Semestermeter

Manchmal lasse ich meine Finger an ihr entlangleiten, so manche Narben und Dellen hat sie mit der Zeit bekommen. Sie ist kalt, als wäre sie tot.

Über 20 000 Menschen verkehren regelmäßig an der Uni. Sie stopfen rein und lassen raus. 6000 Essen werden an einem guten Tag in der Mensa verkauft, hunderte Leberkaassemmeln verdrückt. Dann warten sauber-schmutzige Toiletten, bei denen die Handtücher schon alle feucht sind, aber es zumindest immer Klopapier gibt.

Den Mythos »Sex am Uniklo« wollte das Magazin Unicum vor zwei Monaten suchen, gefunden hat es ihn nicht. Der Hausmeister einer großen Ruhrgebiets-Universität kennt aktuell keine Fälle von Sex auf dem Klo, heißt es. Sex in universitären Bedürfnisanstalten – nur Sprücheklopferei in den Kabinen.

Das Fleisch scheint schwach, aber der Wille wäre stark. Und so stalken bei Facebook seit Anfang des Jahres Tausende ein paar Dutzend Kontaktanzeigen aus dem Mikrokosmos Uni/Hochschule. Anonyme Gossip-Girl-Gerüchteküche paart sich mit charmanten, verzweifelten, sexistischen Druck-Ablass-Mitteilungen. Erfolgsquote? Wahrscheinlich irgendwo zwischen Sex auf der Uni-Toilette und der Chance auf warmes Wasser zum Händewaschen.

»Data journalism is like sex at university – everyone talks about it; few do it; fewer still do it well«, twitterte der Journalist Paul Bradshaw zu einem gänzlich anderen Thema. Mehr Sex in der Lautschrift habt ihr bei der Umfrage »Wer ist wir?« gefordert. Sex, Drogen und ausgewählte Kurzgeschichten von russischen Autoren um 1900.

Manchmal lasse ich meine Finger an ihr entlangleiten, so manche Narben und Dellen hat sie mit der Zeit bekommen. Sie ist kalt, als wäre sie tot. Grau in grau steht unsere Alma Mater auf einer leichten Anhöhe. Hier gibt’s nur Shades of Grey. 

Erschienen in der letzten Lautschrift

FAZ-Feuilleton schießt aus der Hüfte gegen die VWL

Langsam könnte ich meinen Blog umbenennen: „VWL-Bashing“-Blog oder „Mein Studium ist scheisse“ oder „Hass-Liebe VWL“. Aber ich bin damit nicht alleine. Immer wieder treffe ich auf Gleichgesinnte, und zwar an den überraschendsten Stellen. Zum Beispiel in der FAZ. Dort echauffiert sich eine Autorin über die Generation der Vielleichtsager, die sich für nichts entscheiden können. Besonders überzeugend legt sie das nicht dar, wie auf jetzt.de in einer Gegenrede gezeigt wird. Über weite Teile des FAZ-Textes läuft die Kritik an den Vielleicht-dies-vielleicht-das-Menschen parallel mit einer Kritik der Geisteswissenschaften, um das ganz zum Schluss aus dem Hinterhalt und aus der Hüfte gegen die Volkswirtschaftslehre zu schiessen. Es geht um eine junge Frau, der in der Abschlussprüfung an der Uni vorgeworfen wird, sie würde ihre Meinung nicht klar genug zuspitzen, zu sehr abwägen:

„In der Abschlussprüfung in Volkswirtschaftslehre sah sich die junge Frau jedenfalls nicht mit dem Zuspitzungsproblem konfrontiert. Es fehlte der Anlass, irgendetwas kritisch hinterfragen zu müssen. Das hatten die Dozenten ja während des ganzen Studiums nicht von ihr verlangt. Es gibt durchaus Disziplinen, die noch Wahrheit kennen. Aber vielleicht ist genau das ihr Problem.“

Nehmen wir mal Folgendes an

Unter all dem Beschuss auf die VWL im allgemeinen, haben die Geschosse auf die Makroökonomie den größten Bums. Abgefeuert werden die nicht nur von Akademikern, Journalisten oder Studentinnen auf kleinen Blogs, sondern zum Beispiel auch von Andres Haldane von der britischen Zentralbank. Bei der Bank of England ist er zuständig für Finanzstabilität. Dass Leute in seiner Position den gängigen Makromodellen kritisch gegenüberstehen, scheint mir selten vorzukommen. Im Folgenden aus einem Interview mit Olaf Storbeck ein paar zentrale Punkte seine Kritik an der gängigen Makroökonomie und Ansätze, wie die Modelle verbessert werden könnten, zum Beispiel durch heterogene Agenten.

