netzwerke im Besonderen profitieren. Die Pessimisten sind der Meinung, dass autokratische Systeme genauso schnell wie die Kritiker lernen die sozialen Netzwerke für ihre Zwecke zu nutzen.

In China passiert beides: In Blogs können Privatpersonen Missstände öffentlich machen. In China muss dabei aber die ausgefeilte Zensur umgangen werden. Praktisch läuft das dann so ab, berichtete Lorenz-Meyer, dass Blogger Accounts bei verschiedenen Plattformen haben und ihre Beiträge überall raufstellen. Denn damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass ein Beitrag durch die Zensur kommt. Eine Studie zufolge gebe es nämlich große Unterschiede in der Stärke der Zensur.

Lorenz-Meyer erklärte auch, dass es leichter für Journalisten und Blogger sei, über Probleme zu berichten, die nicht in der eigenen Provinz herrschen. “Dann hat man nämlich nicht mit mit den lokalen Zensurbehörden zu tun”, so Lorenz-Meyer. Die Internetzensur in China hat nämlich zwei Zweige: Zum einen gibt es Zensur auf lokaler Ebene, bei der Behörden dezentral unliebsame Inhalte entfernen. Daneben gibt es aber auch noch Propaganda- und Sicherheitsbehörden, die denselben Job landesweit machen.

Im Grunde zeigt die Entwicklung die Angst der chinesischen Führungsriege vor seinen Bürgern. Während Kritik auf lokaler Ebene zum Teil geduldet wird, wenn es gegen die Zentralregierung geht, versteht die kommunistische Partei keinen Spaß mehr. Gerade auch ein Jahr bevor die Führungsriege der Nation ausgetauscht wird. Dazu kommen wirtschaftliche Entwicklungen  – hohe Inflation, die Gefahr einer Immobilienblase – die den “Faustian Deal” – Wohlstand im Tausch gegen Freiheit – in Gefahr bringen und die Angst vor Unruhen wachsen lassen.

Streit um Meinungsfreiheit: Regensburg-digital verliert gegen das Bistum Regensburg

Im Streitfall „Stefan Aigner gegen die Diözese Regensburg“ ist vergangenen Freitag ein eindeutiges Urteil gefallen: Das Landesgericht Hamburg gab den Vertretern der katholischen Kirche in allen Punkten recht. Das heißt es kommen Kosten von etwa 8000 Euro auf Aigner zu.

Die Reaktion von Stefan Aigner:

Eine nähere Begründung liegt uns noch nicht vor. „Das Urteil ist absolut nicht nachvollziehbar“, sagt unser Rechtsanwalt Nils Pütz. „Wir sind gespannt, wie bei dieser Sachlage ein solches Fehlurteil zustande kommen konnte.“ So bald uns die Begründung vorliegt, werden wir berichten – so weit es uns erlaubt ist. Eines steht schon jetzt fest: Wir werden gegen dieses Urteil vorgehen. Das Landgericht verbietet damit auch den Opfern den Mund.

Der Pressesprecher der Diözese:

„Ich begrüße das Urteil, in dem die Wahrheit zu ihrem Recht kommt. Wenn der Blog-Betreiber nun behauptet, die Meinungsfreiheit zu verteidigen, führt er die Öffentlichkeit hinters Licht. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen Meinungen und unwahren Behauptungen. Der Blog-Betreiber schützt nicht die Meinungsfreiheit, sondern er fordert für sich das Vorrecht, über Dritte unwahre und herabwürdigende Tatsachen verbreiten zu dürfen, die mit Nichts zu belegen sind. Ein solches Sonderrecht steht Niemandem zu. Und das ist recht so.“

Doch was ist überhaupt geschehen? Über die Hintergründe des Falls – Der Regensburg-Effekt

Der Regensburger Stefan Aigner betreibt das Blog regensburg-digital.de. Er berichtet dort vor allem über Lokalpolitik. »Im März 2010 habe ich geschrieben, dass ich es als grotesk befunden habe, dass die katholische Kirche selbst Missbrauchsfälle aufklären soll, und habe das mit mehreren Beispielen begründet«, erzählt Aigner. Eines führte die Diözese Regensburg auf den Plan: Es ging um genau diesen Pfarrer aus Riekofen bei Regensburg, der 2008 wegen 22-fachen sexuellen Missbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Nachdem er sich 1999 in Viechtach während einer Osterfeier an zwei Brüdern vergriff, während ihre Schwester die Tat beobachtete, unterschrieb die Familie der Kinder eine Stillschweigeerklärung. Der Priester zahlte 6.500 Mark Schmerzensgeld an die Familie. Schon eineinhalb Jahre später arbeitete der Priester wieder mit Jugendlichen.

Die Streitfrage ist, ob es einen Zusammenhang zwischen der Schmerzensgeldzahlung und dem damaligen Stillschweigen der Familie gibt. »Dazu habe ich in meinem Kommentar eine Einschätzung getroffen, die ich so öffentlich nicht mehr äußern darf«, sagt Stefan Aigner. Im nächsten Satz schrieb er, dass das Bistum einen solchen Zusammenhang dementiert.

Die Diözese mahnte ihn ab, das heißt sie forderte Aigner auf, solche Aussagen in Zukunft zu unterlassen. Aigner machte daraufhin einen Kompromissvorschlag und veränderte seine Aussage, um sie deutlicher als Meinungsäußerung kenntlich zu machen. Das Bistum ignorierte das und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen beide Formulierungen. Bei einer Strafandrohung von 250.000 Euro oder ersatzweise zwei Jahren Haft ist es Aigner untersagt, seine Sicht zum Verhalten der Kirche öffentlich zu sagen. Aigner findet das absurd: »Diese Einschätzung ist so oder so ähnlich auch beim Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, der Bild-Zeitung oder der taz zu finden.«

(…)

Ein Richter muss nun entscheiden, ob Stefan Aigner schreiben darf, dass »die Geldzahlung nicht nur in den Augen unserer Redaktion einen Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung hat« oder ob das Ordinariat ihm das verbieten darf. Das ist auch eine grundsätzliche Entscheidung: Wo hört Meinungsfreiheit auf und beginnen die persönlichen Rechte eines jeden?