Bunte Liste erneut stärkste Kraft – Fachschaftsinitiative Lehramt mit drei Mandaten

Fast alles beim Alten: Im Kovent verlieren die großen drei Listen jeweils einen Sitz, im Senat bleiben die Verhältnisse gleich. Nur die Fachschaftsinitiative Lehramt kann stark hinzugewinnen.

Hochschulwahlen 2014 Uni Regensburg

Spannung im Senatssaal: Die meisten Gesichtern schauen freudig, als das vorläufige Ergebnis der Hochschulwahlen am Dienstagabend bekannt gegeben wurde.

Die Bunte Liste feiert mit acht Sitzen im studentischen Konvent bzw. zwei im Senat auch dieses Jahr den größten Einzelerfolg der Hochschulgruppen. Der RCDS und die Jusos bekommen jeweils einen Sitz im Senat. Im Konvent verlieren sie beide einen Sitz, beide Listen haben nun fünf Mandate.

 

 

Ein Überraschungserfolg gelang der Fachschaftsinitiative Lehramt, die mit drei Sitzen in den Konvent einzieht. Letztes Jahr waren sie dort nicht vertreten. Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) kann allen Wahlkampfbemühungen zum Trotz auch dieses Jahr nicht in den Konvent oder Senat einziehen. Die Bieraten dagegen verteidigten ihren Posten und holen wieder einen Sitz. Insgesamt werden so 22 studentische Vertreter in den Konvent einziehen.

 

 

Die Ergebnisse für den Senat

Im Senat bleibt der Proporz gleich: Zwei Personen aus dem grünen Spektrum, ein RCDler, ein Juso: Die zwei Mandate der Bunten Liste holten Christiane Fuchs und Josef Werner, den RCDS vertritt weiterhin Benjamin Gürtler und Tobias Hartl von LAF/Jusos zieht neu den Senat ein. Der Kopf der Fachschaftsinitiative Lehramt, Jordan Zaby, und auch die Kandidaten der anderen Listen gingen leer aus.

 

 

Verzögerung beim Auszählen

Mit der Bekanntgabe der Ergebnisse ging ein langer Wahlabend zu Ende: Aufgrund einer falschen Auszählung einer Fakultätsliste zögerte sich die Verkündung bis in die späten Abendstunden hinaus. Die anwesenden Hochschulgruppen störte dies jedoch wenig. Sie witzelten bei Bier und Gummibärchen über die Langsamkeit des auswertenden Rechners: „Der Rechner hat bestimmt Windows 95, solange wie das dauert“, kommentierte ein Anwesender auf die Aussage der Wahlleitung, dass der Computer noch am auswerten sei. Am Ende waren dennoch die meisten froh, nicht mehr in Ungewissheit zu sein und machten sich auf, um zu feiern – oder bereits die kommende Amtszeit zu planen.

Die Wahlbeteiligung war auch dieses Jahr wieder sehr gering: 13,49 Prozent beteiligten sich bei der Wahl zum Senat bzw. 13,42 Prozent beim studentischen Konvent.

 

Sonderseite der Lautschrift zu den Hochschulwahlen

Für die Hochschulwahlen der Uni Regensburg haben wir bei der Regensburger Studentenzeitung Lautschrift eine Sonderseite gebastelt: Videos, kurze Texte, Grafiken.

In der Vergangenheit haben wir dafür ein gedrucktes Heft produziert, wir hatten aber das Gefühl, dass das nicht besonders viele Leute erreicht – auch, weil die Hochschulwahlen sowieso fast niemanden interessiert. Eine Wahlbeteiligung knapp über zehn Prozent spricht Bände. Online konnten wir uns bei Sachen ausprobieren, die uns wirklich Spaß machen: Ich beim Webdesign, mein Kollege bei den Videos.

Und womöglich bin ich mit dem Scrolling-Effekt zu Beginn dem verfallen, das ich sonst gerne kritisiere: Etwas zu tun, nur weil man es kann, obwohl es eigentlich keine Bedeutung hat. Doch im Laufe des Coding-Tages ist mir eine Methode von Codrops in die Hände gefallen, die verschiedene Scrolling-Effekte zulässt – und swoooosh – war’s auch schon eingebaut.

Die Seite basiert auf HTML5, CSS3 und benutzt das Bootstrap-Grid. Fitvids.js benutze ich, damit sich die eingebundenen Youtube-Videos der Display-Größe anpassen. Die Datawrapper-Grafiken und das HTML5-Audioelement tun das nicht, denn am Schluss musste es schnell gehen. Mit einer transparenten fixen Navigationsleiste habe ich den neuesten Webdesign-Trend eingebaut.

Pegelstand: Bis zum Hals

Zwei Wochen vor Semesterbeginn fiel mehr als jeder fünfte Sprachkurs fehlenden Finanzen zum Opfer. Nicht nur für Studenten wurde es eng in den verbleibenden Kursen, auch Dozenten mussten um ihren Platz fürchten. Jetzt begehren die Lehrbeauftragten auf, die sich mit ihrem Job nicht über Wasser halten können.

Foto: C. Schmiegel, M. Schwinn

Foto: C. Schmiegel, M. Schwinn

Zwei Computer, zwei Schreibtische, leere Arbeitsflächen: Die paar Quadratmeter im Sammelgebäude sind penibel aufgeräumt, auf den Tischen liegen keine losen Blätter oder persönliche Gegenstände, die Bildschirme sind schwarz. Eine Frau in ihren Dreißigern sitzt auf einem Drehstuhl. »Die Dozenten sind zuverlässig und ordentlich, sonst würde das nicht gehen«, sagt sie. Das Büro ist die Anlaufstelle für alle Lehrkräfte der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung und Deutsch als Fremdsprache. Laut Website des Zentrums für Sprache und Kommunikation der Universität Regensburg sind das im Wintersemester an die 150 Personen.

Ein Büro für 150 Angestellte »Wir Lehrbeauftragte arbeiten in einer eigentlich untragbaren Situation und das schon seit vielen Jahren«, sagt Maria Maier, die möchte, dass ihr Name geändert wird. Sie hat Angst, dass das, was sie sagt, Folgen haben könnte und sie im kommenden Semester nicht mehr als Sprachdozentin arbeiten kann. Auch ihre Kollegin Anna Auer möchte nur mit einem Pseudonym erwähnt werden: »Wir arbeiten unter schlechten Bedingungen. Wir haben keine Rechte. Das finde ich ziemlich schlimm.«

»So kann man nicht arbeiten«

Das Zentrum für Sprache und Kommunikation (ZSK) bietet allen Studenten unabhänig von ihren Studienfächern die Möglichkeit, Sprachen zu lernen. Am 2. Oktober veröffentlichte das ZSK eine Nachricht auf ihrer Website, die potenziell jeden Studenten an der Uni betreffen kann: »Aufgrund nicht zugewiesener Gelder werden im Wintersemester 2013/14 zahlreiche ZSK-Kurse ersatzlos gestrichen.« Zwei Wochen vor Semesterbeginn mussten dann nicht nur Studenten, die eigentlich Spanisch– oder Englischkurse belegen wollten, umplanen, sondern auch die Dozenten, die diese halten sollten.

