Wie ungleich hätten Sie’s denn gern?

Makronom über verschiedene Wege Ungleichheit zu messen: Die nächste Stufe der Ungleichheitsmessung

  1. die horizontale Ungleichheit,
  2. die Mittelschicht und die Verteilung von Einkommen mit Ausnahme der Spitzengruppe
  3. und die Spitzengruppe der Einkommensverteilung.

Diese Entwicklung korrespondiert mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Interessen: Von der Frage, wie ein typischer Arbeiter im Vergleich zu einem typischen Bauern abschneidet, über die Frage, wie ungleich eine Gesellschaft und wie groß die Mittelschicht ist, hin zu der Frage, wie reich die obersten 1% sind.

Jetzt, nicht zuletzt durch Piketty:

  • allgemeine Verteilung, die z.B. Gini-Koeffizient zeigt, ist out
  • jetzt im Trend: Anteil der Spitzenverdiener mit Hilfe von Steuerdaten (anstatt Haushaltsbefragungen, die i.d.R. Reiche unterschätzen)

Probleme mit Steuerdaten:

  • jeder hat Anreiz seine Steuerlast zu minimieren
  • gerade sehr reiche Menschen verstecken nicht selten ihr Vermögen

Who’s behind „Daron Acemoglu facts“?

A few days ago I wrote about the economist Daron Acemoglu. He is some kind of superstar in the economics community. Need a proof? He has his own Chuck Norris meme – the Daron Acemoglu facts.

Four questions to the people behind the „Daron Acemoglu facts“ (DAFacts):

Why did you start the Daron Acemoglu Facts? What makes Acemoglu special?

We’re grad students at one of the top-10 U.S. schools for economics and are massive fans of Daron’s contributions to economics; DAFacts is our attempt to pay tribute via humor. We originally modeled the blog off of the well-known „Chuck Norris facts“ meme. Daron is a brilliant economist, obviously, but he’s also well-known for being an incredibly kind and humble person, which makes the outlandish boasts of DAFacts even funnier to us.

Who many persons are behind the blog?

Two of us maintain the blog and monitor the gmail account, though several other students in our program contributed to the first round of DAFacts (in Spring 2013).

What is your favorite Acemoglu meme?

It was hard for us to narrow it down! But we think our top three Facts (in no particular order) are these:

Daron Acemoglu

Daron Acemoglu facts

Daron Acemoglu facts

Who submits Facts?

Anyone can submit Facts by emailing us at daronacemoglufacts@gmail.com – some of our favorite Facts have been fan submissions! Many come from other graduate students and sometimes even economics professors. And of course we always credit the original authors if they choose to be less anonymous than us.

Die Ökonomie des Online-Journalismus – Teil 1: Online-Journalismus als ökonomisches Gut

Die Frage nach der Finanzierung von Online-Journalismus beschäftigt Journalisten und Manager in Verlagen genauso wie all jene, die sich ohne diese traditionelle Organisationen aufmachen, Journalismus im Web anzubieten. Alle haben sie aber dasselbe Problem: Online-Journalismus ist ein schweres Geschäft.

[blue_box]Dieser Text ist der erste Teil einer mindestens vierteiligen Serie, die sich mit der Ökonomie des Online-Journalismus beschäftigt.
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Ökonomie des Online-Journalismus

Aus volkswirtschaftlicher Perspektive ist Journalismus spannend: Schon immer ist Marktversagen auf dem Nachrichtenmarkt eher die Regel als die Ausnahme. Man denke nur an die Monopolstellung vieler Regionalzeitungen – dem Paradebeispiel für eine suboptimale Verteilung der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Der populäre Standard-Zusammenhang von Angebot und Nachfrage lässt sich deshalb nicht anwenden. Daraus ergeben sich direkt Konsequenzen für die Refinanzierung, die sich durch das Internet nur weiter verschärfen. Spoiler: Betriebswirtschaftlich sind sie nicht positiv und die Kostenstruktur ist schuld.