What are the issues of contemporary macro economics?

With the benefit of hindsight, we built an edifice, a set of models, that were quite peculiar in the assumptions they made . For example, we drifted away from the notion of having a multiplicity of equilibria. We also forgot that we could even get stuck in the wrong equilibrium, which is one way of making sense of where we are today. We drifted away from the notion that systems could become dynamically unstable when stretched or stressed too much. It is hard to think of a system outside of economics, whether from the natural world or from social sciences, that doesn’t have a multiplicity of equilibria and doesn’t behave peculiarly when stretched or stressed and can which be destabilising. However, in modern macro, the notion of equilibrium was a singular stationary, stabilising concept.

(…)

Is it possible to make sense of such a system at all?

Yes, to a certain degree. But economists have to recognise two things which are not currently embedded within the workhorse framework. The first is heterogenitey of the people in the system. The second important insight is that what people do depends a lot on what they think.

Expectations are already built into macro models, aren’t they?

That’s right, but not in a satisfying way. Rational expectations theory says that what people think depends a lot on what’s happening. Basically, expectations are seen to mirror fundamentals. For me, it’s sometimes the other way round. Fundamentals are driven by expectations. Happiness, sadness or panic are real emotions. Even if they are based on nothing in particular, they will drive behaviours and outcomes.

(…)

Hence contemporary macro has been rendered useless?

No, I would not want to dump all that has been done. There is still a usefulness in the existing workhorse models, suitably augmented with some of the things I’ve discussed. Those models need a more imaginative introduction of expectations, a more imaginative introduction of heterogenous agents, and a more imaginative introduction of financial frictions. That said, it would be a real mistake to confine ourselves to that one class of model. We need a more plural approach to the way we think things through. So I would like to see much greater intellectual investment in different frameworks.

Such as?

There are lots of non-conventional avenues which have historically been niche and need to become more central. Agent based modelling is just one example. This approach obliges you to take very seriously heterogeneity of agents, interactions between agents. Another important area is to increase the importance placed on studying the history of economic thought.

Lesenswertes vom Wochenende (und davor)

Wie leicht sich Medien manipulieren lassen — Ryan Holiday weiß wie das System funktioniert. Er arbeitet in der PR-Branche und bringt Sachen über Blogs in die Medien. Sein Spezialrezept scheint zu sein: Protest gegen das Produkt zu inszenieren.  Die Financial Times Deutschland interviewte den jungen Herren.

In Ihrem Buch vergleichen Sie dieses Mediensystem mit der Immobilienkrise, die sich dann zur Finanzkrise auswuchs…
Es ist wie bei einem Schneeballsystem, das auf Glauben und Vertrauen beruht. Viele professionell betriebene Onlinemedien handeln mit wertlosen Assets. Sie belügen und betrügen ihr Publikum, wie während der Finanzkrise. Stellt sich heraus, dass eine Geschichte falsch oder schlicht gelogen war, dann heißt es: Wir haben ein Problem mit einem isolierten Einzelfall. Dabei ist das ganze System verrottet und zutiefst korrupt. Es funktioniert, solange die Illusion noch aufrechterhalten werden kann, hinter dem Müll, den sie verbreiten, steckten Werte. Mit meinem Buch wollte ich in diese Blase stechen und ein wenig Luft herauslassen.

The Critic Wall Street Loves to Lunch With — Portrait über Felix Salmon, Blogger und Kritiker der Finanzmärkte, von dem ich zuvor noch nie hörte. Was aber besonders an ihm ist: Es wird ernst genommen von den Großen, das zeigt gleich der Anfang des Textes.

THERE AREN’T MANY people who can get the Treasury secretary on the phone—and fewer still who can get away with yelling at him on the call. His wife, sure. Probably the president. Add to that group Felix Salmon, Reuters’s finance blogger, who has no problem raising his voice and giving Timothy Geithner the what-for while bobbing away on the yoga ball that serves as a desk chair in his Times Square workspace.