Es verwundert nicht, dass zum Semesterbeginn die Kurse überlaufen waren: »Von überfüllt konnte nicht mehr die Rede sein. Überfüllt heißt 40 oder 50 Leute, das war so in den letzten Semestern der Fall. Jetzt ist es so, dass ich nicht einmal ungefähr sagen kann, wie viele da waren, der Raum war propenvoll«, sagt Maier. »Alle haben geschwitzt und sich geärgert – ich mich auch. So kann man nicht arbeiten.« Dieser Kurs war kein Einzelfall. Das Zentrum für Sprache und Kommunikation hat deswegen eine E-Mail-Adresse für Beschwerden eingerichtet, um den Bedarf zu dokumentieren. Doch die Reaktion der Studenten war nicht besonders stark: Um die 200 E-Mails gingen ein. »Ich war richtig schockiert, als ich die Zahl gehört habe. Das ist in meinen Augen gar nichts«, sagt Maier. Die Geschäftsführerin des ZSK Julia Reindl drückt es diplomatischer aus: »Ich glaube, dass der tatsächliche Bedarf noch wesentlich höher liegt.« Eine Online-Petition aus studentischen Kreisen, die seit dem 11. November läuft, zeigt ebenfalls keine besonders hohe Beteiligung: Die 500 benötigten Unterschriften, um als erfolgreich zu gelten, hat die Petition zum Redaktionsschluss nicht erreicht.

Statt Beschwerde-E-Mails plant das ZSK für das Sommersemester deshalb ein neues Anmeldeverfahren: »Wir bitten darum, dass sich Leute so früh wie möglich anmelden, damit wir beispielsweise schon Mitte Februar den Bedarf im Vergleich zum gegenwärtigen Angebot sehen. Nur so kann argumentiert werden, dass die Kurse auch wirklich notwendig sind.«

Die Kurse kurzfristig ausfallen zu lassen, ist möglich, weil etwa die Hälfte der Veranstaltungen am ZSK von sogenannten Lehrbeauftragten gehalten werden. Lehrbeauftragte sind freie Mitarbeiter der Universität, die auf Honorarbasis Sprachkurse halten. Pro Stunde erhalten sie 21 Euro, unter besonderen Umständen gibt es einen Zuschlag von fünf Euro. Damit ist alles abgegolten: Vorbereitung, Nachbereitung oder die Korrektur von Klausuren. Pro Woche dürfen Lehrbeauftragte höchstens neun Stunden Unterricht halten. Wie auch andere Freiberufler er müssen sie sich um Sozial– und Rentenversicherung selbst kümmern. »Davon kann man nicht leben«, berichtet Maria Maier. »Die wissen genau, dass 100 Leute vor der Tür stehen, die sich um den Job reißen, wenn ich ihn nicht will. Man soll also glücklich sein mit dem, was man hat.« Auch für Ilaine Distler, die Portugiesisch unterrichtet, ist klar, dass man zusätzlich Hartz 4 beantragen müsste. »Für mich ist das ein Nebenjob, der großen Spaß macht«, sagt Distler. Hauptberuflich bietet sie mit ihrer Firma verschiedenste Übersetzungsdienste an. Andere Lehrbeauftragte halten sich mit zusätzlichen Jobs an der Ostbayerischen Technischen Hochschule, an der Volkshochschule oder an privaten Sprachschulen über Wasser.

Blomeyer schiebt die Verantwortung zurück zum ZSK

Auch die Geschäftsführerin des ZSK ist sich der schlechten Bezahlung bewusst: »21 Euro spiegeln aus meiner Sicht nicht unbedingt den Wert wider, den diese Arbeit für unser Sprachenzentrum hat. Ich würde mehr zahlen, aber das liegt nicht in meiner Macht.« Vielmehr liegt es in der Macht des Kanzlers der Uni Regensburg, Christian Blomeyer. Er ist es, der laut § 2 der zuständigen Richtline die Lehrbeauftragten ernennt. Blomeyer lässt Kritik an sich abperlen und schiebt die Verantwortung zurück zum ZSK. Dafür sei er nicht verantwortlich: »Wir nehmen Hinweise des ZSK natürlich zur Kenntnis und nehmen diese auch ernst. Von Seiten des ZSK ist da nichts gekommen.« Zudem sei es nicht im Interesse der Universität, Sprachdozenten allzu lange an die Uni zu binden. Das hat keine finanziellen Gründe: »Eine Dauerbeschäftigung der Lehrbeauftragten können wir nicht garantieren. Sie ist auch nicht immer sinnvoll. Gerade im Sprachbereich sind wir daran interessiert, junge und frische Leute zu bekommen, weil sich eine Sprache ja ständig weiterentwickelt.«

»Eine Dauerbeschäftigung der Lehrbeauftragten können wir nicht garantieren«, sagt der Kanzler Christian Blomeyer / Foto: Pia Weishäupl

»Eine Dauerbeschäftigung der Lehrbeauftragten können wir nicht garantieren«, sagt der Kanzler
Christian Blomeyer / Foto: Pia Weishäupl

Die Wut ist groß unter den Lehrbeauftragten – und das nicht erst seit dem Wintersemester und nicht nur in Regensburg: »Lehrauftrag bedeutet eine kurzfristige Ergänzung und Vertretung. Lehrauftrag bedeutet nicht, dass man Leute jahrelang unter prekären Bedingungen beschäftigt. Es ist unmöglich, dass Hochschulen in Deutschland davon profitieren, Leute kurzfristig zu beschäftigen und wieder hinauszuwerfen«, sagt Maier.

Die Studienzuschüsse für zentrale Einrichtungen sinken rapide

Dem Zentrum für Sprache und Kommunikation stand im Wintersemester aus zwei Gründen weniger Geld zur Verfügung: Erstens werden die Kompensationsgelder für die weggefallenen Studienbeiträge, die sogenannten Studienzuschüsse, anders zwischen den Fakultäten und den zentralen Einrichtungen verteilt. »Der größte Teil ging in diesem Fall an die Fakultäten«, sagt der Kanzler der Uni Regensburg, Christian Blomeyer. Von 60 Prozent soll der Anteil für die Fakultäten auf etwa 75 Prozent gestiegen sein – im Umkehrschluss ist der Anteil für die zentralen Einrichtungen auf circa 25 Prozent gesunken. Das hat einen Grund, verrät Cornelius Merz, Referent für Hochschulpolitik im aktuellen SprecherInnenrat: »Die Fakultäten haben sich massiv beschwert, weil der Anteil der zentralen Einrichtungen in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen ist.«

Finanzielle Löcher können nicht gestopft werden Die zweite Ursache für weniger Sprachkurse liegt in einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2010 (pdf). Danach können sich Mitarbeiter, die befristet angestellt sind, in eine unbefristete Stelle einklagen – auch am ZSK. »Dadurch werden Gelder dauerhaft gebunden. Das sind die rechtlich Gegebenheiten mit sehr positiven Folgen für das ZSK, die wir bei unserer Planung berücksichtigen müssen«, sagt Reinel. Merz aus dem studentischen Kovent sieht das nicht nur positiv: »Unbefristete Stellen sind generell eine super Sache, aber nicht, wenn sie aus Studienzuschüssen, und damit befristeten Geldern, finanziert werden.«