Journalismus aus ökonomischer Perspektive

Journalismus wird meist nicht aus einer ökonomischen, sondern einer kommunikations- oder politikwissenschaftlichen Perspektive betrachtet. Im Vordergrund stehen dann positive Externaliäten, die sich aus dem Konsum von Nachrichten ergeben: Informierte Bürger können an zivilgesellschaftlichen Debatten teilnehmen und die Wahrscheinlichkeit einer Partizipation an demokratischen Willensbildungsprozessen steigt. Kurz: Journalismus hat als vierte Gewalt einen klaren demokratischen Auftrag. Journalismus als ökonomisches Gut hat dagegen einen anderen Ansatzpunkt: die Wirtschaftlichkeit.

McManus hat sich in seinem Aufsatz „What Kind of Commodity Is News?” Gedanken über diese beiden Herangehensweisen gemacht, die meistens in einem Zielkonflikt münden. Um das zu verdeutlichen, erstellt er zwei einfache Theorien, die an den beiden Extrempunkten angesiedelt sind: eine rein journalistische und eine rein ökonomische Sicht.

mcmanus1
Rein journalistische Theorie des Journalismus nach McManus.
mcmanus2
Rein ökonomische Theorie des Journalismus nach McManus.

Nur sehr selten stimmen diese beiden Interessen überein. Wenn sie es doch tun, dann beispielsweise bei tragischen Ereignissen oder Schlammschlachten unter Politikern: Eine Berichterstattung ist wichtig – und bringt viele Leser.

In der Mehrzahl der Fälle stehen sich aber die beiden Maximen gegenüber: Das Ziel des journalistischen Ansatzes ist es, öffentliches Verständnis zu erhöhen, Ziel der Firmen hinter Medien ist die Gewinnmaximierung. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die meisten Diskussionen rund um den Journalismus, seiner Finanzierung, aber auch der Rolle individueller Journalisten.

Das ökonomische Konzept, das beide Vorstellungen von Journalismus in Einklang bringen kann, ist das meritorische Gut. Ein Staat stuft ein solches Gut normativ als gut ein, allerdings glaubt er, dass Konsumenten von diesem privaten Angebot zu wenig nachfragen. Eine solche Sonderrolle wird zum Beispiel der Kultur zugeschrieben, genauso journalistisch aktiven Firmen „vor allem in Hinblick auf die politische Aufklärung und den Beitrag zu Allgemeinbildung, den sie leisten sollen“, so Hanno Beck. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk lässt sich mit dieser Argumentation begründen.

Für eine genauere volkswirtschaftliche Analyse sind die Details entscheidend, die sich durch die Transformation von Papier zu Displays ergeben. Eine offensichtliche Veränderung: Journalismus ist im Web digital.

Was ist ein digitales Gut?

„Jede Kopie eines Gutes ist das Gut selbst. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Original und Kopie.“ (Quah)

Das ist der Kernsatz, der ein digitales Gut beschreibt. Aus diesem Grund ist das Bild des Datendiebstahls falsch: Daten werden in der Regel nicht gestohlen, sondern vervielfältigt.

"Datendiebstahl" als Begriff ist Unsinn.
„Datendiebstahl“ als Begriff ist Unsinn.

Konkreter betrachtet: Ein digitales Gut ist ein Bitstring, kann also – in der Umgangsprache von Nicht-Informatikern – mit Nullen und Einsen dargestellt werden. Dieser Bitstring hat nun Einfluss auf den Nutzen eines Individuums. „Am einfachsten ist es, ein digitales Gut als ein Rezept zu betrachten“, schreibt Danny Quah von der Loondon School of Economics (Twitter: @dannyquah). „In einem digitalen Gut sind ökonomisch wertvolle Vorschriften kodiert. Die Formulierung lässt es zu, dass digitale Güter sowohl konsumiert als auch produziert werden können; sie sind also nicht bloß Technologien, die die Produktivität auf der Angebotsseite einer Ökonomie erhöhen.“ Dazu kommt: alles, was sich in einem Bitstring darstellen lässt, ist wiederum selbst Information. „Das verändert auf dramatische Art und Weise eine ganze Kategorie von Gütern: Wie sie erschaffen produziert, verteilt, ausgetauscht und konsumiert werden“, so Quah.

