Structured Journalism im Innovation Report der New York Times

Auf 80 schlecht kopierten Seiten zeigt ein interner Bericht der New York Times Verbesserungspotenzial in der digitalen Strategie. Auch Structured Journalism spielt eine Rolle.

Als ich den Tweet über den Innovation Report der New York Times gelesen habe, dachte ich an eine Übertreibung, daran, dass sich das Nieman Lab am Clickbaiting versucht. Ich lag falsch.

Es ist lustig, dass ein Bericht über die digitale Strategie der renommiertesten Zeitung der Welt schlecht lesbar in schwarz-weiß daherkommt: Ausgedruckt und eingescannt, auf manchen Seiten sind die letzten Buchstaben auf der linken Seiten abgeschnitten.

Ein paar bemerkenswerte Punkte aus dem ersten Drittel des über 80-seitigen Reports handeln von Structured Journalism:

Das Archiv ausnutzen

Die NYTimes hat 14 Millionen Artikel seit 1850, die können wiederverwertet werden und neue Entwicklungen in einen Kontext stellen. Packaging nennen sie das im Innovation Report. Das funktioniert aber nur, wenn die Artikel schnell zu finden sind.

Strukturierte Daten

Potenzial für structured journalim bei der New York Times.
Potenzial für structured journalim bei der New York Times.

Die New York Times, so steht im Bericht, verschlagwortet seine Artikel schon seit 100 Jahren – und war damit analog ein Vorreiter. Doch in der digitalen Welt sei der Umgang mit Metadaten noch nicht ideal, auch weil das teuer ist. „And here is an ugly truth about structured data: there are substantial cost to waiting.“

Beispiele aus dem Report:

  • Rezeptsammlungen konnten nie ausgenutzt werden, weil sie keine Schlagworte hatten. Schließlich wurde das per Hand nachgeholt.
  • Es wird dafür argumentiert, den Ort des Artikels festzuhalten, damit können z.B. Leser per Smartphone Geschichte auf ihren Standpunkt ausgerichtet bekommen

Wiederholbarkeit

Ein Snowfall ist cool, doch hat die Arbeit daran Wochen gedauert. Um solche aufwendigen Dinge regelmäßig machen zu können, müssen sie replizierbar sein. Die NYTimes zitiert Kevin Delaney von Quartz: „I’d rather have a Snowfall builder than a Snowfall.“ Auch das hat mit strukturierten Informationen zu tun: Code, den man mehr als einmal benutzen wird, sollte als Template zur Verfügung stehen.

Links zur Berichterstattung über den Innovation Report:

Der Innovation Report der “New York Times” – ein historisches Dokument schreibt Thomas Knüwer und fasst den gesamten Bericht zusammen

The homepage is dead, and the social web has won—even at the New York Times: Die Zugriffe auf die Startseite haben in den letzten zwei Jahren um 50 Prozent abgenommen: „That’s not necessarily a reflection of any problems at the Times but the reality of how news is now distributed on the internet“, schreibt Quartz.

The leaked New York Times innovation report is one of the key documents of this media age: Ausführliche Zusammenfassung beim Nieman Lab

Es grünt so grün: Das verschmutzte Wasser in Chinas größtem See und wie es sauber gemacht werden soll

Ein tolles Ausflugsziel sollte es sein. Erholungsgebiet für die neureichen Städter, mit einer Promenade und Restaurants.

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Doch als wir am Dian-See angekommen sind, waren nicht nur wir, sondern auch die chinesischen Begleiter entsetzt: Grassgrün war das Wasser des größten Süßwassersees in der Nähe der Millionenstadt Kunming. Algen seien das imWasser. Ein paar Leute fuhren auf einem Boot, einer surfte, nur wenige Menschen waren bei dem schönen Wetter auf der groß angelegten Promande mit Park. Wegen der Verschmutzung war das Erholungsgebiet nicht besonders gut besucht. Wir aßen ein Eis in einem leeren Café auf bunten Plastikstühlen und fuhren schnell wieder weg.

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Jetzt tut man offenbar etwas dagegen und die New York Times zeigt das in einem Video. Das Problem der Verschmutzung ist unter anderem, dass in den See sieben Flüsse fließen, aber nur einer wieder raus: „Cleaning up Kunming’s Waterways“