Nach Abzug aller Personalkosten blieben 300.000 Euro für 17 zentrale Einrichtungen übrig. Der größte Teil davon ging an die Bibliothek. »Für Lehraufträge haben wir aus Studienzuschüssen keinerlei Gelder mehr bekommen «, sagt Reinel. Das wurde ihr im August mitgeteilt. Keine neue Situation: Seit 2011 hieß es im Sommer wieder, dass die Finanzierung für das ZSK unsicher sei. »In der Vergangenheit konnten wir die Löcher über andere Geldquellen stopfen«, so Reinel. Das war dieses Mal anders: »Es war ungewöhnlich, dass zusätzliche Anträge auf Gelder nicht bewilligt wurden.«

»Es sind Köpfe gerollt«

Kurz vor Semesterbeginn konnten sich die Leitung des ZSK und die Universitätsleitung doch noch auf einen Notfallplan einigen: Sie griffen zurück auf Haushaltsreste aus laufenden Mitteln und Einnahmen des ZSK durch den Master of Speech Communications and Rhetoric. Damit konnte verhindert werden, dass alle Kurse von Lehrbeauftragten wegfallen. »Lehrbeauftragte können höchstens vier Stunden pro Woche, also zwei Kurse, halten«, sagt die Sprachdozentin Anna Auer. Für sie selbst waren eigentlich sechs Stunden vorgesehen,
bekommen hat sie vier. Einige Dozenten sind gänzlich leer ausgegangen: »Es sind Köpfe gerollt«, sagt Maier. Wieviele Lehrbeauftragte keine Aufträge mehr bekommen haben, konnte das ZSK nicht sagen.

Ein Plädoyer für mehr Transparenz

Vor einem Jahr haben die Lehrbeauftragten in der studienbegleitenden Fremdsprachenausbildung einen Brief verfasst, mit dem sie ihre Interessen beim Kanzler vertreten wollten. »Bis heute haben wir keine Antwort bekommen«, sagt Auer. »Für uns ist das ein Zeichen dafür, dass wir nicht ernst genommen werden.« Kanzler Blomeyer weiß davon nichts: »Ich kann mich an einen solchen Brief nicht erinnern. Es kann allerdings sein, dass wir den Brief so aufgefasst haben, dass es eine Feststellung ist, zu der man nichts weiter sagen muss.«

Die Forderungen, auf die sich die Lehrbeauftragten bei einem Treffen zu Beginn des Semesters einigten, lassen sich in drei Punkten zusammenfassen: Mehr Geld, mehr Planungssicherheit, offenere Kommunikation. »Jede Information gibt es immer nur hinter vorgehaltener Hand«, sagt Maier. Sie plädiert deshalb auch für mehr Transparenz: »Ich möchte, dass alle Finanzen offen einsehbar sind, nur dann kann man nachvollziehen, warum eine Situation wie diese entstanden ist.«

In Sachen Planungssicherheit könnte es Fortschritte geben: »Wir sind dabei, uns für die künftige Verteilung auf ein System zu verständigen, so dass wir noch weitergehende Planbarkeit gewährleisten können«, sagt Kanzler Blomeyer. Wie ein solches System aussehen soll, kann er noch nicht sagen. Abwarten, heißt das für die Lehrbeauftragten. So kämpferisch Auer und Maier an mancher Stelle wirken, so desillusioniert sind sie auch. Maria Maier sagt resigniert: »Wir sitzen alle in einem Boot, aber wir rudern nicht in die gleiche Richtung.«

Der Text ist in der Ausgabe »Uni-Sex« im Januar 2014 erschienen.

Interview mit Heribert Prantl: »Entweder ich überzeuge jemand – oder ich rege ihn auf«

München, über den Wolken. Die Fensterfronten im Hochhaus der Süddeutschen Zeitung fluten die Redaktionsräume mit Licht. Der Stil im Gebäude ist kühl-minimalistisch, exklusiv, steril. Heribert Prantls Büro im 25. Stock wirkt darin wie eine Farboase: Bücherwände, ein Oleanderstrauch, blaue Sessel. Die Aussicht von hier oben ist atemberaubend.

Über den Wolken beim Redaktionsgott:

»Es darf in der Wissenschaft nicht als negativ gelten, wenn man journalistisch schreibt.« Heribert Prantl im Interview mit der Lautschrift. / Foto: Pia Weishäupl

Herr Prantl, um ehrlich zu sein: Sie sind so etwas wie unser Redaktionsgott …

Um Gottes willen…

… Als das Magazin »Cicero« im letzten Jahr eine Hitliste der 500 deutschsprachigen Intellektuellen veröffentlichte, war Ihr nur 35. Platz für uns eine Enttäuschung. Wie haben Sie reagiert?

Ich habe gelacht, weil solche Statistiken ja unglaublich dämlich sind, bestenfalls eine gehobene Alberei. Und mir ist eingefallen, dass ich zwei Jahre früher deutlich weiter hinten war und dachte mir: Irgendwie musst du einen intellektuellen Sprung gemacht haben. (lacht)

Ihre ersten Sprünge haben Sie in Regensburg gemacht, wo Sie von 1974 bis 1979 studiert haben. Wie gestaltet jemand, der später als Intellektueller gilt, seine Studienzeit – mehr Bibliothek als Kneipe?

Ich habe zu viel studiert, ganz einfach. In erster Linie Jura, nebenbei Philosophie und Geschichte. Das hat dazu geführt, dass ich morgens um acht Uhr an die Uni ging und um halb zehn Uhr abends wieder raus kam. Dann ging man mit zwei, drei Leuten in eine Lokalität namens Oma Plüsch, aß Pommes Frites, trank eine Cola und ging nach Hause, um am nächsten Tag wieder anzutreten. Die Bibliothek ist damals so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Aber die Freundinnen und Freunde saßen auch da. Die Bib war auch ein Kontaktraum.

Zur Person

Heribert Prantl, 59, wurde am 30. Juli 1953 in Nittenau geboren. Der Journalist und Autor studierte an der Regensburger Universität Jura, Geschichte und Philosophie. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen und der Promotion arbeitete er kurz als Rechtsanwalt, bevor er sich von 1981 bis 1987 in Regensburg als Richter und Staatsanwalt betätigte. Zum Journalismus wechselte er, als sich die Gelegenheit ergab: 1988 holten ihn die Chefredakteure der Süddeutschen Zeitung nach München. Seit 1995 leitet er dort das Ressort Innenpolitik, seit Januar 2011 ist er zudem Mitglied der Chefredaktion. Prantl verfasst vor allem Leitartikel und gilt als entschiedener Verfechter eines weltoffenen Rechtsstaates. Er hat zwei Kinder aus einer geschiedenen Ehe.

Heute ist das Studium oft eine Jagd nach Leistungspunkten und Pflichtkursen. War das Studieren bei Ihnen vor allem ein Eigenstudium?

