Die Geschichte hinter dem Obama-Selfie

Barack Obama, David Cameron und eine unbekannte blonde Frau, die sich als die dänische Ministerpräsidenten Helle Thorning Schmidt entpuppt, haben bei vierstündigen Trauerfeuer für Nelson Mandela ein Selfie von sich gemacht. Der AFP-Fotojournalist Roberto Schmidt hat die Geschichte hinter dem Foto erzählt. Er schreibt unter anderem:

„I took these photos totally spontaneously, without thinking about what impact they might have. At the time, I thought the world leaders were simply acting like human beings, like me and you. I doubt anyone could have remained totally stony faced for the duration of the ceremony, while tens of thousands of people were celebrating in the stadium. For me, the behaviour of these leaders in snapping a selfie seems perfectly natural. I see nothing to complain about, and probably would have done the same in their place. The AFP team worked hard to display the reaction that South African people had for the passing of someone they consider as a father. We moved about 500 pictures, trying to portray their true feelings, and this seemingly trivial image seems to have eclipsed much of this collective work.“

P.S.: Michelle Obama war gar nicht angepisst, auch wenn sie auf dem Bild so guckt. Mehr dazu ebenfalls im Text von Schmidt.

P.P.S.: Die Fotorechte liegen selbstverständlich bei AFP Photo / Roberto Schmidt.

Lesenswertes: 2000 – 2009

Picturing the Past 10 Years Rückblicke auf das vergangene Jahrzehnt gibt’s dieser Tage wie Sand am Meer. Der beste, den ich bisher gesehen habe, ist in der New York Times und kommt so gut wie ohne Text aus: Eine große Grafik mit verschiedenen Kategorien und jeweils einem Bild, das stellvertretend für das Jahr steht. Günter Jauch, der Spiegel oder diverse Blogs können da einpacken.

The Most Memorable Feminist Moments of the Decade Ein Rundumschlag von „DoubleX“, einem Magazin der Washington Post, zu allem was im letzten Jahrzehnt wichtig (aber nicht unbedingt nur positiv) für den Feminismus war. Da steht Angela Merkel neben Aung San Suu Kyi und Conduleeza Rice neben Paris Hilton.

Xinnián Kuaile – fröhliches neues Jahr!

Die Chinesen feiern seit heute das Neujahrsfest. Das stimmt mich doch ein wenig traurig, war ich doch letztes Jahr selbst bei dem größten Fest in China mit dabei. Wehmütig, und ein kleines bisschen sentimental, habe ich in meinem china.blog nachgelesen, was ich vor einem Jahr im Städtchen Gengma in der Provinz Yunnan erlebte. Hier findet ihr ein paar Auszüge davon und Fotos vom Neujahrfest 2008.

Seit Wochen sind die Straßen mit roten Lampions geschmückt, im Supermarkt stapeln sich Geschenkkörbe und alle unsere Nachbarn putzten letzte Woche ihre Wohnung für das große Fest, so dass ihre Möbel einen Nachmittag vor der Türe verbrachten.

Chinesisches Neujahr

Chinesisches Neujahr Yunnan

Chinaböller – so heißen die Feuerwerke nicht umsonst. Chinesen böllern oft und gern – bei Hochzeiten, Beerdigungen oder Einweihungen. Doch an Neujahr übertreffen sie sich selbst. Knaller stapelten sich schon seit Tagen vor Geschäften, zum Teil in furchterregender Größe.

Chinesisches Neujahr Yunnan

Natürlich gehört auch ein Festessen zum Silvesterabend. Bevor jedoch wir Menschen uns die Mägen vollschlagen konnten, wurde den Ahnen ein Tisch voller Köstlichkeiten geopfert.

Chinesisches Essen Yunnan

Später schauten wir zu zehnt die Silvestershow im Staatsfernsehen. Da wir kein Wort verstanden, war das für uns langweilig, weshalb wir uns über das Dauerlächeln chinesischer Moderatoren lustig machten. Entweder werden sie konsequent vor jeder Sendung auf Drogen gesetzt oder ein chirurgischer Eingriff verhindert einen normalen Gesichtsausdruck. Von 20 Uhr bis 1 Uhr gibt es Lieder, komoediantische Einlagen und Akrobatik zu sehen.

So erlebte ich die Silvestergala 2007. Mark Siemons, der offenbar mehr Chinesisch versteht, beschreibt die Show dieses Jahres: „Die Planung und Gestaltung der Show ist ganz oben angesiedelt, beteiligt sind die Kultur- und Kunst-Abteilung des Senders, die Leitung des Senders, das staatliche Amt für Fernsehen und Radio sowie die zentrale Propagandabehörde.“ Auch 2008/2009 war es eine Schau an Sängern und Moderatoren, Sportlern und Schauspielern. Imposante Kostüme und Bühnenbilder umrahmten die Show mit viel Tanz und Musik. Wie gesagt, ich fand’s letztes Jahr langweilig, diesmal scheint es nicht viel anders gewesen zu sein. Doch ein paar Minuten Bombast-TV aus dem Reich der Mitte, können niemanden schaden, oder? Also, viel Vergnügen…

… und ein gutes neues Jahr des Ochsen!

Chinesisches Neujahr Feuerwerk