Behind China’s High Abortion Rate: New Sexual Freedoms — 13 Millionen Abtreibungen gibt es pro Jahr in China – und das nicht nur wegen der Ein-Kind-Politik. Grund dafür sei auch die fehlende Aufklärung bei gleichzeitig höherer Freiheit, was Sex anbelangt. Etwas, das ich mir nur zu gut vorstellen kann. Mir erzählte man, die Pille mache krank, Kondome seien was für Loser und ich kann mir vorstellen, dass die Abtreibung der damals 15-Jährige wahrscheinlich nicht ihre letzte war.

Werdet Weltbürger statt Bologna-Sklaven! — Ein Redakteur, der dem Foto nach zu alt aussieht, um das Bolognasystem mitgemacht zu haben, schreibt einen Erbauungs- und Motivationsaufsatz. Lernen statt employable werden! Einer der Texte, die wahrscheinlich sowieso nur die Leute lesen, die sich damit identifizieren können.

Zahlenspiele

Rankings sind in Mode. Sehr beliebt: Universitäten. Vorreiter in dieser Hinsicht sind die USA. Man kennt die Schlagzeilen: Harvard ist die beste Uni der Welt! Nein, doch Yale! Princton! Ist ja eigentlich auch egal. Denn:

But because U.S. News doesn’t measure the most important thing on campus–actual learning–it is pushing colleges to prioritize in ways that are not necessarily the best.

Und:

It’s hard enough to quantify the quality of one person’s education, much less the quality of an entire college. There’s too much complexity, subtlety, and individuality to justify more than a rough score.

Doch: Es gibt das Ranking, es ist populär und verändert auch, wie der Artikel „Playing With Numbers“ in der Washington Monthly zeigt, das Verhalten der Universitäten. Diese wollen sich natürlich so gut es geht an den Algorithmus anpassen. Ein Beispiel: Je mehr Geld ehemalige Studierende geben, desto besser für die Punkte im Ranking. Also streichen einzelne Colleges Abbrecher aus der Alumniliste oder bezeichnen diejenigen, die länger als fünf Jahre kein Geld gespendet haben, als tot – streichen sie also auch – um das Verhältnis zwischen Gebenden und allen Alumni zu verbessern.

In diese Kerbe (Lernen zu messen ist nicht leicht) schlägt auch Paul Frijters, der auf „Core Economics“ schreibt, dass es ökonomische Phänomene gibt, die man leicht beobachten kann, aber man nur schwer messen kann. Er spricht dabei von Anreizen, Marktunvollkommenheiten, Gruppen, Macht und Korruption bzw. soziale Normen.

Wenn man alles quantifizieren will, aber man nicht alles zählen, messen und in Formeln quetschen kann, gibt es zwei Alternativen: Entweder gibt man sich mit einem unbefriedigendem Ergebnis zufrieden – und ist sich dieser Unuzulänglichkeiten bewusst und kommuniziert sie aktiv – oder man muss bestimmte Aspekte unter den Tisch fallen lassen.

Vielleicht ist das einer der Probleme der Volkswirtschaftslehre: Sie will alles quantifizieren, komme was wolle. Und zu was es keine Daten gibt, kann so wichtig nicht sein.

Zusätzlich:

Lesenswertes: Studenten und Alkohol

Dass Studenten gerne saufen, weiß man nicht erst seit gestern. So sagt der Arzt Leopold Loewenfeld bei einer Rede mit dem Titel „Student und Alkohol“ im Jahr 1910:

Das Biertrinken bildet ein Attribut des Studententums; es gehört gewissermaßen zum Wesen des Studentseins. Der richtige Student trinkt Bier, und wenn er dabei auch gelegentlich über die Schnur haut, so ist dies von gar keiner Bedeutung. Diese Ansicht, so große Verbreitung sie auch noch derzeit besitzt, ist für den nüchtern Denkenden keineswegs ohne Weiteres verständlich. Die Assoziation von Studentsein und Biertrinken ist ja in der Natur der Sache nicht begründet, so daß sie Jedermann einleuchten müßte. Wir wissen, daß bei uns die schwer arbeitenden Klassen das Biertrinken für nötig halten, weil sie den irrtümlichen Glauben hegen, daß sie hierdurch allein die für ihre Arbeit nötige Kraft erlangen können. Wir wissen auch, daß gewisse Berufsarten, z. B. die des Gastwirtes, des Weinhändlers, den Genuß geistiger Getränke sozusagen mit sich bringen. Von etwas derartigem ist bei dem Studenten 4keine Rede. Es kann niemand behaupten, daß die berufliche Tätigkeit des Studenten, das Studium, besonderen Durst oder überhaupt einen Körperzustand hervorruft, der das Biertrinken nötig macht, oder daß letzteres die geistige Leistungsfähigkeit erhöht und damit das Studieren erleichtert. Man weiß zur Genüge, daß das Gegenteil der Fall ist. Die Assoziation von Studentsein und Biertrinken läßt sich auch nicht auf die Ansicht zurückführen, daß der Student als junger Mann Anspruch auf einen gewissen Lebensgenuß hat und ein solcher ohne Bierkonsum nicht möglich ist.

Am Montag fahr ich zur Wiesn.

Was ich in letzter Zeit so gemacht habe

Manchmal gibt es tatsächlich Dinge, in die ich wahnsinnig gerne Enthusiasmus und Motivation hineinstecke – und nicht mal über den Aufwand oder sonstiges schimpfe (!). Dieses Zauberdings ist die Lautschrift, das Studierendenmagazin der Uni Regensburg. Meine Mitstreiter und ich haben in den vergangenen Monaten wesentlich mehr Zeit hineingesteckt als in die regulären Univeranstaltungen, schließlich waren da drei Perfektionisten auf einem Haufen. Und das ist dabei herausgekommen: Die Lautschrift, Ausgabe 12, zum Thema “Hysterie”.

Weil wir ja so wahnsinnig professionell sind, haben wir natürlich auch einen Pressetext:

Ob Weltuntergang oder Krise, EHEC oder Schweinegrippe, Anmeldefristen oder Flexnow – die Hysterie ist allgegenwärtig. Sie ist zum Treiber unserer Gesellschaft, Politik und Gefühlswelt geworden. Für die Studierenden-Zeitschrift der Uni Regensburg, Lautschrift, war das Grund genug, dieses Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen und zum Titelthema der neuen Lautschrift-Ausgabe zu machen.

Acht Autoren beschäftigen sich in ihren Beiträgen mit der »Dauerhysterisierung« der Gesellschaft, der Krankheitserreger-Hysterie, der Hysterie vor dem prophezeiten Weltuntergang 2012, der »Torschlusspanik« bei Studenten, der Job-Hysterie bei Lehramtsanwärtern, der Hysterie vor Abschlussprüfungen und, last but not least, mit der Bürokratie-Hysterie an der Uni Regensburg.

Wie gewohnt finden sich auch Themen über Uni, Gesellschaft, Kunst und Politik im Heft. Wie lässt sich ein Studium mit einem Kind bewältigen? Wer steckt eigentlich hinter den gelben Tonnen in den Cafeten? Wie schafft man es von einer Schokowaffelwerbung-Persiflage zu ProSieben? Die Antworten auf all diese Fragen könnt ihr ab dem 16. Januar in der neuen Ausgabe der Lautschrift nachlesen.

Die Antwort auf eine Frage sei schon einmal vorweg genommen: Wie schafft man es nun eigentlich, mit der Hysterie zu leben? Man muss sich daran gewöhnen. Und wem das Warten auf die Apokalypse zu lang wird, der kann sich nun die Wintersemester-Ausgabe der Lautschrift holen: diese Woche Dienstag bis Donnerstag mittags vor der Mensa, überall auf dem Campus oder direkt vor dem AStA-Zimmer. Werdet hysterisch und holt sie euch!

Ach ja, eine nigelnagelneue Webseite hat die Lautschrift auch.

Und hier ist das gute Ding. Richtig toll ist sie natürlich nur in gedruckt, aber diese Flash-Version erzeugt zumindest Magazin-Feeling.

Viel Spaß dabei! Kritik? Anmerkungen? – Nur her damit!

Nieder mit dem Standard!