Es war ein sehr selbstständiges Studium. Man ist damals von den Professoren angehalten worden, sich sehr bald in die Bibliothek zu setzen, um Dinge nachzuschlagen, die man nicht kapiert hat und auch im zweiten Semester nicht kapieren konnte. Man sollte das Spiel mit dem Unbekannten und dem erst mal Unbegreiflichen wagen. Das war anspruchsvoll und locker zugleich. Heute fehlt wohl die gewisse Lockerheit. Lockerheit heißt ja nicht, ich tue nichts. Lockerheit heißt, ich begebe mich auf meine ganz spezielle Weise in ein Fach hinein: I do it my way. Ich halte es für besser, drei, vier Semester lang selbst rumzuschnüffeln und rumzuschmecken, um zu erkennen, in welches Gebiet man sich wirklich reinknien will.

Statt abzuschmecken, glauben viele Studenten heute, das Bachelor-Studium in fünf Semestern verschlingen und dabei noch mit drei Praktika würzen zu müssen. Geschmacksverirrung?

Ich glaube, das Wichtigste ist, das Studium so hinzukriegen, dass es Freude macht. Ich würde nicht mit Scheuklappen studieren wollen. Studium soll ein Miteinander von Leuten mit verschiedenen Köpfen sein, die auch über etwas anderes reden können als über die nächste Klausur – sonst kann man die Uni gleich in »Hochgymnasium« umbenennen.

Drei Studiengänge, nebenbei eine journalistische Ausbildung, danach Staatsanwaltschaft und Richteramt: Ihr Lebenslauf klingt nach Überflieger. Sind Sie in irgendetwas auch gescheitert?

Puh … In Philosophie zum Beispiel. Ich habe das einfach nicht gekonnt. Ich wollte in Philosophie über Aristoteles bis hin zu Habermas philosophische Gebäude diskutieren. Aber stattdessen sah die Philosophie aus wie eine Mengenlehre an der Tafel. Daran bin ich verzweifelt. Wenn man im Journalismus, wenn man beim Schreiben scheitert, dann kriegt das der Leser nicht mit: Wenn man nichts hinkriegt, steht halt dann einfach nichts in der Zeitung. Aber das passiert nicht oft, weil man einfach eine große Routine im Schnellschreiben und im Umgang mit neuen Themen entwickelt.

Wie lange brauchen Sie für einen Leitartikel?

Manchmal muss es schnell gehen: zwei Stunden oder noch weniger. Und oft geht man ganz lange mit dem Stoff spazieren und läßt ihn im Kopf reifen. Besonders dann, wenn ich – was ich ganz gerne mache – Festtagsleitartikel zu Weihnachten oder Ostern schreibe. In diesen versuche ich, von oben auf die Dinge zu schauen, um Entwicklungen und große gesellschaftliche Prozesse zu beschreiben.

Es gibt auch Leser, die Ihnen dann vorwerfen, von oben mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln. Woher nehmen Sie die Sicherheit in Ihrem richterlich eindeutigen Urteil?

Ich bin in erster Linie politischer Kommentator. Ein Kommentar, der nicht kommentiert, ist kein Kommentar. Als Kommentator ergreift man immer Partei, man bewertet immer. Man muß aber versuchen, dabei nicht wie der oberschlaue Oberlehrer auszusehen. Was ist das Ziel eines Kommentars? Entweder sie überzeugen jemanden oder sie regen jemand auf. Ich freue mich, wenn jemand sagt, er sei anderer Meinung, lese mich aber trotzdem gerne. Oder wenn Leute bei Lesungen erzählen, dass sie sich am Frühstückstisch meine Kommentare vorlesen, um dann darüber zu streiten. Was will man Tolleres erreichen, als dass sich Leute über politische Themen unterhalten, über die sie sonst nicht reden würden? Das ist für mich die Aufgabe des politischen Journalismus: den Leuten zum Gespräch zu verhelfen. Eine demokratische Aufgabe. Dafür gibt es das Grundrecht der Pressefreiheit. Demokratie beleben beginnt im Gespräch.

Über Demokratie und Pressefreiheit haben Sie auch bei Ihrer Festtagsrede »Das tägliche Brot der Demokratie« vor knapp zwei Jahren in Regensburg gesprochen. Sie meinten, der Journalismus müsse Moderator sein. Wird es nicht schwerer, diese Rolle auszuüben, wenn man – wie Sie derzeit – als gefragter TV-Experte immer mehr selbst zur öffentlichen Figur wird?

Mit Moderator meine ich ja nicht, dass man moderat sein muss. Ein Moderator ist für mich eine Figur im demokratischen Prozess, der Journalist bringt gesellschaftliche Entwicklungen mit voran. Eines ist für mich besonders wichtig: Journalismus muss leidenschaftlich sein. Journalismus ist ein Beruf, in dem man nicht unbedingt reich wird. Aber es ist ein unglaublich faszinierender Beruf. Wenn man unglaublich viele Menschen und den politischen Betrieb in seinen Stärken und Schwächen hinter den Kulissen kennenlernen darf – das ist ein Teil des Gehalts.

Wo liegt für Sie als Journalist die Grenze zwischen Macht kommentieren und Macht ausüben?

Ich glaube nicht, dass der Kommentar Macht im Sinne des Wortes hat, sondern Einfluss. Er kann eine politische Debatte bestärken, er kann Themen auf die Tagesordnung setzen. Das, was mit dem Bundespräsidenten Wulff gemacht wurde, halte ich für eine Überschreitung der journalistischen Kompetenzen. Nach einigen Wochen entwickelte sich eine Hetzjagd. Die Belohnung für journalistische Recherche ist nicht der Rücktritt eines Politikers. Unsere Aufgabe ist es, Dinge zu beschreiben: eindringlich, klar. Mit der Wulff-Geschichte hat sich der Journalismus keinen Gefallen getan. Wir haben auch hier in der Zeitung intern viel diskutiert. Im Rückblick würden wir heute wohl einiges anders machen.

Gruppenbild mit Redaktionsgott. / Foto: Pia Weishäupl

Gruppenbild mit Redaktionsgott. / Foto: Pia Weishäupl

Besteht die Gefahr, dass man als Berufskritiker zum Pessimisten wird?

Die Gefahr, dass man nur noch ätzend schreibt, besteht schon. Dann wird es schwierig. Ich glaube, man muss einen Grundoptimismus behalten – sonst würde die Freude am Beruf verloren gehen.

Von Optimismus lebt auch die Forschung. In Ihrem Festvortrag haben Sie für eine Annäherung von Publizistik und Wissenschaft plädiert. Wie muss sich die Wissenschaft verändern, um in der Gesellschaft eine gewichtigere Rolle zu spielen?

Es darf in der Wissenschaft nicht – so ist es leider immer noch – als negativ gelten, wenn einer journalistisch schreibt. Müssen wissenschaftliche Texte in Substantivismen ersticken und die Sätze 30 Zeilen lang sein? Es gibt in der Wissenschaft unglaublich spannende Dinge, aber Wissenschaft ist kein Selbstzweck. Wissenschaft passiert in dieser Gesellschaft und da verlange ich vom Juristen genau so wie vom Mathematiker und dem Informatiker, dass er der Standlfrau am Viktualienmarkt erklären kann, was er eigentlich macht, warum das gut ist und wo die Probleme stecken.

Ist es das, was Sie mit »politischen Professoren« gemeint haben?

