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Lautschrift: Ein Heft über Regensburg

Die neue Ausgabe der Lautschrift ist verteilt. In einem Heft über Regensburg haben wir uns mit verschiedensten Themen rund um die Stadt und ihre Verbindung zur Uni beschäftigt. Ein Auszug aus dem Editorial:

In einem Heft über Regensburg will die Redaktion verschiedene Seiten der Stadt und ihre Verbindung zur Universität zeigen. Oberbürgermeister Hans Schaidinger spricht darin in einem Interview über das Verhältnis der Stadt Regensburg zur Universität. Unsere Redakteure nehmen euch mit zu besonderen Orten und stellen euch außergewöhnliche Bewohner der Stadt vor. Wir haben Fakten der Stadtgeschichte und Regensburger Institutionen zusammengetragen. Und wer sich besonders gut auskennt, kann sich am Bilderrätsel versuchen.

Der Bildungsstreik war in den letzten Monaten das am meisten und heftigste diskutierte Thema unter den Studierenden. Der H2 wurde besetzt, es gab Demonstrationen in der Stadt und die Verhältnisse an den Universitäten waren plötzlich prominent in den Medien vertreten. Doch was halten die Regensburger Studenten und Studentinnen von der Besetzung einer ihrer Hörsäle? Unterstützen sie die Forderungen oder sehen sie die Aktionen eher kritisch? Zwei Redakteurinnen haben Fragebögen in der Uni verteilt, um genau das herauszufinden.

Die Lautschrift#8 „Ein Heft über Regensburg“ zum Download: Lautschrift 8 (3,38 mb).

In meinem kleinen Land

Jan Weiler ist der Autor von „Maria ihm schmeckt’s nicht“. Nach der Veröffentlichung des Buches ging er auf Lesereise durch Deutschland und schrieb darüber: über Hotelzimmer, Züge und Buchhandlungen, Dome (stimmt der Plural?) und Fussgängerzonen. Ein neutrales Urteil über Städte nach nur einem Tag zu fällen, ist natürlich nicht wirklich möglich, aber das macht nichts. Weiler schreibt seine Erlebnisse und Beobachtungen auf und dabei kommt die eine Stadt halt besser weg, als die andere.

In seinem Vorwort trifft Jan Weiler den Nagel auf den Kopf:

„Man traut es sich beinahe nicht zu formulieren, aber im Großen und Ganzen haben wir es nicht schlecht getroffen.

Dass dieser Befund so schwerfällt, hat mir meiner Generation zu tun. Wir sind kritisch aufgewachsen: konsumkritisch, religionskritisch, politkritisch, kulturkritisch. Unser Land zu mögen finden wir nationalistisch, unsere Sprache peinlich, den Deutschen an sich unerträglich, besonders im Urlaub. Das ist auch sehr ehrenwert, führt aber zu keiner sonderlich tiefen Identifikation mit unserem Land. Ging mir auch so. Aber es hat sich geändert.

Ob ich nach dieser Reise ein Patriot bin? Nein. Aber es gefällt mir hier. Ich bin ganz und gar nicht stolz darauf Deutscher zu sein, aber ich bin es gerne, weil mein Land friedlich ist und schön und weil ich die Deutschen mag, nachdem ich ziemlich viele von ihnen getroffen habe. „

Das Buch habe ich bei meinen Eltern vergessen. Das machte aber nichts, denn immer wenn ich zu Besuch war, habe ich ein paar Kapitel gelesen. Dafür ist genau das richtige: drei oder vier Seiten über jede Stadt. Seitdem weiß ich auch, wo Hildesheim liegt, und Krefeld und dass der „Kleine Feigling“ aus Eckernförde kommt.

„In meinem kleinen Land“ ist ideal für zwischendurch. Heute ein paar Kapitel, die nächsten erst in Tagen oder Wochen lesen – kein Problem, denn es ist kurzweilig und verdammt witzig. Zum Beispiel der Text über Tübingen:

Tübingen gilt als evangelisch, der Ort der abendlichen Lesung hingegen ist eine katholische Hochburg: Rottenburg. Das merkt man schon daran, dass hier für Fastnacht geschmückt wurde, wovon in Tübingen nicht zu sehen war. Tübinger Evangelen knacken an Karneval Walnüsse und trinken mehr Holundersaft, in den sie, damit es mehr kickt, Sprudel mischen.

 

Jan Weiler, In meinem kleinen Land, Rowohlt Taschenbuch Verlag

die wahre Neda

Das Schicksal von Neda Soltani hat etwas von einer schlechten Verwechslungskomödie, nur dass ihre Geschichte ganz und gar nicht zum Lachen ist.