Ich bin es ja schon irgendwie Leid mich darüber aufzuregen. Seit 2007 ist die Wirtschaft in der Krise. Von der Finanzen zu den Schulden bis zum Euro. In meinem Studium spielt das keine Rolle. Gäbe es die Schlagzeilen nicht, im Hörsaal bekäme ich es nicht mit. Aber es tut sich ein bisschen was: In den vergangenen beiden Wochen hörte ich von Professoren mehr Verteidigungen der neoklassischen Wirtschaftstheorie als in den drei Jahren zuvor (also zwei), im Stile von “So scheiße ist es ja gar nicht” Nach zwei Minuten weiter im Stoff (Aber immerhin!). Alternative Erklärungen gibt es aber kaum. Robin Wells, ehemalige Professorin unter anderem am MIT, fordert jetzt neue Lehrpläne für die Einstiegskurse der Volkswirtschaftslehre. Der Text “We Are Greg Mankiw… or Not?” ist auf dem Blog des INET, dem “Institute for New Economic Thinking”, erschienen.

Ich würde allen Professoren für die Hausaufgabe aufgeben, den Text zu lesen. Und den Studierenden auch. Ein Rundumschlag ist der Text, zum Schluss mit einem Aufruf an Dozenten und Dozentinnen ihre Lehrpläne zu überarbeiten. Sie beginnt damit, dass die meisten Einführungskurse das Buch zur Makroökonomie von Greg Mankiw benutzen. Auch in meinem Regal steht es normalerweise, gestern habe ich es aber jemanden ausgeliehen. Und an genau diesen Greg Mankiw, dem Standardautoren aller Standardwerke für Standardmakroökonomie, haben haben die Studenten ein Protestbrief geschrieben, in dem unter anderem stand: “There is no justification for presenting Adam Smith’s economic theories as more fundamental or basic than, for example, Keynesian theory.”

Vier Vorschläge bringt Wells, um die Lehre in der Volkswirtschaftslehre zu reformieren:

Provide Context.   Compared to past years, instructors need to acknowledge the limits of free markets earlier in their courses. Students should understand the difference between the conceptual importance of free markets and their real world limitations. Explain that much of the current economic distress arises from markets that don’t behave competitively — the labor and financial markets.

Build Trust.  Trust is built when the instructor compensates for the one-sided nature of the relationship by treating students’ viewpoints with respect.  And this is where the art of the perceptive instructor is most likely to be needed.  For example, to the microeconomics student who protests that Keynes and Adam Smith should be given equal time, respond that the issue boils down to why some economists believe that the labor market doesn’t always clear while others believe that its does.  Then take a few minutes to discuss each side of the debate.   Yet, also make clear that valuable class time won’t be wasted on debating viewpoints that are contradicted by the data.

Address Distributional Issues.  The dramatic rise in U.S. income inequality compels us as instructors to address it.  While international trade and educational differences have clearly contributed to some of the rise, it’s clear that they are only partial explanations: they can’t explain the explosion of income gain at the top 1% of the income distribution, and particularly at the top 0.1%.  We shouldn’t extol the benefits of markets while ignoring today’s highly skewed distribution of the benefits.  While there is no single definitive explanation, there are many factors that are feasible topics in class: moral hazard and the setting of CEO compensation, the decline of countervailing forces such as unions and higher marginal tax rates at the top end, deregulation, asset bubbles and the financialization of the U.S. economy.  And then discuss: to what extent is the level of income inequality a legitimate policy target?

Finally, Adopt Some Humility.  It’s true that those of us who weren’t in the business of teaching Gaussian pricing formulas for CDO’s or touting the benefits of homeownership via sub-prime mortgages aren’t directly responsible for the economic mess we’re in.  But in the eyes of many students we are culpable to the extent that we dismiss the need for some re-think of the deference accorded to free markets in how we teach economics as applied to the real world.  Again, I want to emphasize that we make the distinction between communicating the importance of free markets as an intellectual building block and the frequent mis-use of free market concepts when it comes to making real world policy choices.  Lastly, in a world of liquidity-trap macroeconomics, soaring income inequality and an exploding Eurozone, we are going to have to admit that there are areas in which the profession just doesn’t know what the right answer is.

Wäre es wert, den Text auf Deutsch zu übersetzen? Ich überlege, aber es ist ein Haufen Arbeit.