Ja, und noch ein bisschen mehr: dass ich mich mit meiner Wissenschaft am Diskussionsprozess beteilige. Wenn ich Mediziner bin und es geht um Gentechnik, dann gehört es dazu, sich zu beteiligen, anstatt sich im Elfenbeinturm einzusperren. Ich halte es auch für keine Schande, wenn ein Professor Mitglied einer Partei ist und sich sogar für den Stadtrat aufstellen lässt. Ich würde es begrüßen, wenn sich seine Beiträge nicht auf Beiträge für Fachzeitschriften beschränken. Continue…

Einmal Rot-Schwarz, bitte!

Großes Stühlerücken: Im SprecherInnenrat haben sich die Mehrheitsverhältnisse geändert. Die Bunte Liste, im letzten Jahr noch mit fünf Studierenden im SprecherInnenrat vertreten, stellt im neuen AStA keinen einzigen Vertreter mehr. Sven Hübschen von den Jusos und Alexander Eiber vom RCDS wurden am Donnerstag bei der konstituierenden Sitzung zu den neuen Sprechern gewählt.

Bis zur Wahl des Vorsitzenden leitete Rektor Udo Hebel die Konventssitzung. / Foto: Brunner

Bis zur Wahl des Vorsitzenden leitete Rektor Udo Hebel (Sakko über dem Stuhl) die Konventssitzung. / Foto: Brunner

Seit den Hochschulwahlen waberten die Gerüchte in den hochschulpolitischen Kreisen: Die Listenvertreter der Jusos und des RCDS hatten sich auf eine rot-schwarze Koalition geeinigt. Dementsprechend selbstbewusst nahmen sie am Donnerstag im Großen Sitzungssaal Platz. Schon bei der Wahl des Konventsvorsitzenden konnte die Bunte Liste ihre Kandidatin Barbara Bachl nicht durchsetzen. Sebastian Kropp von den Jusos gewann die Wahl und übernahm die einführende Leitung von Rektor Udo Hebel.

Kropps erste Amtshandlung sollte darin bestehen, eine wahre Marathonsitzung von fast sieben Stunden zu leiten – die Satzung des Konvents, die Sitzungen normalerweise auf vier Stunden begrenzt, galt ausnahmsweise nicht. Nicht nur einmal musste er dabei sein ganzes Stimmvolumen einsetzen, um die bis zu 70 Anwesenden im Zaum zu halten.

Die Rollenverteilung der letzten Semester hat sich umgekehrt: Mit ihren teils kleinlichen Fragen an die Kandidaten, die von den Jusos und RCDS vorgeschlagen wurden, schlüpfte die Bunte Liste schon vor den Wahlen der SprecherInnenratsvertreter in ihre neue Rolle als Opposition im Konvent.

Daniel Gaittet, einer der führenden Köpfe der Bunten Liste, stellte bei seiner Kandidatur zum zweiten Sprecher klar: »An einem Asta, an dem auch der RCDS beteiligt ist, werde ich mich – und wird sich die gesamte Bunte Liste – nicht beteiligen.« Gaittet war von seiner Kandidatur zum ersten Sprecher zurückgetreten. Von Seiten des RCDS und der Jusos schlug dem Vertreter der Bunten Liste unverhohlene Antipathie entgegen. Gaittet verlor die Wahl mit 10:15 Stimmen im politischen Teil des Konvents gegen Eiber (RCDS).

Vom bisherigen SprecherInnenrat wurde nur Franziska Hilbrandt wieder in das Gremium gewählt. Entgegen den Erwartungen bekam sie im zweiten Wahlgang mehr Stimmen als Jordan Zaby von der Fachschaftsinitiative Lehramt. Allerdings ist ihre Wahl aufgrund eines Formfehlers bei der Auszählung nur vorläufig.

Abgestimmt wurde auch über die Organisationsstruktur des SprecherInnenrats. Die zwei größten Veränderungen: Statt zwei Referate für Hochschulpolitik wird es in Zukunft nur noch eines geben. Ein Referat soll sich zudem explizit für die Interessen von studentischen Hilfskräften einsetzen.

Auffällig bei der Sitzung waren die tiefen politischen Gräben entlang der Listenlinien. Diskussionen bestanden aus gegenseitigen Vorwürfen, die sich teils im Privatleben der Konventsvertreter verirrten. Bei den Redebeiträgen war der Applaus aus einer jeweiligen Ecke vorprogrammiert – und höhnisches Spotten aus der anderen. Dabei gingen die Programmvorstellungen der SprecherInnenratskandidaten im Sog der listenpolitischen Grabenkämpfe unter: Wäre ein Bewerber aufgestanden, um ein dadaistisches Gedicht vorzutragen – hätte es an seiner Stimmenanzahl etwas geändert?

Die gewählten Vertreter

  • Erster Sprecher: Sven Hübschen (Jusos)
  • Zweiter Sprecher: Alexander Eiber (RCDS)
  • Referat für Organisation, Finanzen und Recht: Ray Dinauer (USV)
  • Referat für Soziales und Gleichstellung: Tobias Hartl (Jusos)
  • Referat für Kultur und Internationales: Stephan Klingl (Jusos)
  • Referat für Hochschulpolitik: Cornelius Merz (Fachschaft Geschichte)
  • Referat für Ökologie: Isabella Hastreiter (Fachschaft SLK)
  • Vorläufig — Referat für Lehramt: Franziska Hilbrandt
  • Referat für SHKs: Heinrich Kielhorn (Jusos)
  • Konventsvorsitzender: Sebastian Kropp (Jusos)
  • Stellvertretender Konventsvorsitzender und Fachschaftsvorsitzender: Ludwig Seeburger (Fachschaft Geschichte)

Fresse statt Zähne polieren

Hakem hat sein Zahnmedizinstudium geschmissen, um Profi-Wrestler zu werden.

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»The Arabian Star« in Aktion: Hakem im Ring. / Foto: Jens Liebscher

Die Reisnägel in Hakems Rücken glitzern genauso golden wie seine Hose. Mehrmals ist er schon mit voller Wucht auf einen der Tische gefallen, auf denen er vorher selbst die Reisnägel aus drei Plastiksäckchen verteilt hat. Hakems Gegner Adrian hat einen der Tische zerstört, als er sich auf ihn geworfen hat. Durch den Aufprall haben sich die Reiszwecken überall im Ring verteilt. Der 28-jährige Hakem Wakuur landet im Laufe des Abends noch oft auf dem Boden – und immer wieder in den Reisnägeln.