Er unterteilt digitale Güter in zwei Gruppen: robust und fragil. Robuste digitale Güter sind solche, deren ökonomischer Wert gleich bleibt, wenn ein Teil zufällig entfernt oder verändert wird. Ein Beispiel sind Musikdateien, die sich zumindest bis zu einer gewissen Rate in das mp3-Format komprimieren lassen: Der dahinterstehende Bitstring wird kleiner, der Wert des Musikstückes bleibt allerdings gleich. Ein Programmiercode dagegen kann als fragiles digitales Gut eingestuft werden: Der Code kann nur dann ausgeführt werden, wenn er komplett ist. Fehlt ein Befehl: Error! Online-Journalismus ist in dieser Unterteilung ein robustes digitales Gut: Die Aussage einer Nachricht kann die gleiche bleiben, auch wenn sie paraphrasiert oder gekürzt auf einer anderen Webseite erscheint.

Die entscheidenden Details für das Wohl oder Wehe der Monetarisierung von Journalismus liegen in den Details folgender drei Eigenschaften:

  1. der Langlebigkeit,
  2. dem Verhalten eines Erfahrungsgutes,
  3. dem Grad der Öffentlichkeit.

Diese klassischen Eigenschaften werden auch bei nicht-digitalen Gütern zur Kategorisierung benutzt. Die Digitalisierung macht bei der Beschreibung der Güterart die ökonomische Theorie also nicht obsolet. Thierry Rayna schreibt: „Fundierte ökonomische Konzepte können dazu verwendet werden, um die Herausforderungen der digitalen Technologie zu erklären und zu verstehen.“

[blue_box] In den kommenden Woche werde ich weitere Texte zur Ökonomie des Online-Journalismus veröffentlichen. Sie sind modifizierte Varianten meiner Masterarbeit – und damit robuste digitale Güter. [/blue_box]

Literatur

  • Beck, H. (2011), Medienökonomie: Print, Fernsehen und Multimedia, Springer, Heidelberg, 3. Auflage
  • Kiefer, M. L. (2011), Die schwierige Finanzierung des Journalismus, in: Medien & Kommunikationswissenschaft 59 (1), 5-22 (pdf)
  • McManus, J. H. (1992), What Kind of Commodity Is News, in: Communication Research 19 (6), 787-805
  • Quah, D. (2003), Digital goods and the new economy, Centre for Economic Performance, London School of Economics and Political Science, Discussion Paper 563 (pdf)
  • Rayna, T. (2008), Understanding the Challenges of the Digital Economy: The Nature of Digital Goods, Communications & Strategies 71 (3), 13-36 (pdf)

Die größte ökonomische Frage des 21. Jahrhunderts

Ein faszinierendes Interview Yuval Harari in der SZ von Johannes Kuhn. Darin sagt Harari unter anderem:

Die größte ökonomische Frage des 21. Jahrhunderts ist: Warum benötigst Du Menschen in der Wirtschaft? Die hat sich zuvor noch nie gestellt, denn wer sollte den Weizen ernten oder in den Fabriken arbeiten, wenn nicht Menschen? Eine Antwort auf die Frage lautet also: Wir brauchen Menschen als Produzenten. Wenn das der Fall ist, sind wir in ziemlichen Schwierigkeiten. Die andere, recht amerikanische Antwort lautet: Wir brauchen die Menschen als Konsumenten. In der Praxis wird das bedeuten, dass wir nicht mehr arbeiten werden, sondern nur noch konsumieren, das ist dann unser Job. Die USA entwickelt sich gerade in Richtung dieser Idee, doch es gibt ein Problem: Sie widerspricht jedem ökonomischen Modell in der Geschichte der Menschheit. Du bräuchtest dafür ein neues Modell, das noch nicht existiert.

Lesenswertes: Journalismus und Kapitalismus

The Unmanageables
Man nehme einen philantrophischen Milliardär, ein paar namhafte Investigativjournalisten und ein paar Wochen Zeit. Dass die Gründung einer journalistischen Publikation nicht immer ohne Probleme ablaufen muss, zeigt First Media mit The Intercept und Racket. Hauptproblem scheint laut Vanity Fair das Aufeinandertreffen zweier Kulturen zu sein: Projektmanager und Freigeister.

The Twin Insurgency

When Communism collapsed in 1989, what died was thus not just the collectivist economic system and authoritarian politics of the Soviet Union and its satellites. Cremated along with the corpse of Communism was the civic-minded conception of development as the central responsibility of the state and allied elites—a conception shared by communists and liberals alike during the Cold War.

