Lesenswertes: Homepages, Datenjournalismus und was mit Wirtschaft

Als Angela Merkel weinte.

Lesenswertes der letzten Tage. Mehr lesenswerte Links findest du in der gleichnamigen Kategorie Lesenswertes.

  • The death of the homepage in one simple graph – Jede. Seite. Muss. Eine. Homepage. Sein. Punkt.
  • Rebellious Economics Students Have a Point : The New Yorker – Einmal mehr haben VWL-Studenten zu einer Reform der Lehrpläne aufgerufen – mit relativ großen Presseecho. Schließlich war unter den Erstunterzeichnern des offenen Briefs auch Thomas Piketty, der mit seinem Buch "Capital in the 21st Century" die Feuilletons dominiert. Aus dem Artikel des New Yorker ein pathetischer Absatz:

    "Technical expertise is valuable. Nobody should be allowed to graduate in economics without at least a rudimentary knowledge of statistics. Exposure to theories of finance, such as the capital asset pricing model, explains a good deal about Wall Street and the business world that would otherwise remain mysterious. But economics should surely aspire to more than providing foot soldiers for the financial industry and Big Data companies."

  • How the euro was saved – FT series – FT.com

    "To the astonishment of almost everyone in the room, Angela Merkel began to cry. “Das ist nicht fair.” That is not fair, the German chancellor said angrily, tears welling in her eyes. “Ich bringe mich nicht selbst um.” I am not going to commit suicide."

  • Why Normal People Don’t Trust Data Journalism – Business Insider

    „For a start, this kind of reporting doesn’t obey any of the four golden rules of attention-seeking: novelty, controversy, celebrity and sex. Another way of putting it is: they’re boring, written by boring people and they cover boring subjects. Let’s be honest: this stuff is written for other journalists. If you’ve signed up to a life of crafting explainer tabs for Vox, or landed a gig at the Guardian writing for its datablog, good for you. But know that your work will only ever be read by dorks.“

Structured Journalism im Innovation Report der New York Times

Auf 80 schlecht kopierten Seiten zeigt ein interner Bericht der New York Times Verbesserungspotenzial in der digitalen Strategie. Auch Structured Journalism spielt eine Rolle.

Als ich den Tweet über den Innovation Report der New York Times gelesen habe, dachte ich an eine Übertreibung, daran, dass sich das Nieman Lab am Clickbaiting versucht. Ich lag falsch.

Es ist lustig, dass ein Bericht über die digitale Strategie der renommiertesten Zeitung der Welt schlecht lesbar in schwarz-weiß daherkommt: Ausgedruckt und eingescannt, auf manchen Seiten sind die letzten Buchstaben auf der linken Seiten abgeschnitten.

Ein paar bemerkenswerte Punkte aus dem ersten Drittel des über 80-seitigen Reports handeln von Structured Journalism:

Das Archiv ausnutzen

Die NYTimes hat 14 Millionen Artikel seit 1850, die können wiederverwertet werden und neue Entwicklungen in einen Kontext stellen. Packaging nennen sie das im Innovation Report. Das funktioniert aber nur, wenn die Artikel schnell zu finden sind.

Strukturierte Daten

Potenzial für structured journalim bei der New York Times.
Potenzial für structured journalim bei der New York Times.

Die New York Times, so steht im Bericht, verschlagwortet seine Artikel schon seit 100 Jahren – und war damit analog ein Vorreiter. Doch in der digitalen Welt sei der Umgang mit Metadaten noch nicht ideal, auch weil das teuer ist. „And here is an ugly truth about structured data: there are substantial cost to waiting.“

Beispiele aus dem Report:

  • Rezeptsammlungen konnten nie ausgenutzt werden, weil sie keine Schlagworte hatten. Schließlich wurde das per Hand nachgeholt.
  • Es wird dafür argumentiert, den Ort des Artikels festzuhalten, damit können z.B. Leser per Smartphone Geschichte auf ihren Standpunkt ausgerichtet bekommen

Wiederholbarkeit

Ein Snowfall ist cool, doch hat die Arbeit daran Wochen gedauert. Um solche aufwendigen Dinge regelmäßig machen zu können, müssen sie replizierbar sein. Die NYTimes zitiert Kevin Delaney von Quartz: „I’d rather have a Snowfall builder than a Snowfall.“ Auch das hat mit strukturierten Informationen zu tun: Code, den man mehr als einmal benutzen wird, sollte als Template zur Verfügung stehen.

Links zur Berichterstattung über den Innovation Report:

Der Innovation Report der “New York Times” – ein historisches Dokument schreibt Thomas Knüwer und fasst den gesamten Bericht zusammen

The homepage is dead, and the social web has won—even at the New York Times: Die Zugriffe auf die Startseite haben in den letzten zwei Jahren um 50 Prozent abgenommen: „That’s not necessarily a reflection of any problems at the Times but the reality of how news is now distributed on the internet“, schreibt Quartz.

The leaked New York Times innovation report is one of the key documents of this media age: Ausführliche Zusammenfassung beim Nieman Lab

Hamburg expandiert in den Süden

SpiegelOnline-Texte beim neuen Schweizer Nachrichtenportal Watson.ch, der Postillion soll regelmäßig im Kulturteil des Sterns erscheinen: Innerhalb von 24 Stunden teilen zwei Hamburger Traditionsmagazine mit, mit Journalismus-Start-Ups aus Bayern und der Schweiz zusammenzuarbeiten.

SpiegelOnline-Texte beim neuen Schweizer Nachrichtenportal Watson.ch, der Postillion soll regelmäßig im Kulturteil des Sterns erscheinen: Innerhalb von 24 Stunden teilen zwei Hamburger Traditionsmagazine mit, mit Journalismus-Start-Ups aus Bayern und der Schweiz zusammenzuarbeiten.

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