Teheran, im Sommer 2009: Tausende demonstrieren gegen das Wahlergebnis, das den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Amt bestätigt. Mit Tweets und Videos auf Youtube berichteten Iraner der Welt von den Geschehnissen. Vor allem das Video der sterbenden Neda geht um die Welt – und kurz danach auch ein Bild von ihr. Aber es war das Falsche: anstatt Neda Soltan zeigte es Neda Soltani. Twitter und Blogs, Zeitungen und Fernsehen verbreiteten ein aus Facebook kopierte Foto. Die wahre Neda versucht das Missverständis auszuklären, aber dadurch wird alles nur noch schlimmer. Schlussendlich flieht die bis dato unpolitische 32-Jährige Uni-Dozentin, lässt ihr ganzes Leben zurück und lebt heute als Ayslsuchende in Deutschland.

"Die Nachricht von ihrem Tod beruhte auf einer Verwechslung, sagt sie in fließendem Englisch, ein ursprünglich kleiner Irrtum der Medien, mit fatalen Konsequenzen für die Frau auf dem Foto."

Die ganze Geschichte gibt es im Süddeutsche Magazin: Das zweite Leben der Neda Soltani

Lesenswertes: 2000 – 2009

Picturing the Past 10 Years Rückblicke auf das vergangene Jahrzehnt gibt’s dieser Tage wie Sand am Meer. Der beste, den ich bisher gesehen habe, ist in der New York Times und kommt so gut wie ohne Text aus: Eine große Grafik mit verschiedenen Kategorien und jeweils einem Bild, das stellvertretend für das Jahr steht. Günter Jauch, der Spiegel oder diverse Blogs können da einpacken.

The Most Memorable Feminist Moments of the Decade Ein Rundumschlag von „DoubleX“, einem Magazin der Washington Post, zu allem was im letzten Jahrzehnt wichtig (aber nicht unbedingt nur positiv) für den Feminismus war. Da steht Angela Merkel neben Aung San Suu Kyi und Conduleeza Rice neben Paris Hilton.

Babyshambles: Deutschlandtour 2009 endgültig abgesagt

pete_doherty

Jetzt reichts aber langsam! Die Babyshambles haben alle ihre Nachholkonzerte ihrer Deutschlandtournee abgesagt. Ursprünglich sollten sie im Dezember 2008 in Deutschland spielen. Dann kamen aber angeblich Arbeiten an Pete Dohertys Album dazwischen – und die Fans ließ er links liegen. Aber gut, es gab Nachholtermine für den Mai  2009. Doch nun sind auch die hinfällig: Wieder sagte die Band alle Auftritte ab. Eine offizielle Begründung liegt noch nicht vor. Die die Münchner Veranstalter schreiben: „Momentan liegt uns noch keine nähere Begründung vor.“

Folgende Termin sind definitiv abgesagt:

  • 5. Mai – Hamburg
  • 6. Mai – Düsseldorf
  • 7. Mai – Frankfurt
  • 8. Mai – Leipzig
  • 9. Mai – Berlin
  • 11. Mai – München

Mögliche Nachholtermine sind noch nicht bekannt.

Ich selbst habe Karten für das Konzert am 11.Mai. Jetzt heißt es: Geld zurück, aber wie?

Doch sicherlich arbeitet Pete nach wie vor an seinem Soloalbum. Hoffentlich kann er damit musikalisch überzeugen, denn auf die Loyalität seiner Fans sollte er sich nach Aktionen wie diesen nicht mehr verlassen!

Foto: Pete Doherty von MarcDurant

Konzerte der Babyshambles: Nachholtermine bekannt

Die Babyshambles hatten ihre für Dezember geplanten Konzerte in Deutschland platzen lassen. Jetzt stehen endlich die Nachholtermine fest.

Babyshambles

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Statt am 5. Dezember spielt Pete Doherty nun am 11. Mai im Zenith in München. Die Karten bleiben gültig. Wer aber nach dem ganzen hin und her keinen Bock mehr hat, kann die Karte auch zurückgeben. Die Kaufpreis wird zurückerstattet.

Alle Nachholtermine für den Mai 2009 auf einen Blick:

  • 5. Mai – Hamburg
  • 6. Mai – Düsseldorf
  • 7. Mai – Frankfurt
  • 8. Mai – Leipzig
  • 9. Mai – Berlin
  • 11. Mai – München

Ich hoffe für alle, die wie ich, Karten haben, dass die Konzerte auch wirklich stattfinden. 2006 verlor Pete Doherty seinen Reisepass und konnte nicht auftreten. Zweimal vertröstete die Band ihre Fans, bevor die ganze Deutschlandtour strichen.

Foto: Broco Lee – Babyshambles