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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Sorry Sechzger, das ist ab jetzt mein Lieblingsfussballteam:

Via Herm

Lesenswertes: Zweimal aus der Zeit

„In Windeseile Geld machen“ – Als ich am Ende meines Chinaaufenthalts ein paar Tage in Guangzhou verbrachte, der Millionstadt am Perlflussdelta, die in Deutschland vor allem unter ihrem alten Kolonialnamen Kanton bekannt ist, überraschte mich vor allem eines: Die vielen Afrikaner, die genauso wie wir in billigen Hotels rund um den Bahnhof wohnten. Immer wieder wollte ich darüber schreiben, auf irgendeiner Festplatte liegt sogar ein angefangener Blogpost rum. Jetzt ist ein Artikel in der Zeit über Afrikaner, die oft auf eigene Faust nach China reisen und zu Händlern werden. In dem Text wird auch Diskriminierung durch Chinesen angesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass Rassismus weit verbreitet ist, gerade auch gegenüber Schwarzen.

Elf Frauen sollt ihr sein – Pünktlich zur Frauen-WM läuft die PR-Maschinerie an. Das ist klasse, schließlich wurde den kickenden Frauen in Deutschland noch nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Aber damit kommt auch die latente Angst vor dem Unbekannten, dem Unweiblichen. Der DFB wirkt deshalb sehr bemüht Stereotypen keinen Raum zu lassen und feminine Spielerinnen zu präsentieren. Aber was ist, wenn das einfach nicht der Wahrheit entspricht? “Kann es sein, dass das neue Image vom Frauenfußball als Girlie-Sport nur ein Sommermärchen ist?”, fragt sich Heike Faller in der Zeit.

Einmal Löwe, Immer Löwe

Seit 15 Jahren bin ich Fan des TSV 1860 München. Das heißt, während sich die meisten Fussballfans in meiner Umgebung über Meisterschaften und Erfolge in der Championsleague des FC Bayern München gefreut haben, war das Highlight der Löwen in der Zeit ein paar Erfolge im UI-Cup Ende der 1990er Jahre und der Erhalt des Klasse Jahr für Jahr. Einmal wurden sie Hallenmeister und das Mannschaftsbild mit dem Pokal hing ein paar Monate lang in meinem Zimmer. Meine Zeit mit den Löwen war geprägt von einem cholerischen Duo Werner: Lorant als Trainer und Karl-Heinz Wildmoser als Präsident.

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Aber seit ein paar Jahren spielen sie jetzt schon in der zweiten Liga und immer wenn ich kurz nachsehe, wie es ihnen geht, haben sie entweder verloren, stehen vor dem finanziellen Aus oder haben jemanden aus der Geschäftsleitung hinausgeschmissen – Löwen-Fan ist man nicht aus Spaß!

Meine Dasein als Fan:

  • Die große Zeit des Münchner Arbeitervereins war in den 1960er Jahren (und in der NS-Zeit als sie mehr braun als blau waren). 1966 wurden sie das erste und einzige mal Meister der deutschen Bundesliga, weshalb ich mir gut merken konnte in welchem Jahr meine Mutter geboren wurde.
  • Zwei Spiele habe ich im Olympiastadion gesehen und ein Training an der Grünwalder Straße. Das erste war gegen Stuttgart, doch wir – mein Vater (Bayernfan), sein Onkel (Sechzgerfan) und ich – kamen erst zur zweiten Hälfte ins Stadion, weil unser Auto auf der Autobahn liegen geblieben ist. Das zweite Spiel war gegen Rostock, das Ergebnis 0:0 und ein schlechtes Spiel. Das beste daran war, dass es ein Foto meines Bruders (Bayernfan) mit Löwenkappe und –fahne gibt. (Und einmal spielten sie in Passau, wohin ich mit meinem Papa fuhr und mit einem T-Shirt voller Autogramme wieder zurückkam).
  • Ich bin Besitzerin dreier Bücher über die Geschichte der 60er.
  • Meine allererste Website bei Beepworld war eine Fanpage.
  • Ich habe ein Löwentrikot von 1994, das ich zu Ostern zwei Jahre darauf bekommen habe. Die Brustreklame ist von den Hakka-Werken und ich konnte es nur ein Jahr lang tragen, denn dann wurde es mir zu klein.
  • Alexander Kutschera, Abwehr, war mein Lieblingsspieler.

Wem es genauso geht und trotz allen Tiefen (und kurzen Höhen) zu den Löwen hält, der muss die Geschichte “Löwen weinen nicht” von Bastian Obermayer im Süddeutsche Magazin lesen:

“Wenn ich Bayern-Fan geworden wäre, mein Verein wäre seit damals 15-mal Deutscher Meister, neunmal Pokalsieger und einmal Champions-League-Sieger geworden.

Ich wurde aber Fan des TSV München von 1860, der »Löwen«, der »Sechziger«, und wir wurden, seit ich »wir« sage, nicht ein einziges Mal irgendwas. Alle Titel, die mein Verein nach dem Krieg errungen hat, passen bequem auf das 1860-Bierglas in meiner Küche: »Deutscher Pokalsieger 1964«, »Deutscher Meister 1966«. Auf dem Glas steht auch »Europapokalfinalist 1965«, das ist streng genommen zwar kein Titel, weil wir das Endspiel verloren haben, aber das Glas ist ein 0,5-Liter-Glas, da ist eine Menge Platz.”