Stattdessen profitieren zwei Gruppen, die, so Gilman, den Aufstand proben: Plutokraten und Kriminelle, die von oben und unten den Staat zwar nicht abschaffen, jedoch so weit es geht eindämmen wollen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. „Deviant Globalization“ nennt der Historiker an der UC Berkeley diese beiden Strömungen.

The ultimate losers in all of this, of course, are the middle classes—the people who “play by the rules” by going to school and getting traditional middle-class jobs whose chief virtue is stability. These sorts of people, who lack the ruthlessness to act as criminal insurgents or the resources to act as plutocratic insurgents, can only watch as institutions built over the course of the 20th century to ensure a high quality of life for a broad majority of citizens are progressively eroded. As the social bases of collective action crumble, individuals within the middle classes may increasingly face a choice: accept a progressive loss of social security and de facto social degradation, or join one of the two insurgencies.

Lesenswertes: China vs. USA

China ist nun nach dem Bruttoinlandsprodukt die größte Wirtschaftsnation der Erde und hat damit die Vereinigten Staaten überholt. Was bedeutet das für das Verhältnis zwischen den beiden Ländern und die globale wirtschaftliche Ordnung? Eine Text dazu in der Vanity Fair. Zwei der interessanten Stellen:

„The United States then made two critical mistakes. First, it inferred that its triumph meant a triumph for everything it stood for. But in much of the Third World, concerns about poverty—and the economic rights that had long been advocated by the left—remained paramount. The second mistake was to use the short period of its unilateral dominance, between the fall of the Berlin Wall and the fall of Lehman Brothers, to pursue its own narrow economic interests—or, more accurately, the economic interests of its multi-nationals, including its big banks—rather than to create a new, stable world order. The trade regime the U.S. pushed through in 1994, creating the World Trade Organization, was so unbalanced that, five years later, when another trade agreement was in the offing, the prospect led to riots in Seattle. Talking about free and fair trade, while insisting (for instance) on subsidies for its rich farmers, has cast the U.S. as hypocritical and self-serving.

(…)

Now China is the world’s No. 1 economic power. Why should we care? On one level, we actually shouldn’t. The world economy is not a zero-sum game, where China’s growth must necessarily come at the expense of ours. In fact, its growth is complementary to ours. If it grows faster, it will buy more of our goods, and we will prosper. There has always, to be sure, been a little hype in such claims—just ask workers who have lost their manufacturing jobs to China. But that reality has as much to do with our own economic policies at home as it does with the rise of some other country.“

Kostenstruktur bei Medienunternehmen

Ben Thompson von Stratechery hat sich in seinem Text „Is Buzzfeed a Tech Company?“ mit der Kostenstruktur von Medienfirmen beschäftigt:

1. Die Unterschiede zwischen Medienunternehmen und Technologie-Unternehmen vor dem Internet:

  • Created content had a very short shelf life, which leaves a very small amount of time to recoup the fixed costs that went into its creation
  • Media’s marginal costs (paper, ink, delivery) were higher than the marginal costs for software, at least in relative terms
  • Media was generally limited in its geographic availability

2. Diese Unterschiede haben sich durch das Internet vergrößert:

  • Packaging is no longer necessary, reducing the marginal cost of software to zero
  • Multiple new business models have emerged for software, such as attracting massive user bases for free which can then be monetized through advertising or premium services1
  • Media, meanwhile, has lost its local monopoly, and advertisers have fled for platforms that have more scale – there’s that word again – and better targeting

3. Dadurch verändern sich die Möglichkeiten der Skalierung von Medienfirmen:

  • Like software, media has zero marginal cost
  • Multiple new business models have emerged for media, such as attracting massive user bases for free which can then be monetized through advertising or premium services
  • The addressable market for media is the connected population of the world, and content is itself self-selecting when it comes to effective targeting

Economic Research Papers: Is Google a Monopoly?

Three research papers, I haven’t read yet, but I probably will …

Three research papers, I haven’t read yet, but I probably will …

Pollock, R. (2009), Is Google the Next Microsoft? Competition, Welfare and Regulation in Internet Search (pdf)

Manne, G. and Wright J. (2011), Google and the Limits of Antitrust: The Case Against the Antitrust Case Against Google, Harvard Journal of Law & Public Policy, Vol. 34, No. 1

Haucap, J. and Heimeshoff U. (2013), Google, Facebook, Amazon, eBay: Is the Internet Driving Competition or Market Monopolization?, Dice Discussion Paper (pdf)

 

Lesenswertes: Daten, VWL und der erste Satz

Lesenswertes der letzten Tage.

