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Die Zukunft suchen und nicht finden

Vorhersagen auf Basis von Berechnungen sind ein Spiel mit der Zeit.

Die Polizei ist auf einer Art Zeitreise. Sie will Verdächtige schon möglichst früh ausmachen – und das nicht nur im Flugverkehr. „Vor die Lage kommen“, nannte das der ehemalige BKA-Chef Jörg Ziercke.

Morgen ein Mörder

Und außerdem: Das Problem mit den Falsch-Positiven (SZ). Bei Prognose-Algorithmen kommt es nicht nur darauf an, welche Personen richtig erkannt werden, sondern auch darauf, welche Personen zu unrecht verdächtigt werden. Mathematisch nennt man diesen Fehler bei binären Entscheidungen (ja – nein, verdächtig, unverdächtig) die false-positve rate.

Bei der Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof Südkreuz gibt die Polizei eine Falschtrefferrate von 0,1 Prozent an. Klingt wenig, die Zahl kleiner 1 führt aber in die Irre. In Wahrheit ist das ein unglaublich hoher, ein zu hoher Wert. Vanessa Wormer und Christian Endt rechnen das in der SZ vor:

  • Etwa 12 Millionen Bahnfahrer pro Tag
  • eine Falschpositivrate von 0,1 Prozent ergibt 12 000 unschuldig Verdächtige

Das ist das Problem an derartigen Systemen, die auf anlassloser Massenüberwachung fußen: Selbst bei sehr geringen Fehlerraten geraten ungleich viele Personen fälschlicherweise ins Visier der Fahnder.

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Medien + Internet

Wie Werbefinanzierung und Überwachung zusammenhängen: Maciej Ceglowskis Vortrag „The Internet With a Human Face“

Der Amerikaner Maciej Ceglowski hat auf der „Beyond Tellerrand“-Konferenz 2014 im Vortrag „The Internet With a Human Face“ den Zusammenhang zwischen Werbefinanzierung und Überwachung erläutert. Er malt aber nicht nur den Teufel an die Wand, sondern zaubert auch ein paar Exorzismus-Vorschläge aus dem Hut.

Er beginnt so:

Marc [Thiele] emailed me a few weeks ago to ask if I thought my talk would be appropriate to close the conference.

„Marc,“ I told him, „my talk is perfect for closing the conference! The first half is this incredibly dark rant about how the Internet is alienating and inhuman, how it’s turning us all into lonely monsters.”

“But in the second half, I’ll turn it around and present my vision of an alternative future. I’ll get the audience fired up like a proper American motivational speaker. After the big finish, we’ll burst out of the conference hall into the streets of Düsseldorf, hoist the black flag, and change the world.”

Marc said that sounded fine.

As I was preparing this talk, however, I found it getting longer and longer. In the interests of time, I’m afraid I’m only going to be able to present the first half of it today.

Hier das Video:

Wer lieber liest: Ceglowski hat ein Transkript seines Vortrags online gestellt.