Show-Kämpfe mit nacktem Oberkörper: So sollte Hakems Zukunft nicht aussehen, als er 2004 aus Israel an die Regensburger Universität kam. Patienten im weißen Kittel behandeln, das war eher die Vorstellung von Hakems Eltern. Sie waren schockiert, als er ihnen erzählte, dass er sein Zahnmedizinstudium abbrechen möchte: »Die waren schon richtig sauer.«

Im April 2008 entdeckte Hakem das Wrestling für sich. »Irgendwann kam der Punkt: Studium oder Wrestling. Ich kann nicht acht Stunden am Tag im Labor stehen und Zähne bohren – und dann noch trainieren.« Bis zum Physikum im vergangenen Jahr hielt er noch durch. Seine Kommilitonen standen hinter ihm: »Die wussten, dass ich eines Tages das Studium opfern muss, um weiterzukommen.«

Nicht nur seine Eltern, auch sein Promoter und Trainer Alex Wright sieht den Studienabbruch kritisch: »Ich habe ihm davon abgeraten, denn es ist wichtig, ein zweites Standbein zu haben. Eine Verletzung – und die Karriere ist beendet. Aber Hakem ist ein erwachsener Mann, er kann seine eigenen Entscheidungen treffen.«

"Provozieren macht Spaß." Hakem gefällt sein neuer Karriereweg. / Foto: Brunner

»Provozieren macht Spaß.« Hakem gefällt sein neuer Karriereweg. / Foto: Brunner

Das bayerische Wrestlingmekka ist eine schmucklose Industriehalle zwischen McDonald‘s, dm-Markt und einem Best Western-Hotel in einem Gewerbegebiet im mittelfränkischen Heßdorf. 16 Scheinwerfer beleuchten einen vier mal vier Meter großen Ring. Auf Klappstühlen sitzen an drei Seiten 200 Zuschauer, hauptsächlich Männer zwischen 18 und 40 Jahren. Einer von ihnen ist Andreas. Der 24-Jährige ist in seinem Ford Fiesta 85 Kilometer  Baden-Württemberg angereist: »Es ist ein herrlicher Irrsinn.«

Minderjährige sind an diesem speziellen Abend unter dem Motto »extreme« wegen der Härte der Kämpfe nicht erlaubt. An der vierten Seite ist ein schwerer Vorhang angebracht. Aus ihm treten die Kämpfer hervor, unterstützt von Rauch, Musik und dem Klatschen des Publikums. »Wrestling ist Hochleistungssport mit Entertainment-Charakter«, sagt Wright, Besitzer der Halle. »Wrestling ist nicht wie Fußball, es zählt nicht nur das sportliche Talent«, meint Hakem, dessen Haare kurzgeschoren sind. Man müsse auch wissen, wie man eine Show macht.

Gut gegen Böse

Als Hakem an jenem Abend im Mai auf die Bühne tritt, buht ihn das Publikum aus. Denn die Rollen sind im Wrestling klar verteilt, aber selten besonders differenziert: Meist geht es schlicht um »Gut« gegen »Böse«. Dabei spielt die Optik eine große Rolle. Tommy Blue Eyes, ein relativ schmächtiger, junger Blonder: gut. Ursus, fettiges, strähniges Haar, das in sein Gesicht hängt, fast 130 Kilo schwer und immer schreiend: böse. Schorschi, Franke, trägt Lederhosen und trinkt Bier: gut. Hakem Bin Azem Wakuur Bin Al-Sultan alias »The Arabian Star«, goldene Pluderhose, silberne Kette und stets eine arrogant-überhebliche Beleidigung auf der Zunge: böse.

»Die Araber werden vom Westen als die Bösen gesehen«, meint Hakem – ein Vorurteil, das er gerne nutzt, wenn er seinen Bösewicht »The Arabian Star« mimt. »Provozieren und als Böser aufzutreten macht Spaß«, sagt er grinsend. Ganz nimmt man ihm die Rolle aber nicht ab. Es sieht etwas angestrengt aus, wenn er in seinen Promotion-Videos in abgehackter Sprechweise Drohungen in die Kamera schreit. Im persönlichen Gespräch redet er mit sonorer Stimme eher schnell und lacht immer wieder glucksend, wenn er von seinem Bühnencharakter spricht.

Einer von Hakems Sprüchen als »The Arabian Star« ist: »Ich bin in den Westen gereist, um mir in meiner Heimat einen Namen zu machen.« Vielleicht klappt das tatsächlich, denn seine Herkunft als palästinensischer Israeli scheint eine Marktlücke zu sein. Wrestling, so sagt Hakem, der bis zu seiner Immatrikulation in Regensburg in Israel gelebt hat, ist im Nahen Osten viel populärer als in Europa.

Theater mit hohem Risiko

Dem Show-Sport haftet ein zweifelhafter Ruf an. Die besten Zeiten hatte das Wrestling in Deutschland in den 1990er Jahren, als sich Plastikversionen des »Undertakers« und »Hulk Hogans« in den Kinderzimmern prügelten. Damals hatten die großen US-Ligen ihren festen Platz im TV. Alex Wright war der einzige Deutsche, der in den USA den Durchbruch schaffte. Nach seiner Karriere gründete er in Nürnberg erst eine Wrestlingschule, dann eine Liga: die NEW, New European Championship Wrestling.

Ein Fan der ersten Stunde ist Norbert. In einem Erlanger Comicladen hat er von der 2009 neugegründeten Liga erfahren. Seitdem fährt er jeden Monat in die zehn Kilometer entfernte Halle und parkt sein Fahrrad auf dem Kiesplatz. »Wrestling ist Drama, eine Form von Theater«, sagt Norbert, der die Vorführung aus der letzten Reihe beobachtet und stehend Beifall klatscht, wenn sich die Wrestler besonders kunstvoll aufs Kreuz legen.

Ein Camping-Tisch steht außerhalb des Rings auf einem anderen. Auf der Platte des unteren Tisches liegt Hakem. »Alles, was außerhalb des Rings stattfindet, muss sehr genau einstudiert werden«, sagt Norbert. Im Ring nimmt Adrian Anlauf und steuert auf eine Leiter zu, die im spitzen Winkel an einem Eckposten lehnt. Adrian hat gleich das obere Ende der Leiter erreicht und steht fast drei Meter über dem Boden, bereit zum Sprung. Hakem kann sich behäbig vom Tisch winden und in Sicherheit bringen. Dennoch springt Adrian nach kurzem Zögern – oder gerade deshalb – und zertrümmert mit seinem 105 Kilogramm schweren Körper die zwei aufeinander stehenden Klapptische. »Das war schon das Maximum, was an Risiko möglich ist«, meint Norbert. »Was soll noch kommen? Drei Tische übereinander? Das Publikum erwartet immer mehr.«

Das Verletzungspotenzial hat Hakem schon zu spüren bekommen, »aber es war nichts Ernsthaftes.« Dass Wrestling trotzdem nicht ungefährlich ist, bezeugen die fast 3000 Toten in 150 Jahren, die die Webseite »Genickbruch.com« auflistet. »Wrestling geht an die Grenzen – und natürlich tut das weh«, sagt Ex-Profi Alex Wright. »Es ist ein knallharter, kurzfristiger Impact. Am nächsten Tag sollte man aber nichts mehr spüren – falls doch, wurde der Move nicht richtig ausgeführt.« Deshalb sei es wichtig, dass Wrestler gut ausgebildet werden. Zwei– bis dreimal im Monat übt Hakem mit den Wrestlern der Liga im Ring unter klatscht, wenn sich die Wrestler besonders kunstvoll aufs Kreuz legen.

