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Katharina Brunner

Bloggin' since 2007

Versuch gescheitert, mit Longform-Journalismus Geld zu verdienen: Byliner am Ende

Byliner aus den USA versuchte, mit Longform-Journalismus Geld zu machen. Jetzt scheint das Unternehmen am Ende zu sein. Laura Hazard Owen analysiert bei GigaOm die Gründe.

Es hat ganz gut angefangen mit Byliner, denn Investoren konnten gewonnen werden, ein konkretes Geschäftsmodell wurde formuliert:

„The San Francisco-based company raised $1 million in seed funding and raised an undisclosed amount of further funds from investors like Avalon Ventures and Freestyle Capital. It seems that, for those investors, Byliner’s original strategy of selling individual e-singles wasn’t enough, and the company over time began to focus on a subscription model: Byliner Plus, which for $5.99 a month would give users unlimited access to Byliner’s original stories and other exclusive content. (In addition, Byliner continued to sell its works as individual e-singles for a couple of dollars apiece, through Amazon, Apple and other ebook retailers.)“

Doch das hat alles nichts geholfen, die potenziellen Kunden haben nicht gekauft:

„Ultimately, the problem might be one of unrealistic expectations — both the unrealistic expectations that VCs had for Byliner, and unrealistic expectations of authors about how much money they could make.

(…)

That doesn’t necessarily mean such a model can’t work — it just means the expectations have to be different. And by “different,” I primarily mean “lower.”“

Die Konkurrenz sei einfach zu groß, die vergleichbare Inhalte anbietet – und zwar kostenlos.

Owen vergleicht Byliner mit The Atavist. Letztere verkaufen auch lange Geschichten, die Umsätze werden aber mit dem Vertrieb der dahinterliegenden Software gemacht.

Abschlusssatz bei GigaOm:

„There’s not enough demand, and there’s too much competition.“

via @vocer

Google News straft Sponsored Content ab: Ein Überblick und eine Lösung

Advertorials, Native Advertising, Sponsored Posts – Werbung, die makellos in das redaktionelle Kleid gewandet ist, scheint der Hoffnungsträger vieler journalistischer Geschäftsmodelle sein*. Doch das mag Google und erst recht Google News nicht.

Die wichtigste Quelle dazu ist ein YoutTube-Video des Google-Mitarbeiter Matt Cutts, der erläutert, welche Konsequenzen es für Webseiten-Betreiber haben kann, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Bezeichenend ist seine Abteilung: „Web Spam Team“.

Cutts spricht ab Minute 2:15 Uhr vor allem zwei Punkte an, die Auswirkungen auf die Sichtbarkeit einer Seite bei Google haben können:

  1. Google Suchmaschine: Bezahlte Beiträge mit Links sind gekaufte Links. Punkt. Die Links müssen also mit einem rel=“nofollow“ versetzt werden und ließen dadurch nicht in den PageRank ein.
  2. Google News: Bezahlte Beiträge sollen bei Google News nicht vorkommen, weshalb damit gedroht wird, dass nicht nur die fälscherlicherweise indexierten Beiträge gelöscht werden, sondern die gesamte Webseite. Google-Mitarbeiter Cutts empfiehlt eine „abundunace of caution“.

Ein Beispiel für eine Bestrafung ist eine Lokalzeitung in England, deren PageRank auf 0 gesetzt wurde, nachdem dort ein Text über einen Blumerlieferdienst veröffentlicht wurde, der zwar als sponsored content gekennzeichnet war, aber der Link zum Lieferdienst aber kein nofollow-Attribut hatte.

Wie soll man nun damit umgehen, wenn journalistische Beiträge und bezahlte Texte auf einer Seite liegen und bei GoogleNews auftauchen möchte?

Eine Lösung beim Content-Management-System WordPress: Das Google News XML Sitemap Plugin erstellt eine spezielle Sitemap für Google News. Besonders praktisch: Dort kann man bestimmte Kategorien ausschließen – also die, in der sponsored content liegt. Die Sitemap für Google News ist dann unter deinedomain.de/google-news-sitemap.xml erreichbar.

Linkliste zum Thema Google News und Sponsered Content/Advertorials:

Google: Separating different types of content on your site

Seokratie: Advertorials und Sponsored Posts: Eine unbequeme Wahrheit

Die juristische Perspektive auf den Konflikt zwischen redaktionellen und werblichen Beiträgen bietet der Blog Recht-Freundlich.de.

PaidContent: If you are running advertorial or sponsored content, Google is watching you

Business Insider: Google Just Threatened To Ban News Sites That Run Advertising It Doesn’t Like

Bueltge: Google News Sitemaps in WordPress

* Man kann natürlich darüber diskutieren, inwieweit das dem journalistischen Ethos dient. Aber hey – Geldverdienen mit Journalismus ist kein Zuckerschlecken.