GES 2011: Concluding Remarks

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

Between the coast, the main train station and a run-down parking garage, the GES 2011 was a great event. Here are some concluding remarks:

A recurring claim: New mechanisms

One statement that appeared in all panels was that old mechanisms for governments interacting with each other on a global level don’t work anymore. They were designed in an other time after the Second World War: The Bretton-Woods-System and its executive institutions, the International Monetary Fund (IMF) and the World Bank took care about the financial systems and the economic development of what used to be called Third World Countries.

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How to Govern the World

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

“Norms for a Global Governance” was probably the most enlighting (and last) panel I took part. How should governments interact with each other on a global level? Which values should prevail and influence actions? The talk was on the one hand philosophical, using by using Locke, Hobbs, and Bentham for argumentations, but also practical by specific proposals and recommondations for politics. With participants from Asia, the United States and from a Eurozone country, two of them living on two continents and with their jobs ranging from government, private sector to NGOs, there was a good mixture of views on the world.

The talk was in the nicest room with two walls being windows to the coast. The five persons on the stage jumped from one topic to the other, led by an entertaining moderator. Nobody talked to long, but long enough to make their points. The people in the audience were in a good mood and asked good questions (Or were even dragged into the debate by the moderator – at least the one person, who was probably the most powerful at that moment in the room).

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Migration in a Globalized World

Folgender Beitrag entstand während des Global Economic Symposiums, das am 4. und 5. Oktober 2011 in Kiel stattfand. Alle Artikel sind auf economicinsights.eu zu finden.

Globalization is also the globalization of labor and therefore migration is becoming an intrinsive part. “This is an issue, everybody knows something about.”

Migration, as a panelist said, has definitly a negative connotation, which he wants to see eliminated by showing evidence in favor of migration. Since 2000 the remittances, the money migrants send back in their home countries, grew faster than the world GDP. It should be made clear, that migration has benefits for both, the donor and recipient countries.

Data shows that Europe attracts in particular unskilled migrants, whereas in the United States or Canada the migrant labor force is much more educated. This can either be called a misallocation or just a statistical trick. Illegal immigrants from the Americas are not measured in the US and therefore do not appear in official data. Continue…

Globalisierung 3.0: Die flache Welt

Thomas Friedman ist Kolumnist bei der New York Times. Er beackert die großen außenpoltischen Fragen und hat sich dem Thema Globalisierung angenommen. In “Die Welt ist flach – Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts” versucht er sich, die Welt in Zeiten des Internets und weltumspannender Kommunikation zu erklären. In großen Teilen macht er das gut und plausibel. Seine zentrale These ist: “Die Mitspieler [der Globalisierung] haben die gleichen Voraussetzungen. Das Spielfeld wird eingeebnet.“

Die erste Phase der Globalisierung war die Zeit der Kolonialreiche, als Nationen sich auf der ganzen Welt ausbreiteten. Danach, so zwischen 1800 und 2000, war die Zeit der global agierenden Unternehmen. McDonalds und Coca-Cola sind da nur die Aushängeschilder von Firmen, deren Markt die ganze Welt ist. Seit etwa dem Jahr 2000 ist die dritte Welle der Globalisierung im Anrollen. Jetzt sind es die Individuen, die miteinander kooperieren und konkurrieren.

Für Friedman sind für diese Einebnung der Welt zehn Faktoren verantwortlich, die sich grob in drei Themengebiete einteilen lassen: Politische Veränderungen, Internet und Computer, und veränderte Unternehmensstrukturen.

Der Fall der Mauer war der erste wichtige, und einzig politische Schritt. Interessant fand ich die Feststellung, dass totalitäre Systeme ein Informationsmonopol brauchen. Genau das versucht ja der chinesische Staat mit der (Internet-)zensur zu halten.

Dazu kommt der Start des Netscape-Browsers, der PC-Laien erlaubte, das Internet zu benutzen. Der Workflow konnte durch Software und allgemeine Standards verbessert werden, schließlich braucht man sich zB heute keine Gedanken darüber machen, ob der andere ein Word-Dokument öffnen kann. Diese Frage stellt sich einfach nicht mehr; Word ist Standard (Alter!).  Außerdem die Open-Source-Bewegung, Wikipedia, Blogger usw.

Auf Unternehmensebene veränderten das Outsourcing (klar beschränkte Aufgabe von einem anderen Unternehmen durchführen lassen, z.B. Kundenservice in indischen Callcenters), Offshoring (ganze Fabriken verlagern) und Insourcing (Logistik der Wertschöpfung wird von externen Dienstleistern unternommen, beispielsweise hat sich Nike ganz auf die Entwicklung neuen Schuhwerks konzentriert und hat mit der Logistik seiner Waren nichts mehr zu tun) die Geschäftswelt. Das Meisterstück sind globale Wertschöpfungsketten, die perfekt aufeinander abgestimmt werden. Und der Spitzenreiter ist (oder war zumindest zum Zeitpunkt als das Buch 2007 geschrieben wurde) Walmart das größte Unternehmen der Welt, das kein einziges Produkt selbst herstellt. Stattdessen hat es eine super-effiziente Wertschöpfungskette, die schwer zu kopieren ist.

Zum ersten Mal erfuhr ich dem Buch von einem positiven Aspekt der Dotcom-Blase Ende der 90er Jahre. Massive Überinvestitionen in Glasfaserkabel führten dazu, dass nach dem Platzen der Blase, viel zu viele Kabel in die Erde gelegt wurden. Das heißt: Das Angebot war größer als die Nachfrage, die Firmen mussten als den Preis für die Datenübertragungen senken. Deshalb wurde dann langsam schnelles Internet und Flatrates auch für kleinere Unternehmen und Privathaushalte erschwinglich.

Thomas Friedman ist Journalist bei der New York Times. Das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Es ist großartig, weil er unterhaltsam schreibt, mit Leuten gesprochen hat und das Buch wie eine Reportage über 600 Buchseiten daherkommt. Immer wieder kommen Unternehmer, Manager und Arbeitnehmer aus aller Welt zu Wort, die beschreiben, wie sich die Globalisierung auf ihr Geschäft auswirkt. Vor allem seine zehn Faktoren für die Einebnung der Welt stellt er so überzeugend dar.

Danach schreibt er auch darüber, was das für Menschen und Staaten bedeutet, die einfach nicht mitmachen können. Was da raus kommen kann, sieht man an den Revolutionen in Nordafrika.

Nach der Hälfte des Buches machen die ständigen Beispiele das Buch sehr langatmig. Fast hat man das Gefühl Friedman musste die Seiten irgendwie füllen. Vor allem gegen Ende merkt man, dass sich das Buch für den amerikanischen Markt geschrieben ist. Sehr pathetisch wird es wenn es um das Thema 11.September und Terrorismus geht, was ja auch gerade nur wegen der flachen Welt möglich war: Osama bin Laden organisierte “eine globale Wertzerstörungskette”.

Meine Empfehlung lautet daher: Lest das Buch, es erklärt großartig, wie die Globalisierung auf Individuen wirkt. Die zweite Hälfte des Buches ist nicht schlechter als die erste, hätte jedoch auch mit weit weniger bedruckten Seiten auskommen können.

Schön ist übrigens immer wieder in Texten, die fünf bis zehn Jahre alt, sind Lobeshymnen auf Irland und Schimpftiraden auf den deutschen Arbeitsmarkt zu finden.

Thomas L. Friedman, Die Welt ist flach Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts, Suhrkamp, 764 Seiten