Ein Camping-Tisch steht außerhalb des Rings auf einem anderen. Auf der Platte des unteren Tisches liegt Hakem. »Alles, was außerhalb des Rings stattfindet, muss sehr genau einstudiert werden«, sagt Norbert. Im Ring nimmt Adrian Anlauf und steuert auf eine Leiter zu, die im spitzen der Aufsicht von Wright. Zwei Stunden pro Tag steht er zusätzlich im Fitnessstudio, um Muskeln aufzubauen und zu erhalten, die Würfe und Stöße abfangen müssen. »Bei der NEW stehen nur Profis im Ring«, betont Wright. Profis im sportlichen Sinne, denn seinen Lebensunterhalt verdient Hakem als Türsteher in Regensburg.

Mia san »zam«

Sechs Studierendenzeitschriften aus ganz Bayern haben ein gemeinsames Projekt gestartet. Wir wollen unseren Lesern einen Blick über den Tellerrand der eigenen Universität ermöglichen.

Die Gründungsmitglieder des Vereins.

Die Gründungsmitglieder des Vereins.

Die Idee kam im letzten Sommer bei einem zweiten Bier: Wäre es nicht interessant, einmal Redakteure anderer Studierendenzeitschriften zu treffen? Ja sogar eine gemeinsames Heft zu entwerfen, das in ganz Bayern gelesen wird? Die Schnapsidee ist Wirklichkeit geworden. Diese Ausgabe der Lautschrift beinhaltet eine Beilage, die genauso auch in Studentenzeitschriften in Bamberg, Ingolstadt, München, Passau und Würzburg zu finden ist. Der Titel: »zam« – zusammen.

Rückblick. Im November 2012 und im April 2013 haben wir zu den ersten beiden Konferenzen bayerischer Studierendenzeitschriften eingeladen. Acht Redaktionen kamen für jeweils ein Wochenende nach Regensburg: Presstige aus Augsburg, Ottfried aus Bamberg, Der Tip aus Bayreuth, think! aus Ingolstadt, CaTer aus Passau, Philtrat und Unikat aus München und Max & Julius aus Würzburg.

Namensfindung bei der ersten Konferenz im November 2012.

Namensfindung bei der ersten Konferenz im November 2012.

Vom Austausch auf der Konferenz haben alle Zeitungen profitiert. Alle waren interessiert: Wie sind die anderen organisiert? Wie kommen die Redaktionen auf ihre Themen? Wie finanzieren sie sich? Mit unseren Gästen, die in Wohnungen von Lautschrift-Redakteuren untergebracht waren, konnten wir im November den Abend auch noch in der Alten Filmbühne ausklingen lassen.

Das Ergebnis der Konferenz: Jede Menge Inspiration, Spaß und der Entschluss, eine gemeinsame, bayernweite Publikation herauszugeben. Dafür haben wir den Verein »zam – Gemeinschaftsprojekt bayerischer Studierendenzeitschriften e.V.« gegründet.

Mit »zam« wollen alle beteiligten Redaktionen, ihren Lesern einen Blick über den Tellerrand der eigenen Universität ermöglichen. Eine Zusammenarbeit mehrerer Studentenzeitungen, bei der die Zeitungen und Nachwuchsjournalisten auch vom gegenseitigen Austausch profitieren sollen, hat es bisher noch nicht gegeben.

Das Titelthema der ersten Ausgabe: »Selbstbild«. Sie liegt der Lautschrift Ausgabe 15 bei.

In diesem Sinne: zamklapp Lautschrift, aufklapp zam!

Konvent wird ausgeglichener

Die Bunte Liste bleibt nach den Hochschulwahlen weiterhin die stärkste Partei im Konvent. Im Vergleich zum Vorjahr verliert sie aber zwei Stimmen, während die LAF/Jusos-Hochschulgruppe und der RCDS Sitze gewinnen. Für die Bieraten gibt es mit einem Listenvertreter einen Überraschungserfolg.

Ergebnisse der Hochschulwahl 2013

Die Sitzverteilung im politischen Konvent.

Als am Dienstagabend die Universitätsverwaltung im schwül-warmen Senatssaal das vorläufige Ergebnis der Hochschulwahlen verkündete, konterkarierten die Reaktionen der beteiligten Listenvertreter den emotionalen Wahlkampf der vergangenen Wochen. In Jubelstürme brach keiner aus – und Grund zur Enttäuschung hatte eigentlich nur die liberale Hochschulgruppe (LHG), die bei den Konventswahlen als einzige Liste komplett leer ausging.
Heinrich Kielhorn (LAF-Jusos)

Den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die LAF/Jusos-Hochschulgruppe. Statt nur drei schicken die Jungsozialisten diesmal sechs Abgeordnete in den Konvent. Listenvertreter Heinrich Kielhorn freute sich über das Wahlergebnis: »Es hat sich alles ausgezahlt. Unter den Studierenden scheint sich rumgesprochen zu haben, dass wir gute Politik machen. Wir haben ein gutes Programm und das gilt es jetzt durchzusetzen.«

Die Bunte Liste (BL) konnte ihre letztjährige Mehrheit von elf Konventssitzen in diesem Jahr nicht ganz wiederholen. Mit neun Sitzen ist sie aber wieder stärkste Partei im studentischen Parlament. »Wir sind zufrieden«, sagte Daniel Gaittet, der einer der BL-Vertreter im Konvent sein wird. »Wir sind weiterhin die stärkste Kraft und können so Hochschulpolitik mitgestalten. Unser Ergebnis zeigt, dass die Stimmungsmache der Jusos und des RCDS nicht gezogen hat.«

Benjamin Gürtler (RCDS)Auch Benjamin Gürtler, frisch gewählter Senatsvertreter des RCDS, war zufrieden. Seine Partei hat mit sechs Sitzen im Konvent im Vergleich zum Vorjahr ein Mandat dazugewonnen: »Für uns ist es ein gutes Ergebnis, wir konnten unseren sechsten Sitz zurückerobern. Wir hoffen, dass wir unsere Ideen, soweit es möglich ist, einbringen können.«

Einen Überraschungserfolg können die Bieraten feiern, die mit Martin Oswald einen Vertreter im Konvent stellen werden. Für die Liste ist es das Debüt auf Konventsebene. In den kommenden Wochen werden sich die Listen auf die Besetzung des SprecherInnenrats für das kommende Jahr einigen müssen. Ausgeschlossen ist von Seiten der Bunten Liste nur eine Koalition mit dem RCDS. Sonst zeigen sich die Parteivertreter für alle Koalitionen offen.

Nur Mardi bleibt weiter im Senat

Die Listen schreiben die Ergebnisse auf

An­ge­hö­rige der auf­ge­stell­ten Lis­ten und in­ter­es­sierte Stu­die­rende schauen ge­bannt zur Ver­wal­tungs­be­am­tin, die die Er­geb­nisse der Hoch­schul­wah­len verliest.

In den Senatswahlen konnte nur Ssaman Mardi (BL) sein Amt als studentischer Vertreter behaupten. Barbara Bachl (BL) und Michael Hartenberger (RCDS) mussten ihre Sitze an Christoph Pflock (LAF/Jusos), Sven Seeberg-Elverfeldt (Grüne Hochschulgruppe) und Benjamin Gürtler (RCDS) abgeben. Ab dem kommenden Semester sind vier statt drei studentische Vertreter im Hochschulsenat vertreten. Das wurde im vergangenen Semester beschlossen.