Zur Vollversammlung der Uni Regensburg

Vor wenigen Minuten ist die Vollversammlung der Studierenden an der Uni Regensburg zu Ende gegangen. Das wichtigste Resultat nach drei-stündiger Diskussion: Die Verwaltung der Uni Regensburg wird sofort besetzt. Nach einer halben Stunde kam die Revision. Die Versammlung war nicht beschlussfähig. Und das ist auch gut so. Falsche Nachricht: Die Verwaltung ist doch besetzt.

Denn: Eine Besetzung soll das allerletzte Mittel des Protests sein. Hier ist es aber gerade umgekehrt: Bevor irgendwelche anderen Mittel zu Rande gezogen werden, wird besetzt. Genau das war auch schon der Fehler bei der Besetzung des H2 vor ziemlich genau zwei Jahren: Es gab keine KONKRETEN Forderungen und Ziele. Das hat die Studierendenschaft eher gegen die Besatzer aufgebracht.

Klar, kann man da sagen: Die Occupy-Bewegung hat auch keine klaren Forderungen, aber trotzdem Gewicht. Ja, das haben sie, aber deshalb, weil sich viele Menschen mobilisieren lassen. Das kann von der Uni Regensburg nicht behauptet werden (Was ich von der Besetzung mitnehmen konnte: Ein gratis Auftritt des Kabarattisten Josef Hader).

Der Beschluss zur erneuten Besetzung war in meinen Augen undemokratisch. Abgesehen davon, dass erschreckend wenige zu der Vollversammlung erschienen sind (ich schätze, dass zu Beginn die Plätze des Audimax’ zu etwa 2/3 besetzt waren), sind zusätzlich in den folgenden zwei Stunden immer mehr Leute abgehauen, sodass zum Schluss vielleicht 100, vielleicht auch 200 Studierende darüber abgestimmt haben, ob die Uni besetzt werden soll. (Ich habe dagegen gestimmt).

Egal, ob man die erneute Besetzung für sinnvoll hält: Das Desinteresse der Studenten und Studentinnen an der Uni an Mitbestimmung ist erschreckend! Wie erwähnt, war der Audimax nicht annähernd voll besetzt und das bei über 20.000 eingeschriebenen Leuten. Und ich wage zu behaupten, dass der Großteil Dinge am Unisystem auszusetzen hat: Seien es die Studienbeiträge, das Bachelor-Master-System, die fehlende Grundfinanzierung durch die Landesregierung in München, die überfüllten Hörsäle oder auch nur die fehlenden Parkplätze und vollgestopften Busse des RVV.

Und dann kommt der Vorwurf auf: “Die labern doch nur und bringen eh nichts zu Rande”. Das liegt aber daran, dass die Studierenden keine Macht haben. Bayern ist das einzige der 16 Bundesländer, in denen die Studenten und Studentinnen kein Mitbestimmungsrecht haben – und zwar schon fast 40 Jahren. 1973 hat die Landesregierung die Parlamente, Asta usw. abgeschafft und zwar mit “um den terroristischen Sumpf trocken zu legen.” Das ist natürlich ein Witz!

Meiner Einschätzung nach, kann das aber nur durch einen Weg verbessert werden. Ihr müsst zu den Hochschulwahlen gehen! Würde ich in der Staatskanzlei oder dem Kultusministerium sitzen und dann sehen, dass die Wahlbeteiligungen Jahr für Jahr unter 20 Prozent liegen, dann würd ich mir auch denken: Die haben doch keinen Bock darauf. Dass das natürlich auch daran liegt, dass sich jeder der Machtlosigkeit der Gremien bewusst ist, ist ein Teufelskreis.

Was mit Wissenschaft (V): Fertig!

Fotoy

So, abgegeben. Zwar nicht um 11:11 Uhr, sondern um 13:48 Uhr. Hatte verschlafen. Passt im Großen und Ganzen schon, was ich da in das Kuvert mit Luftpolstern gesteckt habe (Das zweite, das ich im Set mitkaufen musste, werde ich wohl nie verwenden). Mit Schwächen hie und da, aber solide. Timing lief ganz gut. Die letzten drei Wochen hatte ich viel Luft, in der ich nichts getan habe, bis zum Schluss doch noch Zeitdruck aufkam und ich einfach froh war, sie abzugeben.

Jo, das noch:

ScreenClip