Lesenswertes der letzten Tage. Mehr lesenswerte Links findest du in der gleichnamigen Kategorie Lesenswertes.

  • Warum versagt die Volkswirtschaftslehre? – SWR2 :: Kultur Info | SWR.de – Das alte Thema: Ist die Volkswirtschaftslehre zu monothematisch, zu ideologisch, zu neoklassisch? Die Professoren Michel Burda und Helge Peukert und der Wirtschaftsjournalist Thomas Fricke streiten sich herrlich über die VWL.
  • Alberto Cairo: Data journalism needs to up its own standards » Nieman Journalism Lab – Kritik am Datenjournalismus vom Visualierungsexperten Alberto Cairo: „It is tempting for a news startup to try to be both BuzzFeed and The Economist at the same time, no matter how chimerical that goal is. Lighthearted blahblah can be done quickly and nonchalantly. Proper analytical journalism can’t. If you have a small organization, you may have to choose between producing a lot of bad stuff or publishing just a small amount of excellent stories.“
  • The Rhetoric of Data | Tow Center for Digital Journalism – Immer drandenken: „Who produced the data and what was their intent? Did it come from a reputable source, like a government or inter-governmental agency such as the UN, or was it produced by a third party corporation with an uncertain source of funding? Consider the possible political or advocacy motives of a data provider as you make inferences from that data, and do some reporting if those motives are unclear. When was the data collected? Sometimes there can be temporal drift in what data means, how it’s measured, or how it should be interpreted. Is the age of your data relevant to your interpretation? For example, in 2010 the Bureau of Labor Statistics changed the definition of long-term unemployment, which can make it important to recognize that shift when comparing data from before and after the change. Most importantly it’s necessary to ask what is measured in the data, how was it sampled, and what is ultimately depicted? Are data measurements defined accurately and in a way that they can be consistently measured? How was the data sampled from the world? Is the dataset comprehensive or is it missing pieces? If the data wasn’t randomly sampled how might that reflect a bias in your interpretation? Or have other errors been introduced into the data, for instance through typos or mistaken OCR technology? Is there uncertainty in the data that should be communicated to the reader? Has the data been cropped or filtered in a way that you have lost a potentially important piece of context that would change its interpretation? And what about aggregation or transformation? If a dataset is offered to you with only averages or medians (i.e. aggregations) you’re necessarily missing information about how the data might be distributed, or about outliers that might make interesting stories. For data that’s been transformed through some algorithmic process, such as classification, it can be helpful to know the error rates of that transformation as this can lead to additional uncertainty in the data.“
  • Der verfluchte erste Satz, Teil 1: Was ist Dein Problem? | Deadline – „In dem Drama Mensch gegen Wirklichkeit gibt es roh kartografiert vier Grossgebiete für Treibsand: Die Wirklichkeit entspricht nicht den Erwartungen des Lesers. Das Material ist absurd, abstossend, unerwartet, also gegen die Intuition oder den Geschmack des Publikums. Das heisst: Es muss mit List und Zucker präsentiert werden. Die Wirklichkeit ist sich selbst nicht klar. Das Material ist verwickelt, undeutlich, ausfasernd, unvollständig, uferlos, kurz: objektiv komplex. Das heisst: Man muss ein Ordnungssystem erfinden. Die Wirklichkeit entspricht nicht den Plänen des Autors. Die zentrale These bewahrheitet sich nur halb; die vorgesehene Hauptfigur bleibt blass; der Interviewpartner spricht wie ein Aktenordner; die Nebensache ist interessanter als die Hauptsache. Das heisst: Man muss seine Pläne ändern. Der Autor ist nicht einig mit sich selbst. Alles ist deprimierend eindeutig. Oder von einem selbst schon mehrmals beschrieben. Jeder Satz laaaaaangweilt. Das heisst: Man muss sich selbst eine Schwierigkeit einbauen. Etwa, indem man das Genre ändert. Klar ist nur eins: Das Problem, das man hat, muss am Anfang des Artikels angepackt werden, nicht in der Mitte, nicht am Schluss.“