Wahlbeteiligung so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr

Wahlbeteiligung 20132

Die Wahlbeteiligung war auch 2013 wieder niedrig: Für die Senatswahl machten 11,6 Prozent der Studierenden ihre Kreuzchen, für den Konvent 11,4 Prozent. Quelle: Universität Regensburg

Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu den letzten Jahren weiter gesunken und lag bei den vorläufigen Ergebnissen nur bei 11,4 Prozent, dem niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre (für den Konvent gibt es keine Zahlen zur Wahlbeteiligung vor 2007). Beim Senat gaben mit 11,6 Prozent nur unwesentlich mehr Studierende ihre Stimme ab. »Das ist schade, dass wir es alle wieder nicht geschafft haben, mehr Leute an die Wahlurnen zu bringen«, sagte Gürtler vom RCDS. Kielhorn von der LAF/Jusos-Hochschulgruppe bezeichnete die Prozentzahl als »erbärmlich wie immer«, fand aber noch einen positiven Aspekt: »Dafür, dass das Wetter so schön war, ist es nicht so schlecht.«

Update: Statement der liberalen Hochschulgruppe

Mittlerweile gibt es ein Statement der liberalen Hochschulgruppe (LHG) zum Wahlausgang. Die LHG bekam nicht genügend Stimmen, um in den Konvent einziehen zu können.

»Natürlich hätten wir uns für die LHG selbst ein besseres Ergebnis gewünscht. Insgesamt betrachtet können wir aber zufrieden sein, einen Anteil daran geleistet zu haben, die Alleinstellung der Bunten Liste in diesem Konvent verhindert zu haben. Mit der neuen Vielfalt an Meinungen, die nun auch Berücksichtigt werden müssen, wird die Hochschulpolitik für viele sicher wieder interessanter. Denn die Wahlbeteiligung ist von allen Ergebnissen das bedauernswerteste.«

 

Lars Kesenheimer, LHG

Im Konvent sitzen für die einzelnen Listen:

Bieraten

Martin Oswald

Bunte Liste/Grüne Hochschulgruppe

Barbara Bachl

Diana Brunninger

Sylvia Erben

Christiane Fuchs

Daniel Gaittet

Matthias Gilch

Maximilian Kawasch

Elisabeth Perzl

Hannah Riede

LAF/Jusos

Claudia Blukot

Sven Hübschen

Heinrich Kielhorn

Ann-Kathrin Lutz

Marius Meier

Christoph Pflock

RCDS

Alexander Eiber

Martin Fürst

Benjamin Gürtler

Elisabeth Lüftl

Siegfried Nürnberg

Verena Rau

Diskutieren für die Zukunft

Wie können Wachstum und Nachhaltigkeit vereint werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Hochschultage 2013 an der Uni Regensburg vom 14. bis zum 16. Mai. Ziel ist es, dass sich möglichst viele Studierende mit »Wachstum vs. Nachhaltigkeit« in Workshops und Diskussionsrunden auseinandersetzen.

Hochschultage 2013

Mit den Themengebieten Nachhaltigkeit, Wachstum und Globalisierung können sich Studierende in der kommende Woche im Rahmen der Hochschultage befassen, die unter dem Motto »Wachstum vs. Nachhaltigkeit« stehen. »Wir haben die Hochschultage in die Mitte der Woche gelegt, damit so viele Studierende wie möglich teilnehmen können«, sagt Eva Kammerl, Referentin für Ökologie im SprecherInnenrat und Organisatorin der dreitägigen Veranstaltung.

Wer keine Zeit hat, aber trotzdem mitwirken will, kann sogenannte Ökokatastrophen an der Uni Regensburg fotografieren und bei Facebook einreichen.

Der genaue Zeitplan:

Dienstag, 14. Mai

15 Uhr im Foyer des Audimax: Markt der Möglichkeiten mit Firmen

18 Uhr im H2: Impulsvortrag durch Professor Wolfgang Buchholz

19:30 Uhr im H2: Der Film »Leben mit der Energiewende«

Mittwoch, 15. Mai

15 im Foyer des Audimax: Markt der Möglichkeiten mit NGO

18 Uhr im H2: Workshop

Workshopthemen:

  • Wachstum und nachwachsende Rohstoffe
  • Diagnose: Kapitalismus! Therapie: New Green Deal? Warum eine Gesellschaft nach dem Wachstum erstrebenswert ist
  • Das drei Säulenmodell und Aspekte der Nachhaltigkeit, Energiekonzepte, Umsetzungsmodelle der Erneuerbaren Energien
  • Wander unserer Gesellschaft: Peak Oil

22 Uhr im Foyer des H15: Party

Donnerstag, 16. Mai

18 Uhr im H2: Verleihung des Ökokatastrophenpreis

18:30 Uhr im H2: Podiumsdiskussion zum Thema »Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Green New Deal« mit Dieter Janecek (bayerischer Landesvorsitzender der Grünen), Harald Klimenta (wissenschaftlicher Beirat bei attac) und Anselm Görres (Volkswirt)

Semestermeter

Manchmal lasse ich meine Finger an ihr entlangleiten, so manche Narben und Dellen hat sie mit der Zeit bekommen. Sie ist kalt, als wäre sie tot.

Über 20 000 Menschen verkehren regelmäßig an der Uni. Sie stopfen rein und lassen raus. 6000 Essen werden an einem guten Tag in der Mensa verkauft, hunderte Leberkaassemmeln verdrückt. Dann warten sauber-schmutzige Toiletten, bei denen die Handtücher schon alle feucht sind, aber es zumindest immer Klopapier gibt.

Den Mythos »Sex am Uniklo« wollte das Magazin Unicum vor zwei Monaten suchen, gefunden hat es ihn nicht. Der Hausmeister einer großen Ruhrgebiets-Universität kennt aktuell keine Fälle von Sex auf dem Klo, heißt es. Sex in universitären Bedürfnisanstalten – nur Sprücheklopferei in den Kabinen.

Das Fleisch scheint schwach, aber der Wille wäre stark. Und so stalken bei Facebook seit Anfang des Jahres Tausende ein paar Dutzend Kontaktanzeigen aus dem Mikrokosmos Uni/Hochschule. Anonyme Gossip-Girl-Gerüchteküche paart sich mit charmanten, verzweifelten, sexistischen Druck-Ablass-Mitteilungen. Erfolgsquote? Wahrscheinlich irgendwo zwischen Sex auf der Uni-Toilette und der Chance auf warmes Wasser zum Händewaschen.

»Data journalism is like sex at university – everyone talks about it; few do it; fewer still do it well«, twitterte der Journalist Paul Bradshaw zu einem gänzlich anderen Thema. Mehr Sex in der Lautschrift habt ihr bei der Umfrage »Wer ist wir?« gefordert. Sex, Drogen und ausgewählte Kurzgeschichten von russischen Autoren um 1900.

Manchmal lasse ich meine Finger an ihr entlangleiten, so manche Narben und Dellen hat sie mit der Zeit bekommen. Sie ist kalt, als wäre sie tot. Grau in grau steht unsere Alma Mater auf einer leichten Anhöhe. Hier gibt’s nur Shades of Grey. 

Erschienen in der letzten Lautschrift